08.06.2017

Asset Management Markt in Europa profitiert von Value-add Investoren

Der neue Catella Market Tracker „Starker Fokus auf Value-add Investments“ zeigt ein deutliches Interesse institutioneller Investoren an sog. Value-add-Investments. Mit weitreichenden Konsequenzen für die Wertschöpfung in den nachgelagerten Asset Management Märkten: für jeden investierten Euro in sog. Value-add Objekte werden in Europa im Schnitt Asset Management Maßnahmen von 20 Cent aktiviert.

Im Jahr 2016 wurden in Europa im gewerblichen Segment (Büro und Einzelhandel) Immobilien im Gesamtwert von 256 Mrd. EUR transaktioniert. Catella Research geht davon aus, dass davon rund 50 Mrd. EUR (20 %) auf Value-add-Immobilien entfallen. „Wir sehen im Basisszenario im Durchschnitt ein Potenzial an daraus resultierenden AM-Dienstleistungen von insgesamt 6 – 10 Mrd. EUR bis 2021“, so Dr. Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella. Im Durchschnitt liegt das AM-Potenzial damit bei knapp 1,6 Mrd. EUR in Europa pro Jahr. „Auf Basis der Transaktionen stellen wir fest, dass in einem europaweiten Vergleich mit Deutschland (25 %), Großbritannien (22 %) und Frankreich (14 %) das größte Value-add-Transaktionsvolumen im Jahr 2016 getätigt wurde“, so Beyerle weiter.



Was kommt nach der „Value –add“ Investition, weisen diese Immobilien doch ein strukturell höheres objekt-, mieter- bzw. standortspezifisches Risiko auf? Aus dieser risikoadjustierten Gemengelage muss deshalb dem Werthebel Asset Management zunehmend Beachtung geschenkt werden, so die Catella Analysten. Einfacher formuliert: für den Investor bedeutet eine Value-add-Klassifizierung ein damit einhergehender erhöhter Arbeitsaufwand mit der Immobilie selbst. In der aktuellen positiven Marktlage an den europäischen Immobilienmärkten stellt diese Gemengelage gleichwohl eine Chance auf eine Wertsteigerung dar. Die Stabilisierung bzw. Erhöhung der Cash-flow Komponente im Objekt ist hier eine taktische Zielvorgabe. Dies sollte freilich strategisch mit einer Erhöhung der Wertänderungsrendite in der Total Return Betrachtung einhergehen.



Abgeleitet aus den Motiven für Value-add-Investitionen der letzten Jahre werden die wertsteigenden Komponenten auf Objektebene bei rational agierenden Investoren bereits beim aktuellen Kaufpreis antizipiert. Obwohl eine generelle Aussage immer nur eine Indikation liefern kann und der operative Werthebel ausschließlich auf Objektebene zu sehen ist, geht Catella davon aus, dass von jedem investierten Euro rund 20 Cent Asset Management Maßnahmen in den kommenden Jahren aktiviert werden. Zwingend ist gleichwohl eine dokumentierte Kompetenz im strategischen und operativen Asset Management. Diese Fähigkeit stellt den eigentlichen Werthebel der Investition dar.

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