Baugenehmigungen steigen kontinuierlich, aber keine Entspannung am Wohnungsmarkt
Die Halbjahresbilanz bestätigt einen durchgehenden Aufwärtstrend
Das Statistische Bundesamt hat die aktuellen Baugenehmigungszahlen für Juni sowie die Halbjahresbilanz 2026 veröffentlicht. Bundesweit wurden im Juni 21.600 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im besonders relevanten Segment der Mehrfamilienhäuser zeigt sich mit 67.000 genehmigten Einheiten im ersten Halbjahr 2026 (+16,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum) eine erfreuliche Entwicklung – denn gerade in Metropolregionen fehlt das ausreichende Angebot an Wohnraum.
Die Halbjahresbilanz bestätigt einen durchgehenden Aufwärtstrend: Im gesamten ersten Halbjahr 2026 wurden 126.300 Wohnungen genehmigt, was einem Anstieg von 15,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Dieser konsistente Zuwachs über alle Monate hinweg lässt vorsichtig optimistisch auf das zweite Halbjahr blicken – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen bei Finanzierung und Baukosten bleiben stabil.
„Ein dauerhafter Aufschwung ist damit aber noch nicht gesichert: Genehmigungen sind ein Frühindikator, keine Baubeginnanzeige“, kommentiert ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan die neuen Zahlen. „Für eine echte Entspannung am Wohnungsmarkt in Form von Fertigstellungen muss jetzt unter anderem beim Gebäudetyp E schnell Klarheit geschaffen werden“, so Özkan weiter.
„Gewerbe zu Wohnen“: Baustein, aber kein Allheilmittel
Wie drängend die Wohnungsfrage mittlerweile ist, ist auch an der hohen öffentlichen Aufmerksamkeit ersichtlich, die derzeit die Umwidmung von Gewerbe zu Wohnen erfährt. „Umnutzung ist ein wichtiger Baustein, aber sie ersetzt den Neubau nicht. Das grundsätzliche Problem der Wohnungsbaukrise – vor allem in den Metropolregionen – wird damit nicht behoben“, konstatiert die ZIA-Hauptgeschäftsführerin.
Neubau ist und bleibt unverzichtbar
Eine nachhaltige Entspannung ist ohne einen deutlichen Anstieg des Wohnungsneubaus nicht erreichbar. Der ZIA fordert von der Politik schnell konkrete Schritte: Neben Klarheit beim Gebäudetyp E sind ein verlässlicher Finanzierungsrahmen, investitionsfreundliche Bedingungen sowie der konsequente Abbau regulatorischer Kostentreiber notwendig.
Özkan betont: „Wer bezahlbaren Wohnraum schaffen will, muss das Bauen wieder vereinfachen – und zwar vom Bauantrag bis zum fertigen Haus.“
