Wohnen | Studien

Kaufmarkt weiter stabil – Unsicherheiten bleiben

WohnBarometer | 1. Quartal 2026

Berlin, 01.04.2026
Kaufpreisentwicklung Deutschland

Das ImmoScout24 WohnBarometer für das 1. Quartal 2026 zeigt ein gemischtes Bild: Der Kaufmarkt bleibt stabil, die Nachfrage geht jedoch spürbar zurück.

  • Die Nachfrage nach Wohneigentum geht im ersten Quartal zurück – trotz kurzfristigem Anstieg im März (+7 Prozent in den Top-5-Metropolen).
  • Die Preisdynamik nimmt ab, mit Ausnahme von Bestandswohnungen, wo die Kaufpreise mit +1,4 Prozent stärker als im Vorquartal steigen.
  • Neubaupreise bleiben auf Niveau des Vorquartals, während einzelne Städte wie Leipzig (+2,1 Prozent) leichte Impulse setzen.

Der deutsche Immobilienkaufmarkt startet 2026 mit stabilen Preisen, die Stimmung bleibt jedoch verhalten. Erste Erholungstendenzen zeigen sich vor allem bei Bestandswohnungen, gleichzeitig dämpfen wirtschaftliche Unsicherheit und geopolitische Spannungen die Nachfrage.

„Viele Kaufinteressierte warten derzeit wegen der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten ab“, sagt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24. „Der Nachfrageanstieg im März ist aus unserer Sicht kurzfristig zur Sicherung noch niedrigerer Zinsen. Für den weiteren Jahresverlauf erwarten wir eine Seitwärtsbewegung der Preise.“

Nachfrageanstieg zum Ende des Quartals

Die Nachfrage nach Wohneigentum sinkt im ersten Quartal 2026 insgesamt. Im Vergleich zum Vorquartal gehen die Anfragen für Wohneigentum in den Metropolen um rund 8 Prozent und in deren Umland um 5 Prozent zurück. Auch in den kreisfreien Städten und im ländlichen Raum sinkt die Nachfrage jeweils um 8 Prozent.

Zum Quartalsende setzt jedoch eine klare Gegenbewegung ein. In den fünf größten Städten Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main ist die Nachfrage im März um rund 7 Prozent angestiegen. Ein Grund dafür dürfte sein, dass viele Kaufinteressierte noch das aktuelle Zinsniveau nutzen wollen.

Bestandswohnungen: Preise steigen am stärksten in Köln und Leipzig

Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen im Bestand steigen deutschlandweit im ersten Quartal 2026 um 1,4 Prozent auf 2.610 Euro pro m². In den acht größten Metropolen fällt der Anstieg mit durchschnittlich +1,1 Prozent etwas geringer aus.

Die stärksten Preiszuwächse zeigen sich in den günstigeren Metropolen: In Leipzig steigen die Kaufpreise um +1,4 Prozent auf 3.034 Euro pro Quadratmeter und in Köln um +2,3 Prozent auf 4.441 Euro. Auch in Berlin steigen die Preise mit +1,1 Prozent spürbar. Die geringste Preisentwicklung zeigt sich in München mit einem Plus von 0,3 Prozent – allerdings auf 8.288 Euro pro m², dem höchsten Preisniveau aller Metropolen

Im Jahresvergleich sind die dynamischsten Preisentwicklungen ebenfalls in Köln (+6,5 Prozent), Leipzig (+5,5 Prozent) und Berlin (+5,4 Prozent). Die schwächste Entwicklung zeigt sich in Stuttgart mit einem Plus von 0,9 Prozent.

Neubauwohnungen: Stabile Seitwärtsbewegung in den meisten Städten

Im Neubau bleiben die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im bundesweiten Schnitt mit +0,1 Prozent auf dem Niveau des Vorquartals (4.139 Euro pro m²). In den Metropolen ist etwas mehr Dynamik zu beobachten (+0,8 Prozent).

Ein starkes Wachstum der Kaufpreise zeigt sich in Leipzig (+2,1 Prozent). Auch in Frankfurt am Main steigen die Preise mit +1,3 Prozent auf 7.362 Euro pro m². In Düsseldorf fällt der Zuwachs mit +1,5 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich aus. Nahezu seitwärts entwickeln sich dagegen die Preise in Köln, München und Stuttgart mit jeweils +0,2 Prozent. In Berlin bleiben die Preise im Vergleich zum Vorquartal unverändert.

Leipzig zeigt auch im Jahresvergleich mit +5,2 Prozent den stärksten Anstieg der Kaufpreise, gefolgt von Hamburg (+4,8 Prozent) und Köln (+4,4 Prozent).

Einfamilienhäuser: Gute Entwicklung in Berlin, Hamburg und Leipzig

Die Preise für Einfamilienhäuser im Bestand entwickeln sich im ersten Quartal 2026 insgesamt stabil. In der gesamtdeutschen Betrachtung steigen die Preiseleicht um +0,8 Prozent. In den Metropolen ist wenig Bewegung. Nur in München erreicht die Preisentwicklung mit +0,8 Prozent das Niveau des Bundesdurchschnitts. Im Jahresvergleich gibt es ein Wachstum von +3,4 Prozent in Hamburg und Leipzig. Im Neubau legen die Hauspreise deutschlandweit eine Pause ein (-0,1 Prozent). In Köln sind die Hauspreise mit +1,6 Prozent am stärksten innerhalb eines Quartals gestiegen. In den übrigen Metropolen bleibt die Preisentwicklung in einer Spanne zwischen -0,2 und +0,4 Prozent. Im Jahresvergleich steigen die Kaufpreise am stärksten in Berlin (+5,0 Prozent) und Hamburg (+3,5 Prozent), während sie in Frankfurt am Main zurückgehen (-1,5 Prozent).

Quelle: ImmoScout24
Quelle: ImmoScout24