Asset Management | Studien

Allokationen in privaten Märkten erreichen neuen Höchststand

London, 29.01.2026

Laut der aktuellen jährlichen „Private Markets Study“ von Aviva Investors ist der durchschnittliche Anteil der Private Markets in den Portfolios globaler institutioneller Anleger auf 12,5 Prozent gestiegen. Dieser Wert ist der höchste, der bislang in der Studie ermittelt wurde, die nun bereits zum achten Mal durchgeführt wurde. Befragt wurden 500 globale institutionelle Anleger aus Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum, die zusammen ein Vermögen von 6,5 Billionen US Dollar* verwalten.

Von den drei untersuchten Regionen wiesen die institutionellen Anleger Nordamerikas – mit 14,4 Prozent ihres Gesamtportfolios, das in solche Strategien investiert ist – die höchste durchschnittliche Allokation in den Private Markets auf. Im Vergleich dazu lag dieser Wert in Europa bei 12,1 Prozent und im asiatisch-pazifischen Raum bei 11,9 Prozent. Nordamerikanische Investoren verzeichneten von den drei Regionen auch den größten Anstieg der Allokationen in Private Markets gegenüber dem Vorjahr mit einem Plus von fast 2 Prozent (12,5 Prozent).

Die diesjährige Studie ergab außerdem, dass 88 Prozent der institutionellen Anleger planen, ihre Allokationen in Private Markets in den nächsten zwei Jahren auszubauen (49 Prozent) beziehungsweise beizubehalten (39 Prozent). Dabei gehen 76 Prozent davon aus, dass die Renditen der Private Markets in den nächsten fünf Jahren die Renditen öffentlicher Märkte übertreffen werden. Im Vorjahr waren es 73 Prozent.

Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Befragten geben „Risiko- und Renditediversifizierung” als Hauptgrund für die Allokation an, dicht gefolgt von „dem Vorhandensein einer Illiquiditätsprämie” (55 Prozent), bei der Anleger mit höheren Renditen für die erhöhte Illiquidität einer Anlage entschädigt werden. Die vierteljährliche Studie „Illiquidity premia in private debt” (Illiquiditätsprämien bei privaten Schuldtiteln) von Aviva Investors belegt und quantifiziert das Konzept der Illiquiditätsprämien, nachdem mehr als 2.100 Transaktionen mit privaten Schuldtiteln aus einem Zeitraum von über 28 Jahren analysiert wurden. Im November stellte die Studie fest, dass die Illiquiditätsprämien bei Private Debt über dem langfristigen Durchschnittsniveau liegen.

David Hedalen, Leiter Private Markets Strategy & Research bei Aviva Investors, erklärt:

„Die diesjährige Studie zeigt die zunehmende Bedeutung von Illiquiditätsprämien als wichtigen Faktor für Anleger, die in Private Markets investieren. 55 Prozent der globalen Anleger betrachten sie als Treiber, gegenüber nur 25 Prozent im Jahr 2023. Anleger in Private Markets nutzen zunehmend bessere Daten, um Modelle zu kalibrieren und fundiertere Entscheidungen zu treffen. Illiquiditätsprämien sind Teil dieser
Überlegungen. Das wachsende Vertrauen in die Belohnung für die erhöhte Illiquidität in Portfolios wird das Bewusstsein der Anleger stärken, dass diese Vermögenswerte langfristig bessere Renditen erzielen
können. Wir glauben, dies erklärt, warum die Illiquiditätsprämie sich schnell zu einer zentralen Säule für
die Allokation in Private Markets entwickelt.“

In allen drei Regionen waren sich die Anleger einig, dass Private Equity (51 Prozent) und Infrastruktur Equity (46 Prozent) die Anlageklassen sind, von denen sie in den nächsten fünf Jahren die höchsten risikobereinigten Renditen erwarten. Darauf folgte in Nordamerika (31 Prozent) und Europa (34 Prozent) Private Corporate Debt. Institutionelle Investoren im Raum Asien-Pazifikhoben hingegen Real Estate Equity (32 Prozent) als die drittstärkste Option hervor. Real Estate Equity bleibt die dominierende Allokation im Bereich Private Markets weltweit und macht heute 22 Prozent der gesamten Private Markets-Allokationen institutioneller Investoren aus. Private Equity (21,5 Prozent, gegenüber 18,8 Prozent im Jahr 2024) und Private Corporate Debt (12,5 Prozent, gegenüber 10,3 Prozent) sind die beiden Anlageklassen, die seit der letzten Ausgabe der Studie den größten Anstieg der Gesamtallokationen verzeichnet haben.

David Hedalen dazu: „Immobilienaktien bleiben das dominierende Ziel für institutionelles Investorenkapital in den Private Markets. Bekanntheit, Größe und Tiefe des Marktes stützen weiterhin ihre prominente Rolle in institutionellen Portfolios. Obwohl die Daten darauf hindeuten, dass die Begeisterung etwas nachgelassen hat, scheinen Investoren eher bereit zu sein, wohlüberlegte Anpassungen bei ihrer Immobilien-Exposure vorzunehmen. Da der Markt nach seiner Korrektur im Jahr 2024 in einen neuen Zyklus eingetreten ist, spiegelt dies wohl eine durchdachte Neuausrichtung als Reaktion auf relative Wertchancen und strukturelle Überlegungen wider, statt eine völlige Neubewertung des Sektors.“

Da beitragsorientierte Pensionspläne (Defined Contribution, DC) mittlerweile 59 Prozent des gesamten Pensionsvermögens in den sieben größten Pensionsmärkten ausmachen2, stimmen 72 Prozent der DC Fonds weltweit zu, dass die Aufnahme von Vermögenswerten aus Private Markets in die Portfolios zu besseren Performance-Ergebnissen für die Mitglieder führen wird, wobei europäische Anleger dieser Aussage am meisten zustimmen (73 Prozent). 59 Prozent der DC-Fonds stimmen auch zu, dass bei der Berücksichtigung privater Märkte in DC-Portfolios der Fokus mehr auf langfristigem Wert und weniger auf den Kosten liegen sollte. Nur 13 Prozent der nordamerikanischen DC-Fonds sind der Meinung, dass Investitionen in Private Markets das Wirtschaftswachstum in ihrem Heimatland unterstützen sollten. Der globale Durchschnitt liegt bei 41 Prozent. In Europa sind es 52 Prozent und 41 Prozent im asiatisch pazifischen Raum.

DC-Fonds, die ihre Portfolios um Vermögenswerte aus den Private-Markets erweitert haben, bevorzugen Immobilien (59 Prozent), Private Debt (48 Prozent) und Private Equity (43 Prozent) als Anlageklassen.

Innerhalb von Private Debt betrachten alle drei Regionen Asset-Backed-Kredite (49 Prozent) sowie opportunistische und notleidende Schuldtitel (48 Prozent) als die Unteranlageklassen, in denen sie in den nächsten zwei Jahren die attraktivsten risikobereinigten Renditen erwarten.

David Hedalen erläutert: „Der Aufwind bei Private Credit ist ein weiterer spannender Trend in den diesjährigen Daten. Es ist nicht mehr nur ein Ersatz für Bankkredite, sondern eine spezialisierte, differenzierte Anlageklasse, die immer ausgefeilter wird und deren Vermarktungswege immer heterogener werden. Da die Anlageklasse weiter reift, ist es wichtig, dass Asset Manager institutionelle Investoren bei den zunehmend differenzierten und maßgeschneiderten Anlagestrategien beraten, aufklären und ihnen aufzeigen, wie sie am besten auf diese Investitionen zugreifen können. So kann sichergestellt werden, dass weiterhin eine enge Abstimmung mit den langfristigen Anlagebedürfnissen besteht. Letztendlich sehen wir aus diesem Grund starke Argumente für Strategien wie Multi-Sektor-Private-Credit, die sich je nach relativer Wertverschiebung über Sektoren und Kapitalstrukturen hinweg neu ausrichten lassen.“

Die Studie zeigt auch einen starken Anstieg des Interesses an Pooled-Fonds und Co-Investitionen im Vergleich zum Vorjahr: 58 Prozent der Befragten bevorzugen Pooled-Fonds mit einer einzigen Anlageklasse gegenüber 40 Prozent im Vorjahr: Und 54 Prozent geben an, dass Co-Investitionen ihr bevorzugter Weg zum Markt sind, gegenüber nur 35 Prozent im Vorjahr. Multi-Asset-Pooled-Fonds waren die drittbeliebteste Anlageform. 50 Prozent der Befragten nannten diese Option, was einen leichten Anstieg gegenüber 46 Prozent im Vorjahr darstellt.

Diese Präferenz für Co-Investitionen galt auch für große institutionelle Anleger, was eine deutliche Veränderung gegenüber der Vorjahresstudie darstellt. So bevorzugen 59 Prozent der Anleger mit einem verwalteten Vermögen von 10 bis 20 Milliarden3 und 57 Prozent der Anleger mit einem verwalteten Vermögen von 20 Milliarden oder mehr (jeweils in lokaler Währung) Co-Investitionen gegenüber anderen Zugangswegen. Im Vorjahr waren es lediglich 25 Prozent bzw. 38 Prozent. Für die größten Investoren ist der Zugang zu größeren Transaktionen am attraktivsten (55 Prozent), gefolgt von Kostensenkungen (47 Prozent) und dem Zugang zu hochwertigen Vermögenswerten (41 Prozent). 79 Prozent der globalen Investoren nannten die Flexibilität bei Ein- und Auszahlungen sowie das Fehlen einer festen Laufzeit oder Frist für den Ausstieg als den größten wahrgenommenen Vorteil von Evergreen-Fonds. Nur 30 Prozent hoben häufigere Bewertungen hervor.

David Hedalen, sagt: „Während Pooled-Fonds weiterhin der beliebteste Zugang sind, zeigen unsere Ergebnisse auch einen deutlichen Anstieg des Interesses an Co-Investment-Möglichkeiten bei institutionellen Investoren jeder Größe. Wir halten dies für eine bedeutende Erkenntnis. Sie deutet nicht nur auf eine Nachfrage nach besserem Zugang zu größeren Chancen hin, sondern könnte auch den Wunsch nach einer stärkeren Kontrolle der Portfolios auf der Ebene der Vermögenswerte unterstreichen sowie den Wunsch, Chancen zu ergreifen, die einen maßgeschneiderten Ansatz in Bezug auf Risiko- und Renditekennzahlen, Verbindlichkeitsprofile sowie andere nichtfinanzielle Ergebnisse, wie regionale Präferenzen, ermöglichen.“