15.07.2017

Building Radar im Gespräch mit Konii

Die beiden Geschäftsführer vom PropTech-Unternehmen Building Radar stehen Rede und Antwort.

Konii:

Hallo Paul, hallo Leopold!

Schön, dass ihr wieder mal in Frankfurt seid. Seid doch so nett und erklärt uns in wenigen Sätzen, was genau euer Proptech-Unternehmen Building Radar macht.

Building Radar:

Building Radar ist eine Suchmaschine, die weltweit in Echtzeit neue Bauprojekte und Ausschreibungen findet und deren Projektstatus von der Planung bis zur Umsetzung aufzeichnet. Dadurch unterstützen wir Unternehmen weltweit, die ihre Produkte in Gebäude platzieren, von Wasserhähnen über Aufzüge bis hin zum Verleih von Kränen.

Konii:

Wer sind eure Kunden? Was genau machen die Kunden mit euerem Angebot?

Building Radar:

Building Radar ist für alle Unternehmen geeignet, die über neue und bestehende Bauprojekte zeitnah informiert sein möchten. Zu unseren Kunden gehören DAX-Konzerne, international tätige Mittelständler und auch Dreimannbetriebe in Europa, Süd- und Nordamerika sowie seit Kurzem verstärkt in Asien. Diese Kunden vertreiben u.a. Produkte oder Dienstleistungen, die in Gebäuden benötigt werden. Schauen Sie sich hier im Raum um: vom Fußboden, über Beleuchtung, bis hin zum Putzdienst, die Hersteller dieser Produkte und Dienstleistungen sind unsere Kunden. Diese warten nicht bis ein Kunde Sie anruft, sondern diese suchen pro-aktiv Bauvorhaben, die Ihre Produkte benötigen. Diese müssen wissen wann, wo, welche Art von Gebäude von wem gebaut wird, um Ihre Produkte an dieses Gebäude zu verkaufen. Mit Hilfe unserer Suchmaschine können die Vertriebs- und Marketingteams sowie Planungsabteilungen unserer Kunden neue Verkaufsmöglichkeiten frühzeitig identifizieren. Dieser Zeitvorsprung ermöglicht es ihnen Bauprojekte bereits bis zu vier Monate vor dem Wettbewerb zu identifizieren und somit ihre Produkte zum richtigen Zeitpunkt verkaufen zu können.

Konii:

Ihr seid in letzter Zeit immer wieder auf Startup-Kongressen ausgezeichnet worden. Was glaubt ihr woran das liegt?

Building Radar:

Das Feedback, das wir u.a. auf den Startup-Kongressen erhalten, bestätigt unsere Überzeugung, dass wir mit unserer auf Algorithmus- und Satellitentechnologie basierenden Suche eine Dienstleistung anbieten, die exakt in die aktuelle Phase der Digitalisierung passt. Gerade in Europa arbeiten die erfolgreichen Unternehmen sehr nahe an den neuesten, technologischen Entwicklungen. Einen Teil dieser Entwicklung gestaltet Building Radar seit 2015 mit. Daher sind wir sowohl bei zukunftsorientierten Unternehmen als auch bei zahlreichen Startup-Kongresse hoch im Kurs.

Konii:

Ihr seid drauf und dran, eure nächste Finanzierungsrunde abzuschließen. Wie ist denn der Stand? Kann man schon gratulieren?

Building Radar:

Wir sind im Moment in sehr fortgeschrittenen Gesprächen mit Investoren. Es ist allerdings noch nichts spruchreif. Eine Lektion, die wir gelernt haben ist, dass kein Deal vollzogen ist, bevor wirklich das Geld auf dem Konto ist.

Konii:

Was sind die größten Hürden für euch beim „Going to Market“?

Building Radar:

Die größte Herausforderung und das größte Potential liegt - wie so oft - auch bei uns sehr nahe beieinander. Durch die Vielseitigkeit unserer Kunden erhalten wir täglich neue, unterschiedliche Rückmeldungen, die wir in unsere Arbeit integrieren können. Dieser herausfordernden Aufgabe nimmt sich jeder unserer Teammitglieder täglich mit sehr viel Eigeninitiative und Kreativität an. Diese Dynamik mit unserem klaren Wachstumsziel zu vereinen, wird sicherlich eine spannende Aufgabe für die kommenden Jahre.

Konii:

Wie aufgeschlossen und verständnisvoll empfindet ihr eure etablierten Kunden und Partnerunternehmen, die teilweise selbst 100 Jahre alt sind?

Building Radar:

Gerade die etablierten Unternehmen haben ja bereits bewiesen, dass sie sich durch ihr Verständnis für den Markt über viele Jahrzehnte behauptet haben. Breites Interesse und Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Entwicklungen und technischen Dienstleistungen erfahren wir daher nicht nur von jungen Unternehmen und Unternehmern, sondern insbesondere auch von unseren traditionsreichen Kunden. Von diesen Unternehmen, die seit vielen Jahrzehnten bestehen, können wir uns sehr viel abschauen und davon lernen.

Konii:

Wie hilfreich schätzt ihr Business Angels generell ein?

Building Radar:

Neben der finanziellen Unterstützung, schätzen wir die persönliche Unterstützung durch unsere Investoren sehr. Das ist vermutlich nicht bei jedem Startup der Fall. Unsere Geschäftspartner stehen uns - wie gesagt, neben dem finanziellen Aspekt - auch beratend zur Seite.

Konii:

Wie seht ihr generell die Entwicklung von PropTech in Deutschland?

Building Radar:

Wir sind sehr erfreut zu sehen, dass immer mehr Unternehmen auftauchen, die Wind in die Branche bringen. Besonders positiv ist auch der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft innerhalb der Branche. Letztes Jahr hat sich deshalb auch der German Prop Tech Initiative formiert, in der sich Startups aus der Branche austauschen und gegenseitig unterstützen. Das nächste Meeting in München am 20.07.2017 findet sogar in unserem Büro statt und jeder Interessierte ist herzlich eingeladen. Hier gibts den Link zur Veranstaltung.

Konii:

Wo ist Building Radar nächstes Jahr und in naher Zukunft?

Building Radar:

Das Gründungsziel von Building Radar war es, mit der automatisierten Suche von Bauprojekten eine Dienstleistung anzubieten, die die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung und Programmierung vollkommen nutzt und weiterentwickelt. Mittelfristig soll Building Radar ein Marktplatz für b2b Unternehmen im Bausektor werden. Sämtliche Transaktionen zwischen Architekten/Bauherren und Zulieferern sollen direkt auf unserer Plattform stattfinden. Momentan arbeiten wir an dieser Zielsetzung mit rund 30 Mitarbeitern. Bis Ende des Jahres werden wir die Mitarbeiterzahl etwa verdoppelt haben. Unser persönliches Ziel als Geschäftsführer ist es dieses Wachstumsziel bei gleichbleibend hoher Motivation und Eigeninitiative unsere Mitarbeiter zu erreichen.

Danke für das Gespräch.

Das Interview wurde durchgeführt von Michael Wutzke.

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