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Retail Index bestätigt Widerstandsfähigkeit des europäischen Einzelhandelsmarkts

Europa bleibt attraktivste Einzelhandelsregion – Stabilität ist Europas größter Wettbewerbsvorteil – Polen, Tschechien und Portugal stehen an der Spitze im EU-15-Index

Hamburg, 27.05.2026

Europa bleibt trotz wachsender geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit die weltweit attraktivste Einzelhandelsregion. Das geht aus dem aktuellen Global Retail Attractiveness Index (GRAI) hervor, der von Union Investment und NIQ-GfK erhoben wird. Obwohl sich der EU-15-Einzelhandelsindex im ersten Quartal 2026 nach der starken Dynamik des Jahres 2025 leicht abschwächte, erreicht die Region immer noch beeindruckende 115 Punkte und behält damit einen deutlichen Vorsprung vor Nordamerika (99 Punkte) und dem asiatisch-pazifischen Raum (97 Punkte).

Obwohl sich die Verbraucherstimmung und das Vertrauen der Einzelhändler in den vergangenen beiden Quartalen insgesamt leicht abgeschwächt haben, was auf höhere Energiepreise, anhaltende geopolitische Spannungen und die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit zurückzuführen ist, hält die tatsächliche Einzelhandelsaktivität weiterhin stand. In der gesamten EU-15-Region bleibt der Einzelhandel positiv und stützt die allgemeinen Marktaussichten.

„Dementsprechend zeigt der europäische Einzelhandelsmarkt eher Zeichen einer Stabilisierung als einer Schrumpfung. Die Kombination aus moderatem Vertrauen und einem gesunden Einzelhandel deutet auf einen Markt hin, der aktiv und anpassungsfähig bleibt und in der Lage ist, externe Schocks abzufedern“, so Roman Müller, Head of Investment Management Retail bei Union Investment. In einem zunehmend volatilen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfeld ist diese Stabilität zu Europas größtem Wettbewerbsvorteil geworden.

„Was Europa auszeichnet, ist nicht explosives kurzfristiges Wachstum, sondern Ausgewogenheit und Widerstandsfähigkeit. Der Einzelhandel bleibt gesund, die Verbraucher geben weiterhin Geld aus, und viele Einzelhändler bewahren trotz schwieriger makroökonomischer Bedingungen ihr Vertrauen“, so Laura Roll, Senior Investment Manager Retail bei Union Investment.

Stabiler Konsum trotz schwächerer Stimmung

Eine der auffälligsten Entwicklungen im aktuellen GRAI, der Verbraucher- und Einzelhandelsvertrauen, Arbeitslosenquote sowie Einzelhandelsumsätze zusammenfasst, kommt aus Tschechien. Das Land verzeichnete einen der stärksten Anstiege des Verbrauchervertrauens in ganz Europa (+16,2 Punkte), während gleichzeitig das Vertrauen im Einzelhandel dramatisch zurückging (-24,5 Punkte). Diese ungewöhnliche Divergenz spiegelt einen Markt wider, in dem die Haushalte zunehmend optimistisch sind, während die Einzelhändler hinsichtlich der künftigen wirtschaftlichen Lage weiterhin vorsichtig bleiben. Trotz der schwächeren Stimmung im Einzelhandel bleibt Tschechien insgesamt jedoch einer der leistungsstärksten Einzelhandelsmärkte Europas: Mit einem Indexwert von 126 Punkten im ersten Quartal 2026 liegt das Land deutlich über dem EU-Durchschnitt und hinter Polen (136 Punkte) auf Platz 2 im aktuellen GRAI. Auf Platz 3 folgt Portugal mit 123 Punkten.

Frankreich ist ein weiteres Beispiel für die uneinheitlichen Entwicklungen, die derzeit die europäische Einzelhandelslandschaft prägen: Das Verbrauchervertrauen bleibt schwach, die Arbeitsmarktindikatoren verschlechtern sich weiter, und das Land verzeichnete einen weiteren Rückgang seines Gesamt-Einzelhandelsindex um minus zwei auf 109 Punkte. Dennoch bleibt der Einzelhandel selbst positiv, was erneut das allgemeine europäische Muster einer widerstandsfähigen Konsumaktivität trotz schwächerer Stimmung unterstreicht.

Weiterführende Informationen

www.union-investment.de/realestate