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Cobalt Recruitment stellt Trendsanalyse 2026 vor

Berlin, 13.01.2026
Doreen von Bodecker.

Cobalt Recruitment, eine führende Personalberatung für die Immobilien-, Bau- und Infrastrukturwirtschaft, veröffentlicht jetzt seine Trendanalyse für 2026. Die Gespräche mit internationalen sowie nationalen Unternehmen, Investoren, Entwicklern sowie technischen Betriebsverantwortlichen zeigen ein klares Bild: Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, die digitale Transformation schreitet global voran – und das Thema Rechenzentren rückt stärker denn je in den Mittelpunkt. Hier die Trends zusammengefasst.

1. Rechenzentren: Wachstum trifft auf massiven Fachkräftemangel

Der Ausbau von Rechenzentren setzt sich europaweit ungebrochen fort – getrieben durch Cloud-Services, steigende Datenmengen und die rasant wachsende Nutzung von KI-Anwendungen. Dabei zeigt sich jedoch ein gravierender Engpass: Es fehlt an Fachkräften mit den hochspezialisierten technischen Kompetenzen, die für Betrieb, Ausbau und Sicherheit dieser kritischen Infrastruktur notwendig sind.

„Im Austausch mit Betreibern und technischen Verantwortlichen kristallisiert sich heraus: Fachkräfte im Bereich Rechenzentren sind äußerst rar. Die technische Spezialisierung ist hoch, die Anforderungen an Energieversorgung, Kühlung und Netzanschluss sind komplex — viele Unternehmen sehen sich deshalb gezwungen, Fachpersonal intern gezielt auszubilden und weiter zu qualifizieren“, so Doreen von Bodecker, Geschäftsführerin von Cobalt in Deutschland.

Die Folge: Unternehmen planen langfristiger, investieren stärker in interne Talententwicklung und weiten internationale Recruiting-Aktivitäten aus. Besonders gefragt sind Spezialisten aus Elektrotechnik, TGA, Energieversorgung sowie Techniker mit Rechenzentrums-Erfahrung.

2. KI als strategisches Kernthema – Europa im Rückstand

Ein zweiter klarer Trend betrifft den Einsatz von KI in der Wertschöpfung. Während Unternehmen in den USA und Asien KI bereits tief in operative Prozesse integrieren, bleibt Europa vielerorts zurück. „Im Gespräch mit internationalen Unternehmen wurde deutlich: Künstliche Intelligenz ist inzwischen ein strategisches Kernthema und wird in die Operative mit entsprechender Software integriert — bei der Umsetzung und Skalierung liegen nationale Unternehmen in Deutschland und teilweise Europa jedoch deutlich zurück“, so von Bodecker.

Gerade im Mittelstand zeigt sich ein ambivalentes Bild: KI-Tools wie ChatGPT werden zwar genutzt, doch strukturelle Voraussetzungen fehlen. „Bei zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen zeigt sich: KI-Programme wie ChatGPT werden genutzt, aber es fehlt weitgehend eine interne Spezialfunktion, die Anwendungspotenziale systematisch identifiziert und betreut“, ergänzt die Personalexpertin. Für Unternehmen bedeutet das: Ohne dedizierte Verantwortlichkeiten für KI-Strategie und -Implementierung bleibt das Potenzial ungenutzt.

3. Standortfrage wird zum Risiko: Fachkräfte meiden ländliche Regionen

Unabhängig von Branche und Unternehmensgröße bleibt die Standortfrage eine der größten Herausforderungen. Stellen jenseits der Metropolregionen sind zunehmend schwer zu besetzen. „Aus den Gesprächen mit Führungskräften wird klar: Stellen außerhalb großer Städte und Metropolregionen sind schwer zu besetzen. Dieses Problem betrifft gleichermaßen Konzerne und Mittelständler“, führt von Bodecker aus.

Remote-Work-Optionen entschärfen das Problem nur teilweise, da viele Funktionen – etwa im technischen Betrieb von Immobilien, Infrastruktur oder Rechenzentren – physische Präsenz erfordern.

4. Immobilien- und Bauwirtschaft: Gedämpfte Stimmung, keine Wende 2026

Die Erwartungen an einen konjunkturellen Aufschwung im Jahr 2026 erfüllen sich vermutlich nicht. Cobalt beobachtet in Gesprächen mit Investoren und Entwicklern eine weiterhin zurückhaltende Marktstimmung. „Die Marktstimmung in der Immobilien- und Baubranche ist verhalten. Das klare Feedback lautet: Kein kurzfristiger Aufschwung in Sicht. Sowohl Transaktionsvolumina als auch Finanzierungsbereitschaft bleiben voraussichtlich gedämpft – Investitions- und Projektentscheidungen werden dadurch nachhaltig geprägt. Die herbeigehoffte Wende 2026 bleibt aus – und das Konfetti in der Tasche“, fasst von Bodecker zusammen. Während Core-Assets und Rechenzentren weiterhin Interesse wecken, sind die Segmente Wohnen und Büro nach wie vor von Unsicherheit geprägt.

Fazit

2026 wird ein Jahr der strukturellen Herausforderungen – mit Chancen für jene Unternehmen, die frühzeitig handeln. Der Fachkräftemangel in Rechenzentren wird zum kritischen Faktor für die digitale Transformation. KI-Integration entscheidet zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit. Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, insbesondere außerhalb der Großstädte. Und die Immobilien- und Bauwirtschaft muss sich weiterhin auf ein gedämpftes Marktumfeld einstellen.

„Wir sehen deutlich, dass Unternehmen ihre Personal- und Technologieentscheidungen 2026 noch strategischer ausrichten müssen, um handlungsfähig zu bleiben“, so Doreen von Bodecker abschließend.