23 Millionen Projekt in Hagen: Deutschlands größte genossenschaftliche serielle Sanierung
Der Wohnungsverein Hagen und das Berliner Unternehmen ecoworks realisieren die bislang größte genossenschaftliche serielle Sanierung in Deutschland. Im Stadtteil Hagen-Helfe werden insgesamt zwölf Wohngebäude durch serielle Sanierungsmaßnahmen umfassend energetisch modernisiert mit einem Investitionsvolumen von 23 Millionen Euro. Ziel ist es, die 192 Wohnungen auf den KfW-Effizienzhausstandard 55 (EH 55) zu heben und einen bilanziell treibhausgasneutralen Gebäudebetrieb zu erreichen.
Industrielle Vorfertigung statt jahrelanger Baustelle
Die zwölf Gebäude aus dem Jahr 1966 umfassen eine Wohnfläche von rund 15.000 Quadratmetern. Im Rahmen der seriellen Sanierung werden unter anderem Bauteile wie Fassadenelemente industriell vorgefertigt. Damit wird die Bauzeit vor Ort drastisch reduziert und die Belastung für die Mieter:innen im bewohnten Zustand wesentlich minimiert.
„Energetische Modernisierungen sind der Schlüssel zu einem CO₂-neutralen Gebäudebestand“, erklärt Sebastian Greese, Geschäftsführer des Wohnungsvereins Hagen eG. „Mit der seriellen Sanierung durch ecoworks setzen wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie im Quartier Helfe konsequent um. So machen wir unseren Bestand fit für die Zukunft und senken CO₂-Ausstoß sowie Heizkosten für unsere Mieterinnen und Mieter spürbar.“
Klimaneutrale Wohnungen mit bezahlbare Mieten
„Dieses Vorzeigeprojekt mit zwölf Gebäuden zeigt das enorme Potenzial der seriellen Sanierung für die Dekarbonisierung des Gebäudebestands“, sagt Emanuel Heisenberg, Gründer und CEO von ecoworks. „Durch unseren extrem hohen Vorfertigungsgrad machen wir eine effiziente, schnelle und klimaneutrale Transformation der Wohnungswirtschaft skalierbar. Gemeinsam mit dem Wohnungsverein Hagen beweisen wir einmal mehr, dass sich ganze Quartiere in Rekordzeit energetisch seriell sanieren lassen.“
Die Maßnahmen der seriellen Sanierung im Detail:
- Thermische Gebäudehülle: Die Gebäude erhalten industriell vorgefertigte Holzrahmen-Fassadenmodule. Dämmung, Fenster und elektrische Rollläden sind ab Werk integriert.
- Dach & PV-Anlage: Die Flachdächer werden neu gedämmt und abgedichtet. Eine leistungsstarke Photovoltaikanlage speist den erzeugten Strom vollständig ins Netz ein.
- Wohnkomfort: Deutlich größere und überdachte Vorstellbalkone ersetzen die Loggien.
- Haustechnik: Die zentrale Fernwärmeversorgung bleibt erhalten. Ergänzend sorgen dezentrale Abluftventilatoren und Nachströmöffnungen in den Fenstern für ein optimales Raumklima.
Etwa 75 Prozent der Wohngebäude in Deutschland sind energetisch sanierungsbedürftig und die aktuelle Sanierungsrate liegt bei unter einem Prozent pro Jahr. Mit der seriellen Sanierung kann die Sanierungsrate deutlich erhöht, Kosten gesenkt und ausreichend bezahlbarer Wohnraum schneller zur Verfügung gestellt werden.
Messbare Erfolge: 36 Prozent weniger Endenergiebedarf
Der Endenergiebedarf des Projektes sinkt voraussichtlich um 36 Prozent. Durch die serielle Sanierung der Gebäudehülle in Kombination mit der lokalen Stromerzeugung mittels PV-Anlagen werden im gesamten Quartier jährlich knapp 190 t CO₂-Emissionen eingespart. Diese Bilanz macht das Quartier Helfe 1 zu einem wegweisenden Vorzeigeprojekt für den klimaneutralen Gebäudebetrieb.
Das Quartier Helfe wird damit zu einem wegweisenden Vorzeigeprojekt für klimaneutralen Gebäudebetrieb – und demonstriert, dass sich die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung im Gebäudesektor durch industrielle Sanierungsmethoden auch in der genossenschaftlichen Wohnungswirtschaft wirtschaftlich umsetzen.
