Büro | Märkte

Flächenengpass lässt Mieten für Frankfurter Topbüros steigen

Vermietungsergebnis halbiert sich im Jahresvergleich

Frankfurt am Main, 07.07.2026

Der Frankfurter Büromarkt hat im zweiten Quartal dieses Jahres wieder etwas Fahrt aufgenommen. Mit einem Flächenumsatz von 101.700 m² liegt das Vermietungsergebnis deutlich über dem Wert des ersten Quartals (75.200 m²). Im Vergleich zum Vorjahr (146.100 m²) ergibt sich allerdings ein Rückgang von fast einem Drittel. In Summe beträgt der Flächenumsatz im ersten Halbjahr 2026 somit 176.900 m² – halb so viel wie im Vergleichszeitraum 2025.

Anders als im Vorjahr finden zurzeit kaum großvolumige Büroanmietungen in Frankfurt statt. Nur der Eigennutzerdeal der DZ Bank über 21.200 m² in der Mainzer Landstraße 50 knackte im ersten Halbjahr die 10.000-m²-Marke. Dahinter reihen sich mehrere mittelgroße Abschlüsse ein, unter anderem die Anmietung der Anwaltskanzlei Willkie, Farr & Gallagher am Opernplatz 2 über 5.900 m². Marktkreisen zufolge liegt der Mietpreis jenseits der 70-Euro-Marke. „Das ist ein absolutes Filetgrundstück in Frankfurt, für das entsprechend Höchstmieten bezahlt werden“, kommentiert Suat Kurt, Senior Team Leader Office Leasing und Niederlassungsleiter JLL Frankfurt. Die Hälfte der Gebäudefläche ist noch frei und Kurt rechnet damit, dass sie in mehreren kleineren Abschlüssen in diesem Jahr vermietet wird. „Auch der Büroturm T1 im Four dürfte in den kommenden Monaten vollvermietet sein. Ab diesem Zeitpunkt wird es in der Stadt keine verfügbaren Neubauflächen mehr geben“, verdeutlicht Kurt. 

Die Nachfrage nach hochpreisigen Topflächen ist in Frankfurt ungebrochen. Kurt schätzt die laufenden Gesuche für den Frankfurter CBD auf 150.000 bis 200.000 m². Einiges davon könnte angesichts der Flächenknappheit in die benachbarten Lagen abwandern, wie etwa rund um die Messe. Kurt erwartet, dass es hier zu mehreren Abschlüssen kommen wird. „Der Druck auf die Nutzer ist hoch. Wer zu lange zögert, kommt nicht mehr zum Zug oder muss auf die B- oder C-Variante zurückgreifen.“

Aufgrund des Nachfrageüberschusses steigen die Büromieten in Frankfurt kontinuierlich. In der Spitze werden aktuell 55 Euro/m² aufgerufen, vor einem Jahr waren es noch 52 Euro/m². Bis Jahresende prognostiziert Kurt einen weiteren Anstieg auf mindestens 56 Euro/m². Beim Leerstand zeichnet sich eine Stabilisierung ab. Aktuell beträgt die Leerstandsquote 11,1 Prozent und liegt damit ein Prozentpunkt über dem Vorjahreswert. Unverändert dominiert das Bankenviertel den Bürovermietungsmarkt mit einem Anteil am Flächenumsatz von 25 Prozent, gefolgt von der City (16 Prozent), Flughafen und Messe (jeweils sieben Prozent). 

Bis zum Jahresende erwartet Kurt noch den ein oder anderen größeren Mietabschluss: „Die stärkeren Quartale liegen noch vor uns, daher bin ich optimistisch, dass die Marke von 500.000 m² in diesem Jahr erreicht wird.“

Quelle: JLL