Anstieg der Baugenehmigungszahlen – ZIA sieht 2026 als Lackmustest für den Reformwillen der Bundesregierung
Das Statistische Bundesamt hat heute die aktuellen Zahlen zu den Baugenehmigungen veröffentlicht. Im November 2025 wurden 20.100 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Anstieg von 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders relevant für den angespannten Wohnungsmarkt: Auch bei den Mehrfamilienhäusern gab es erneut ein Plus von 13,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
„Die Zahlen sind ermutigend – aber sie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir weiterhin dringend strukturelle Erleichterungen brauchen“, erklärt ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. Stabile Wachstumszahlen würden aber nur mit pragmatischen Reformen erreicht – so beim Gebäudetyp E oder bei der Novelle des BauGB.
„Der Gebäudetyp E muss als klar definierter, kostenoptimierter Basisstandard ausgestaltet werden – nicht als kompliziertes Sondermodell mit zusätzlichen Haftungsrisiken“, so Özkan. Gleichzeitig fordert der ZIA eine mutige Novellierung des Baugesetzbuchs, die Wohnungsbau erleichtert, Verfahren digitalisiert und Vorschriften entschlackt.
Mit Blick auf das Klimaschutzprogramm 2026 der Bundesregierung betont die Hauptgeschäftsführerin, Klimaschutz im Gebäudebereich könne nur gelingen, wenn die Reduktion des CO₂-Ausstoßes, Energieeffizienz und Bezahlbarkeit zusammen gedacht würden: „Förderprogramme müssen auch Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen erreichen, und Investitionen sollten vorrangig in energetisch besonders schlechte Gebäude fließen.“ Langfristig brauche der Gebäudesektor stabile Rahmenbedingungen, klare Prioritäten und gesellschaftliche Akzeptanz.

