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100 MW / 400 MWh in Bergedorf: Flower aus Schweden bringt Hamburgs größtes Batteriespeicherprojekt zur Baureife

Das schwedische Energy-Tech-Unternehmen Flower hat ein Batterieenergiespeichersystem (BESS)-Projekt mit 100 MW / 400 MWh in Bergedorf in den baureifen Status überführt und gemeinsam mit lokalen Stakeholdern erforderliche Netzanschlüsse und Genehmigungen gesichert.

Hamburg-Bergedorf, 08.05.2026
Flower aus Schweden bringt Hamburgs größtes Batteriespeicherprojekt zur Baureife

Mit dem Projekt entsteht in Hamburg nicht nur der momentan mit weitem Abstand größte Batteriespeicher der Stadt, sondern nach aktuellem Kenntnisstand auch der größte Batteriespeicher innerhalb einer deutschen Großstadt. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2028 geplant. Der Speicher soll künftig dazu beitragen, das Stromnetz zu stabilisieren, erneuerbare Energien besser nutzbar zu machen und Stromspitzen aus Wind- und Solarenergie effizienter in das Energiesystem zu integrieren. Damit wird die Energiewende ein gutes Stück weiter in der Praxis umgesetzt.

Die Energieunabhängigkeit entsteht nicht nur durch Erzeugung, sondern durch Speicherung des Stroms. Somit bietet das BESS-Projekt in Bergedorf einen wertvollen Teil der energiepolitischen Sicherheitsarchitektur der Stadt Hamburg. Batteriespeicher werden für die nächste Phase der Energiewende immer wichtiger: Je stärker der Anteil erneuerbarer Energien steigt, desto häufiger entstehen Phasen mit sehr hoher Einspeisung. Ohne ausreichende Speicher- und Flexibilitätslösungen kann Strom in solchen Situationen nicht immer sinnvoll genutzt werden, wird abgeregelt oder drückt die Preise an der Strombörse zeitweise in den negativen Bereich. Speicher wie das geplante BESS-Projekt von Flower können diese Energie aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt bereitstellen.

„Dies ist ein wichtiger Meilenstein in unserem Bestreben, Batteriespeicher in Deutschland zu skalieren und die Stabilität des nationalen und regionalen Stromsystems zu unterstützen. Mein herzlicher Dank gilt dem Bezirk Bergedorf, den Hamburger Energienetzen und all unseren lokalen Partnern, die dazu beigetragen haben, dieses Projekt Wirklichkeit werden zu lassen“, sagt John Diklev, Gründer und CEO von Flower.

Seit 2023 hat das interne Asset-Development-Team von Flower einen umfassenden Entwicklungsprozess für das Projekt geleitet, einschließlich Genehmigungsverfahren, Stakeholder-Management und Netzanschlussfreigaben.

„Wie bei all unseren intern entwickelten Projekten wurde auch dieses Projekt in enger Zusammenarbeit mit Kommunen, Grundstückseigentümern und Netzbetreibern entwickelt, um sicherzustellen, dass es sowohl lokal als auch für das übergeordnete Energiesystem einen Mehrwert schafft“, sagt Annie Olofsson, VP Asset Development bei Flower.

Unterstützt wurde Flower im Ansiedlungsprozess von Hamburg Invest. Die städtische Wirtschaftsförderung begleitet Unternehmen, die sich im Wirtschaftsraum Hamburg ansiedeln möchten, als One Stop Agency mit einem umfassenden, kostenlosen Service. Im Fall von Flower beriet Hamburg Invest insbesondere bei der Flächensuche und Standortentwicklung. Auch Scaleup Hamburg unterstützte den Prozess in einer frühen Phase. Der neue Standort in Bergedorf ist dabei optimal, da die Gewerbefläche von ca. 2 Hektar in Allermöhe aufgrund bodenspezifischer Besonderheiten für eine andere gewerbliche Nutzung faktisch nicht in Frage kommt, für einen Batteriespeicher aber sehr gut geeignet und gelegen ist.

„Unser Ziel ist es, innovative Unternehmen für Hamburg zu gewinnen und ihnen den Weg an den richtigen Standort so einfach wie möglich zu machen. Der Standort in Bergedorf ist besonders passend: mit der Nähe zum Energie-Campus der HAW Hamburg und zum entstehenden Innovationspark Bergedorf, der u.a. auf Erneuerbare Energien ausgerichtet ist. Genau solche Projekte zeigen sehr gut, wie Hamburg eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und die Energiewende zusammenbringt“, sagt Dr. Rolf Strittmatter, Geschäftsführer von Hamburg Invest.

Ausbau der Präsenz in Deutschland und Europa

Flower hat kürzlich die Übernahme eines BESS-Projekts mit 63 MW / 257 MWh in Döllnitz, Sachsen-Anhalt, bekannt gegeben. Parallel dazu hat das Unternehmen ein System mit 10 MW / 20 MWh im Saarland in den baureifen Status überführt und entwickelt mehrere weitere BESS-Projekte in ganz Deutschland.

Flower besitzt vier in Betrieb befindliche BESS-Standorte in seinem Heimatmarkt Schweden mit insgesamt 63 MW. Drei weitere intern entwickelte Projekte mit insgesamt 70 MW sollen dort im Jahr 2026 in Betrieb gehen. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen großskalige Batteriespeicherprojekte in den Niederlanden, Frankreich sowie Belgien und baut damit eine Multi-GWh-Entwicklungspipeline in Europa auf.