CBRE-Umfrage: Fast zwei Drittel der europäischen Büronutzer planen einen Standortwechsel
Fast zwei Drittel (65 Prozent) der europäischen Büronutzer planen, innerhalb der nächsten drei Jahre umzuziehen. Das geht aus der European Office Occupier Sentiment Survey 2026* des globalen Immobiliendienstleisters CBRE hervor. Unternehmen passen ihre Arbeitsplatzstrategien weiterhin an veränderte Anforderungen an. Obwohl sie ihren Flächenbedarf überprüfen, bleibt das Büro laut der Umfrage wichtig für Produktivität und Unternehmenskultur. […]
Fast zwei Drittel (65 Prozent) der europäischen Büronutzer planen, innerhalb der nächsten drei Jahre umzuziehen. Das geht aus der European Office Occupier Sentiment Survey 2026* des globalen Immobiliendienstleisters CBRE hervor. Unternehmen passen ihre Arbeitsplatzstrategien weiterhin an veränderte Anforderungen an.
Obwohl sie ihren Flächenbedarf überprüfen, bleibt das Büro laut der Umfrage wichtig für Produktivität und Unternehmenskultur. Als wichtigste Gründe für die Anwesenheit im Büro nennen die Befragten die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen (85 Prozent), den Zugang zu einem produktiven Arbeitsplatz (81 Prozent) und den Austausch mit Führungskräften (77 Prozent).
Mit den veränderten Anforderungen wählen Unternehmen ihre Büroflächen gezielter aus. Neun von zehn Befragten würden ein Gebäude ablehnen, wenn es ihre Anforderungen an Ausstattung und Angebote nicht erfüllt. Zugleich sinkt die Bereitschaft, dafür einen Aufpreis zu zahlen: Sie ging von 54 Prozent im Jahr 2025 auf 48 Prozent im Jahr 2026 zurück. Damit steigen die Mindestanforderungen an geeignete Bürogebäude, während die Möglichkeiten zur Differenzierung über zusätzliche Angebote abnehmen.
Technologie und Nachhaltigkeit verändern nicht nur den Flächenbedarf, sondern auch die Anforderungen an die Büros selbst. Fast die Hälfte der Befragten rechnet mit einem Bedarf an vielseitig nutzbaren und flexibel gestaltbaren Flächen (48 Prozent). Mehr als vier von zehn planen spezielle Räume, etwa KI-Labore (43 Prozent), und 38 Prozent erwarten insgesamt einen größeren Bedarf an Flexibilität.
Künstliche Intelligenz treibt diese Entwicklung mit voran. Ihre Auswirkungen auf den Flächenbedarf dürften allerdings differenzierter ausfallen als zunächst erwartet. Zwar gehen 52 Prozent der Befragten davon aus, dass künstliche Intelligenz langfristig den Personalbestand und den Flächenbedarf verringern wird. Erfahrungen mit früheren, breit einsetzbaren Technologien legen jedoch nahe, dass Befürchtungen über einen Stellenabbau in der Anfangsphase häufig überzeichnet sind: Beschäftigte übernehmen eher anspruchsvollere Aufgaben, als dass ihre Arbeit vollständig entfällt. Dauerhaft dürfte künstliche Intelligenz vor allem die Qualitätsansprüche an Büroflächen erhöhen.
Gleichzeitig streben 45 Prozent der Befragten bis 2030 Netto-Null-Emissionen an, gegenüber 37 Prozent im Jahr 2024. Für die Anpassung ihrer Immobilienportfolios und entsprechende Investitionsentscheidungen bleibt ihnen damit wenig Zeit. Zugleich wird das Angebot geeigneter Büroflächen knapper. CBRE prognostiziert, dass der Anteil der Büroflächen in Europa, die jünger als fünf Jahre sind, bis 2028 auf 6,8 Prozent sinken wird, den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Der Wettbewerb um die besten Flächen dürfte sich weiter verschärfen, da auch Unternehmen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz zunehmend erstklassige Gebäude in zentralen Lagen suchen. Auf sie entfallen inzwischen drei Prozent des europäischen Büroflächenumsatzes.
Anna Esteban, Head of Leasing and Occupier Accounts Europe bei CBRE, sagt: „Unternehmen entscheiden immer bewusster, welche Flächen sie behalten und welche Rolle diese für ihre Organisation spielen. Angesichts veränderter Bedürfnisse ihrer Beschäftigten rücken jene Büros in den Mittelpunkt, die Talente anziehen und ein hochwertiges Arbeitsumfeld bieten. Insgesamt benötigen die Unternehmen möglicherweise weniger Fläche, wählen diese aber sorgfältiger aus als je zuvor. Dadurch gewinnen Alternativen wie flexible Büroflächen an Bedeutung. Sie ermöglichen den Zugang zu hochwertigen Flächen und die Anpassung an veränderte Anforderungen, ohne dass erhebliche Investitionen nötig sind.“
Mark Cartlich, Head of European Occupational Market Research bei CBRE, sagt: „Die Umfrage zeigt, dass die Anforderungen der Büronutzer und das verfügbare Angebot zunehmend auseinandergehen. Die Nachfrage konzentriert sich immer stärker auf moderne Gebäude höchster Qualität, während der Anteil des Bürobestands, der diese Anforderungen erfüllt, weiter sinken dürfte. Ohne ausreichend Neubau oder Modernisierung wird sich der Wettbewerb um die besten Flächen in vielen europäischen Märkten in den kommenden Jahren voraussichtlich verschärfen.“
*Die European Office Occupier Sentiment Survey 2026 von CBRE umfasst Antworten von mehr als 90 Büronutzern aus ganz Europa.

