Frankfurt überzeugt beim Deutschen Baupreis 2026: Zwei Projekte aus der Mainmetropole ausgezeichnet
Beim Deutschen Baupreis 2026 rückt Frankfurt am Main besonders in den Fokus: Zwei Projekte aus der Mainmetropole wurden auf der Messe digitalBAU in Köln prämiert. Ausgezeichnet wurden die Nassauische Heimstätte | Wohnstadt GmbH für ein Projekt zum kreislauffähigen Bauen sowie die Stefan Forster GmbH für ein städtebauliches Konzept zur Nachverdichtung.
Kreislaufwirtschaft im Wohnungsbau
Die Nassauische Heimstätte | Wohnstadt GmbH erreichte den zweiten Platz in der Kategorie „Kreislauffähiges Bauen“ mit einem Projekt zur Recycling-Aufstockung eines Wohngebäudes in Mörfelden-Walldorf. Dabei wurde ein Gebäude aus den 1960er-Jahren umfassend modernisiert und gleichzeitig um zusätzliche Wohnungen erweitert. Das Besondere: Ein großer Teil der Materialien stammt direkt aus dem eigenen Gebäudebestand. Durch sogenanntes Urban Mining wurden beispielsweise Dachsparren, Fenster oder Fassadenplatten aufbereitet und wieder eingesetzt. Diese Recyclingstrategie reduziert Abfall und CO₂-Emissionen deutlich: Analysen zeigen eine Reduktion des Primärenergiebedarfs um rund 32 Prozent und des Treibhauspotenzials um mehr als 28 Prozent gegenüber einem vergleichbaren Neubau.
Nachverdichtung für mehr bezahlbaren Wohnraum
Auch die Stefan Forster GmbH aus Frankfurt wurde ausgezeichnet und erreichte den dritten Platz in der Kategorie „Einfaches Bauen“ mit einem Projekt zur Weiterentwicklung der Platensiedlung im Frankfurter Stadtteil Ginnheim. Die bestehende Nachkriegssiedlung wird durch Aufstockungen und neue Gebäude gezielt weiterentwickelt. Mehrere Wohnzeilen werden von drei auf fünf Geschosse erweitert, ergänzt durch zusätzliche Neubauten. Dadurch entstehen 681 neue Wohnungen, davon viele im geförderten Wohnungsbau sowie 177 speziell für Studierende. Die Kombination aus Nachverdichtung, modularer Holzbauweise und einer neuen städtebaulichen Struktur schafft zusätzlichen Wohnraum auf bereits erschlossenen Flächen und gilt als Modellprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung.
Weitere Preisträger aus Hessen
Neben den beiden Frankfurter Projekten wurde auch die FingerHaus GmbH aus Frankenberg (Eder) ausgezeichnet und erreichte den dritten Platz in der Kategorie Großunternehmen ab 500 Mitarbeitende. Der Deutsche Hersteller von Ein- und Zweifamilienhäusern in Holzfertigbauweise überzeugte durch innovative Bestrebungen im Bereich Nachhaltigkeit und flexible Arbeitsmodelle zur Verbesserung der Work-Life-Balance.
Die Auszeichnungen unterstreichen die Rolle Hessens – und insbesondere Frankfurts – als wichtigen Innovationsstandort im Wohnungsbau. Projekte wie die Recycling-Aufstockung der Nassauischen Heimstätte oder die Transformation der Platensiedlung zeigen beispielhaft, wie nachhaltiges Bauen, Ressourcenschonung und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zusammen gedacht werden können. Genau solche Ansätze würdigt der Deutsche Baupreis, der Projekte und Unternehmen auszeichnet, die Antworten auf zentrale Herausforderungen der Bau- und Immobilienbranche liefern – von nachhaltigem Bauen über Digitalisierung bis hin zu besseren Arbeitsbedingungen auf der Baustelle.
Die Preisträger im Überblick
Bauunternehmen bis 150 Mitarbeitende
1. Platz: Heitkamp & Hülscher GmbH & Co. KG (Stadtlohn, Nordrhein-Westfalen)
2. Platz: Augel GmbH (Weibern, Rheinland-Pfalz)
3. Platz: Zimmerei Holzbau Zisler GmbH (Waldmünchen, Bayern)
Bauunternehmen 151 bis 500 Mitarbeitende
1. Platz: Unternehmensgruppe Glöckle (Schweinfurt, Bayern)
2. Platz: Ernst Höbel GmbH (Immenhofen, Bayern)
3. Platz: LUXHAUS Vertrieb GmbH & Co. KG (Georgensgmünd, Bayern)
Bauunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden
1. Platz: WOLFF & MÜLLER Holding GmbH & Co. KG (Stuttgart, Baden-Württemberg)
2. Platz: nesseler Gruppe (Aachen, Nordrhein-Westfalen)
3. Platz: FingerHaus GmbH (Frankenberg/Eder, Hessen)
Sonderkategorie: „Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz“
1. Platz: hTRIUS GmbH (Horb am Neckar, Baden-Württemberg)
2. Platz: LUXHAUS Vertrieb GmbH & Co. KG (Georgensgmünd, Bayern)
3. Plätze: ABS Safety GmbH (Kevelaer, Nordrhein-Westfalen), Mainka Bau GmbH & Co. KG (Lingen, Niedersachsen), Aithon Robotics (Dübendorf, Schweiz)
Sonderkategorie: „Kreislauffähiges Bauen“
1. Platz: Volkswohnung GmbH (Karlsruhe, Baden-Württemberg)
2. Platz: Nassauische Heimstätte Wohnstadt GmbH (Frankfurt am Main, Hessen)
3. Platz: Brüninghoff GmbH & Co. KG (Heiden, Nordrhein-Westfalen)
Sonderkategorie: „Bauen im Bestand“
1. Platz: gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner (Hamburg)
2. Platz: Grassinger Emrich Architekten GmbH (München, Bayern)
3. Platz: Michael Welle Architektur GmbH (Offenburg, Baden-Württemberg)
Sonderkategorie: „KI & Automatisierung“
1. Platz: Wienerberger GmbH (Hannover, Niedersachsen)
2. Platz: Rimatem GmbH (Dischingen, Baden-Württemberg)
3. Platz: Digital Building Industries AG (Böblingen, Baden-Württemberg)
Sonderkategorie: „Einfaches Bauen“
1. Platz: Eike Becker Architekten (Berlin)
2. Platz: LRW Architektur und Stadtplanung PartG (Hamburg)
3. Platz: Stefan Forster GmbH (Frankfurt am Main, Hessen)
