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Kölner Bürovermietungsmarkt verliert im 2. Quartal an Dynamik

Großabschlüsse bleiben aus

Köln, 17.07.2026

Der Kölner Bürovermietungsmarkt verzeichnete nach Auswertungen von Cushman & Wakefield im 2. Quartal 2026 einen Flächenumsatz von rund 28.300 m². Damit liegt das Ergebnis 36 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Für das 1. Halbjahr summiert sich der Flächenumsatz auf 72.600 m² und bleibt damit ebenfalls deutlich hinter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum zurück.

Büroflächenumsatz deutlich unter Vorjahr – Marktgeschehen kleinteilig geprägt

Der Kölner Bürovermietungsmarkt hat im 2. Quartal 2026 weiter an Dynamik verloren. Nach einem noch verhaltenen, aber soliden Jahresauftakt fiel die Abschlussaktivität von April bis Juni spürbar schwächer aus. Für das 1. Halbjahr 2026 ergibt sich ein Flächenumsatz von 72.600 m². Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (111.700 m²) entspricht dies einem Rückgang um 35 Prozent. Auch im langfristigen Vergleich bleibt das Halbjahresergebnis deutlich zurück: Der 5-Jahresdurchschnitt der ersten Halbjahre wird um 41 Prozent, der 10-Jahresdurchschnitt um 46 Prozent verfehlt. Damit zeigt sich der Kölner Markt zur Jahresmitte 2026 klar verhaltener als im Vorjahr.

Hauptgrund für das schwache Quartal ist das Ausbleiben mittel- und großvolumiger Abschlüsse. Während der Markt im vergangenen Jahr noch von mehreren größeren Anmietungen gestützt wurde, blieb das 2. Quartal 2026 überwiegend kleinteilig geprägt. Abschlüsse im Segment oberhalb von 5.000 m² wurden nicht registriert, auch größere Vermietungen oberhalb von 1.000 m² blieben im Quartal die Ausnahme.

Mina Dadgostar, Head of Office Agency Köln bei Cushman & Wakefield, ordnet die Entwicklung ein: „Der Kölner Bürovermietungsmarkt ist im 2. Quartal spürbar in eine ruhigere Phase eingetreten. Viele Nutzer prüfen Flächenentscheidungen weiterhin sehr genau, insbesondere bei größeren Gesuchen. Das bedeutet nicht, dass keine Nachfrage vorhanden ist – aber Entscheidungsprozesse dauern länger und werden stärker durch wirtschaftliche Unsicherheiten und interne Flächenstrategien geprägt.“

Die größten Abschlüsse des laufenden Jahres stammen weiterhin aus dem 1. Quartal. Dazu zählt insbesondere die Anmietung der Deutschen Bank im Dominium an der Tunisstraße über rund 7.000 m². Sie bleibt damit bislang der einzige Abschluss oberhalb der Marke von 5.000 m² im Jahr 2026. Daneben wurden im ersten Halbjahr mehrere Abschlüsse im Segment zwischen 1.000 m² und 5.000 m² registriert, darunter die Vermietung an Katholino in der Josef-Lammerting-Allee über rund 2.100 m², vermittelt durch Cushman & Wakefield.

Spitzenmiete stabil – Durchschnittsmiete nahezu unverändert

Die Spitzenmiete blieb im Vergleich zum Vorquartal stabil bei 33,00 Euro/m². Gegenüber dem Vorjahresquartal ergibt sich ein leichter Rückgang um 2,9 Prozent beziehungsweise 1,00 Euro/m². Damit entwickelt sich Köln im Vergleich zu den Top-5-Märkten verhaltener. Ausschlaggebend ist jedoch weniger ein genereller Preisdruck im Spitzensegment, sondern vielmehr die schwache Abschlussdynamik in hochpreisigen Lagen. Auch die Durchschnittsmiete zeigte sich weitgehend stabil und lag zum Ende des 2. Quartals weiterhin bei 20,60 Euro/m². Im Jahresvergleich entspricht dies einem marginalen Anstieg um 1,0 Prozent beziehungsweise 0,20 Euro/m².

Die stabile Mietentwicklung zeigt, dass die gedämpfte Abschlussdynamik bislang nicht zu einem breiten Rückgang der erzielbaren Mieten geführt hat. Gleichzeitig fehlen im aktuellen Marktumfeld jedoch großvolumige hochpreisige Abschlüsse, die insbesondere die Spitzen- und Durchschnittsmiete zusätzlich nach oben treiben könnten. Im Fokus vieler Nutzer stehen derzeit weniger repräsentative Top-Flächen um jeden Preis, sondern gut angebundene, effiziente und flexibel nutzbare Büroflächen.

„Die Mietentwicklung zeigt sich trotz schwächerer Abschlussdynamik robust“, erläutert Mina Dadgostar. „Gleichzeitig sehen wir, dass Nutzer sehr bewusst zwischen Flächenqualität, Lage, Effizienz und Kosten abwägen. Besonders gefragt bleiben gut erreichbare und flexible Flächen, die moderne Arbeitsmodelle unterstützen und gleichzeitig wirtschaftlich darstellbar sind.“

Leerstand steigt weiter, bleibt aber moderat

Die Leerstandsquote am Kölner Büromarkt setzte ihren sukzessiven Anstieg im 2. Quartal 2026 fort. Zum Quartalsende lag sie bei 5,7 Prozent und damit 10 Basispunkte über dem Vorquartal. Das absolute Leerstandsvolumen belief sich auf rund 489.850 m². Gegenüber dem Vorjahresquartal ergibt sich ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte. Damit bleibt der Leerstand in Köln im Vergleich zu anderen Top-5-Märkten weiterhin moderat, zeigt aber trotzdem eine klare Aufwärtstendenz. Ursächlich sind vor allem veränderte Flächenanforderungen der Nutzer. Hybride Arbeitsmodelle, stärkere Flächeneffizienz und eine kritischere Prüfung bestehender Büroflächen führen dazu, dass Unternehmen ihren Bedarf genauer hinterfragen und Flächen teilweise reduzieren.

Mina Dadgostar abschließend: „Für das zweite Halbjahr erwarten wir keine sprunghafte Erholung, aber eine selektive Belebung bleibt möglich. Entscheidend wird sein, ob die vorhandenen größeren Gesuche tatsächlich umgesetzt werden. Der Kölner Markt verfügt weiterhin über eine solide Nutzerbasis – kurzfristig bleibt das Umfeld jedoch von Zurückhaltung, längeren Entscheidungsprozessen und einer klaren Fokussierung auf effiziente Flächen geprägt.“

Weiterführende Informationen

https://www.cushmanwakefield.com