7,8 Mio. Euro Seed-Finanzierung für Companion.energy
Realyze Ventures führt die Runde an; Pi Labs, Asterion Ventures sowie die Bestandsinvestoren Übermorgen Ventures und NAP beteiligen sich
Strom ist für viele Unternehmen zu einem der volatilsten Kostenfaktoren geworden. Das belgische Startup Companion.energy hat 7,8 Mio. Euro in einer überzeichneten Seed-Runde gesichert, um großen Industrie- und Gewerbeunternehmen zu helfen, ihre Energieanlagen per Software zu managen, zu optimieren und wirtschaftlich zu nutzen. Realyze Ventures, einer der führenden sektorspezialisierten Frühphasen-Venture-Capital-Fonds Europas, führt die Runde an. Die neuen internationalen Investoren Pi Labs (Vereinigtes Königreich) und Asterion Ventures (Frankreich) beteiligen sich als Co-Investoren, ebenso wie die Bestandsinvestoren Übermorgen Ventures und NAP.
Die Plattform von Companion.energy verwaltet jährlich über 2 TWh Energie – das entspricht einem Energievolumen von rund einer halben Milliarde Euro bei den Kunden des Unternehmens. Aktuell werden Anlagen in Belgien, den Niederlanden und der Schweiz betrieben, darunter Photovoltaikanlagen, Windkraftanlagen, Batteriespeicher, Elektrokessel und EV-Ladeinfrastruktur.
Von Energiekostenrisiko zum Wettbewerbsvorteil
Der Wandel von Kohle- und Kernkraft hin zu Wind- und Solarenergie hat die Strompreise deutlich volatiler gemacht. Preise schwanken heute nicht mehr saisonal, sondern innerhalb von Minuten. Für große Unternehmen mit hohem Energieverbrauch ist das ein unmittelbares finanzielles Risiko.
Dazu kommt ein strukturelles Problem in der eigenen Organisation: Lokale Teams verwalten die Anlagen vor Ort – Solarmodule, Batterien, Ladestationen – während zentrale Einkaufs- und Finanzteams Energieverträge und Absicherungsstrategien verantworten. Die Koordination zwischen beiden Seiten läuft heute meist über manuelle Prozesse und Tabellen – ausreichend für die Vergangenheit, aber zu langsam für die heutige Marktdynamik.
Genau hier setzt Companion.energy an. Die Plattform verbindet die Anlagen eines Unternehmens in Echtzeit mit Großhandels-, Intraday- und Regelenergiemärkten und bringt Betriebsdaten, Vertragsstrukturen, Netzkosten und Marktpreise auf einer Oberfläche zusammen. Die Software prognostiziert den Energiebedarf kontinuierlich, ermittelt die optimalen Zeitpunkte zum Verbrauch, zur Speicherung oder zum Verkauf von Energie und steuert die Anlagen automatisch – ohne manuellen Eingriff.
Das Ergebnis: Unternehmen hören auf, Preisschwankungen passiv hinzunehmen, und beginnen stattdessen, ihre operative Flexibilität aktiv als wirtschaftlichen Vorteil zu nutzen.
Starkes Wachstum mit multinationalen Kunden
Companion.energy arbeitet bereits mit einigen der größten Energieverbraucher Europas zusammen. Zum Kundenstamm gehören TotalEnergies, KPN, der Port of Antwerp-Bruges, Interparking und die Proximus Group – ergänzt durch Logistikunternehmen, Telekommunikationsanbieter und Immobilienportfolios. Mehr als 30 Großunternehmen nutzen die Plattform direkt; über Partnerschaften mit Energieversorgern werden weitere 75+ Kunden erreicht.
Innerhalb eines Jahres hat das Unternehmen seinen Kundenstamm und seinen Umsatz verzehnfacht und dabei die Marke von einer Million Euro jährlich wiederkehrendem Umsatz überschritten. Bestehende Kunden weiten die Nutzung der Plattform kontinuierlich aus. Die Software hat bereits unter Beweis gestellt, dass sie Tausende von Anlagen und Datenpunkten gleichzeitig über mehrere Märkte und Anlagentypen hinweg verarbeiten kann.
Die Gründer Thomas Vyncke und Jonas Verstraeten haben vor der Gründung von Companion.energy jahrelang große Energieprojekte für führende Industriekonzerne umgesetzt. Das dabei aufgebaute Know-how ist direkt in das Produkt eingeflossen und hat ihnen die Glaubwürdigkeit und das Netzwerk verschafft, um von Anfang an multinationale Unternehmenskunden zu gewinnen.
Mit dem neuen Kapital wird Companion.energy seine Expansion in Europa beschleunigen und das Team gezielt ausbauen.
Warum Realyze Ventures investiert hat
Gebäude werden zunehmend mit eigenen Energieanlagen ausgestattet – Solarmodule, Batteriespeicher, Ladestationen, Wärmepumpen. Mit wachsender Verbreitung steigt auch ihr Potenzial, aktiv an Energiemärkten teilzunehmen, anstatt lediglich Strom zu verbrauchen. Je dynamischer das Stromnetz wird, desto mehr wird die Fähigkeit, Gewerbe- und Industriestandorte intelligent zu steuern – CO₂-Emissionen zu senken, Energiekosten zu reduzieren und Energie flexibel zu handeln – zum echten Wettbewerbsvorteil. Companion.energy ist ein zentraler Enabler dieser Entwicklung.
Das Investment stärkt den Energiefokus innerhalb des Realyze-Portfolios. Companion.energy ist Teil einer klaren Portfoliostrategie: Realyze Ventures setzt auf Unternehmen, die Gebäuden und Industriestandorten helfen, ihre Energieflüsse intelligenter zu steuern – durch Kostensenkung, Emissionsreduzierung und die Erschließung neuer Erlösquellen aus den vorhandenen Anlagen.
Die Investoren von Realyze Ventures, darunter führende Unternehmen aus der europäischen Bau- und Immobilienwirtschaft, wollen zunehmend integrierte Energielösungen als Teil ihres Leistungsangebots anbieten – über den eigentlichen Bauprozess hinaus. Plattformen wie Companion.energy eröffnen ihnen genau diese Möglichkeit.
„Energieteams in Unternehmen operieren heute in Märkten, die sich im Minutentakt bewegen – nicht mehr im Monatsrhythmus”, sagt Thomas Vyncke, Mitgründer von Companion.energy. „Die operative Komplexität hat sich grundlegend verändert, die meisten Softwarelösungen jedoch nicht. Unsere Kunden wollen kein weiteres Dashboard und keinen weiteren Berater. Sie wollen ein System, das den Energiebetrieb kontinuierlich steuert und optimiert.”
„Wir sind beeindruckt von der Robustheit der Software von Companion.energy und ihrer Fähigkeit, hochkomplexe Energieumgebungen über mehrere Standorte und Märkte hinweg zu managen”, sagt Marnix Roes, Investment Manager bei Realyze Ventures. „Deutschland allein bietet ein enormes Potenzial, da Industrie- und Gewerbeunternehmen zunehmend nach Wegen suchen, Flexibilität, Elektrifizierung und Energieexposition operativ statt manuell zu optimieren.”
