Aengevelt analysiert sinkende Umsätze am Büromarkt Frankfurt
Abwärts: Büroflächenumsatz nahezu halbiert / Aufwärts: Angebotsreserve wächst weiter / Anstieg: Spitzenmietniveau zieht an
Verhaltene Umsatzdynamik
• Nach Analysen von Aengevelt Research erzielte der Frankfurter Büromarkt im ersten Halbjahr 2026 einen Büroflächenumsatz (inkl. Eigennutzer) von rd. 177.000 m². Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2025: 344.000 m²) bedeutet dies nahezu eine Halbierung. Auch das Dekadenmittel (Ø 1. Halbjahr 2016 – 2025: 215.500 m² p.a.) wird um 18 % verfehlt.
Zudem ist Frankfurt damit nach Platz 1 im Vorjahreszeitrum im ersten Halbjahr 2026 auf Platz 4 der bundesweit umsatzstärksten Büromärkte hinter Berlin (380.000 m²), München (355.000 m²) und Hamburg (185.000 n²) zurückgefallen.
• Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert Aengevelt für Frankfurt einen Büroflächenumsatz um 400.000 m². Dieser Wert läge rd. 29 % unter dem Vorjahreswert (2025: rd. 564.000 m²) und auch das Niveau des Zehnjahresmittels (Ø 2016 – 2025: 486.000 m²) würde um rd. 18 % verfehlt.

Weiterer Anstieg der Angebotsreserve
• Nachdem die kurzfristig verfügbare Angebotsreserve (bezugsfähig innerhalb von drei Monaten) in Frankfurt 2022 deutlich gegenüber dem Vorjahr von rd. 1.030.000 m² auf rd. 940.000 m² sank, erhöhte sie sich bis Ende 2023 wieder um etwa 110.000 m² auf rd. 1.050.000 m².
• Bis Ende Juni 2026 analysiert Aengevelt Research einen weiteren Anstieg der Angebotsreserve um rd. 13 % auf rd. 1.390.500 m². Gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt (Ende Juni 2025: 1.290.000 m²) bedeutet dies eine Erhöhung um rd. 8 %.
• Die Leerstandsquote hat sich analog dazu von rd. 11,3 % Ende Juni 2024 auf rd. 11,6 % bei einem Gesamtbüroflächenbestand von rd. 12 Mio. m² erhöht.
• Bis Ende 2026 prognostiziert Aengevelt Research einen weiteren leichten Anstieg des Büroflächenangebotes auf rd. 1.420.000 m².
Unterdurchschnittliche Büroflächenfertigstellung
• Für 2026 prognostiziert Aengevelt Research ein Fertigstellungsvolumen von rd. 120.000 m². Das wären zwar doppelt so viel wie 2025 (rd. 60.000 m²). Der Wert läge damit dennoch um rd. 12 % unter dem Dekadenmittel (Ø 2016 – 2025: 136.400 m² p.a.). Zudem sind angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen zusätzlich krisenbedingte Verzögerungen bei den Fertigstellungen möglich.
Weiter anziehendes Mietpreisniveau
• Ungeachtet einer wachsenden Angebotsreserve erhöhte sich die Spitzenmiete in Frankfurt bis Ende Juni 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt um 7 % auf EUR 55,-/m² (Ende Juni 2025: EUR 51,50/m²). Dahinter steht die steigende Nachfrage nach modernen, möglichst ESG-konformen Büroflächen, die in Frankfurt nach wie vor knapp sind. Entsprechend ist bis Jahresende 2026 von einem insgesamt stabilen Spitzenmietniveau auszugehen.
• Die mittlere Miete in Citylagen zog ebenfalls an, und zwar um 8 % auf aktuell EUR 33,50/m² (Ende Juni 2025: EUR 31,-/m²).
