13.11.2017

Diese Einkaufsstraßen sind Kundenmagnete

13.11.2017

Diese Einkaufsstraßen sind Kundenmagnete

BNP Paribas Real Estate hat die wichtigsten Haupteinkaufsstraßen in 23 europäischen Städten[1] analysiert und die Resultate in der branchenweit ersten europäischen Studie zur Passantenfrequenz zusammengefasst. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Großbritannien, Deutschland, Spanien und Frankreich liefern sich ein heißes Rennen um die Top-5-Platzierungen der 30 belebtesten Konsumlagen in Europa:

  • Auf Platz eins liegt die Oxford Street in London mit einem Rekordwert von 13.560 Passanten pro Stunde
  • Die Studie verdeutlicht die Stärke der wichtigsten Großstädte in Deutschland: München (Kaufingerstraße, Platz 2) und Frankfurt (Zeil, Platz 4) sind beide unter den Top 5
  • Insgesamt haben es gleich fünf spanische Einkaufsstraßen in die Top 10 geschafft, unter anderem Madrid (Calle de Preciados, 3. Platz) und Barcelona (Passeig de Gracia, 6. Platz)
  • Die Champs Elysées in Paris komplettiert mit 10.300 Passanten pro Stunde das Führungsquintett

Mit Blick auf die 20 wichtigsten Luxus-Einkaufsstraßen wurden die fünf besten Ergebnisse in Frankreich, Spanien, Großbritannien und Dänemark erzielt:



  • Bei diesen Einkaufsstraßen handelt es sich um hochwertige Shoppingmeilen mit einem hohen Anteil an Luxusanbietern, die insbesondere bei Touristen beliebt sind
  • Im Luxussegment führt Italien mit der Via Condotti (Rom)

Passantenfrequenz in den wichtigsten europäischen Konsumlagen

Die Studie zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Passantenfrequenz und der Anzahl der Top-Lagen in der City der untersuchten Städte gibt: In Städten mit einem einzigen Einzelhandelskern, der aus zwei bis drei Haupteinkaufsstraßen besteht, werden die höchsten Kundenzahlen verzeichnet, da sich das Kundenpotenzial hier nur auf wenige Flaniermeilen fokussiert (etwa in München, Dublin, Prag, Zürich sowie den skandinavischen Städten). Dagegen gibt es in Metropolen wie London, Berlin und Paris aufgrund ihrer großen Einzugsgebiete nicht nur einen einzelnen Einzelhandelskern, sondern viele verschiedene Shopping-Quartiere. Auf ihren zwei renommiertesten und beliebtesten Einkaufsstraßen verzeichnen sie daher Rekordzahlen, wogegen in den restlichen Einzelhandelslagen eine moderatere Passantenfrequenz verbucht wird.

Verkehrsknotenpunkte des öffentlichen Nahverkehrs und Maßnahmen zur Stadterneuerung nehmen für die Passantenfrequenz eine Schlüsselrolle ein. So profitieren Haupteinkaufsstraßen in der Nähe solcher Verkehrsknotenpunkte, etwa in Oslo und Helsinki, von den Passantenströmen. Die Revitalisierung der Innenstädte führt nicht nur zu einem schöneren Einkaufserlebnis, sondern zieht auch neue Brands und Investoren an, wodurch die Vielfalt des Einzelhandelsangebots verbessert wird. Dies zeigte sich in jüngster Vergangenheit in Warschau, Wien und Lissabon. Die Ansiedlung neuer Retail-Konzepte, die sich in der Stadt beziehungsweise in dem jeweiligen Land etablieren wollen, wirkt sich positiv auf die Zahl der potenziellen Kunden aus. In machen Städten wie beispielsweise in Amsterdam konnte dadurch sogar ein Wandel in der Einzelhandelslandschaft beobachtet werden.

Die Rolle des Tourismus

Neben den wichtigsten Metropolregionen wartete auch eine Reihe kleinerer Städte mit beeindruckenden Zahlen auf: Wien, Dublin, Zürich und Stockholm finden sich unter den 20 wichtigsten europäischen Konsumlagen. Der Tourismus hat eine große Bedeutung für die wirtschaftliche und kulturelle Attraktivität dieser Städte. Dies unterstreicht beispielsweise die Tatsache, dass die Passantenfrequenzdaten im Juni erhoben wurden, wenn die meisten Touristen unterwegs sind und es in den skandinavischen Städten sehr lange hell ist. Bei den wichtigsten reinen Luxuslagen zieht die Via Condotti in Rom, die auf die Spanische Treppe zuläuft, mit 6.545 Shoppern die meisten Besucher an.

Die drei belebtesten Shoppingmeilen Europas – Oxford Street auf Platz 1

Im Vergleich der Konsumlagen in den 23 analysierten europäischen Städten erzielt die Oxford Street mit 13.560 Passanten pro Stunde die höchste Frequenz in Europa. Mit ihren international renommierten Kaufhäusern wie Selfridges und John Lewis zieht die Einkaufsmeile Touristen und Londoner gleichermaßen an. Die Oxford Street ist für globale Einzelhändler attraktiv; erst kürzlich eröffneten dort Reserved, Simit Sarayi und Jurlique neue Läden.

Europas Nummer 2 und Deutschlands Nummer 1: die Kaufingerstraße

München ist zwar nur Deutschlands drittgrößte Stadt, in vielen Lebens- und Wirtschaftsbereichen aber Trendsetter und Spitzenreiter. Eine wachsende Bevölkerung, ein boomender Arbeitsmarkt und ein sehr hohes Kundenaufkommen in der City bilden den Rahmen, um die vielfältige Einzelhandelslandschaft weiter zu beflügeln. Somit ist die bayerische Landeshauptstadt für viele Brands das ideale Pflaster für Flagship-Stores und den Markteintritt neuer Konzepte. Die Kaufingerstraße ist Deutschlands teuerste und belebteste Shopping-Meile: Mit fast 13.000 Besuchern ist sie bundesweit die einzige Lage, auf der sowohl aktuell als auch in den vergangenen Jahren mehr als 12.000 Passanten registriert wurden. Dementsprechend ist die Kaufingerstraße vor allem für große Flagship-Stores attraktiv: Während der polnische Filialist Reserved bereits seit September 2016 auf über 4.000 m² in der Top-Lage vertreten ist, hat das britische Modelabel Topshop im August dieses Jahres im Galeria Kaufhaus eröffnet.

Calle de Preciados in Madrid auf Rang 3

Die berühmte Madrider Shoppingmeile Calle de Preciados schafft es im europaweiten Vergleich der Konsumlagen mit 10.292 Passenten pro Stunde ebenfalls unter die Top 3. Vor allem die beiden Kundenmagnete Mediamarkt und die Warenhauskette El Corte Ingles locken zahlreiche Kauflustige an. Da ist es nicht verwunderlich, dass hier mit 255 €/m² die höchsten Retail-Mieten in der spanischen Hauptstadt erzielt werden.

Über die Studie – Methodik

Wesentliche Unterschiede in der Passantenfrequenz wirken sich auf die Konversionsrate und somit auf das Umsatzpotenzial aus. Einzelhandelsinvestoren entwickeln ihre Expansions- und Standortstrategien auf Basis dieser Informationen sowie aus weiteren Daten und Beobachtungen. Ziel dieser europäischen Studie zur Passantenfrequenz ist es, eine Momentaufnahme der Haupteinkaufsstraßen in 23 wichtigen Metropolen darzustellen. Die Passantenfrequenz zählt zu den Hauptindikatoren in Bezug auf die Umsatzstärke eines Einzelhandelsstandorts; diese ist allein betrachtet jedoch nicht aussagekräftig genug. Die wichtigste Kennzahl einer Einzelhandelslage ist die Konversionsrate (Verhältnis zwischen Passantenzahl und konkreten Käufen). In manchen Straßenzügen mit einer geringeren Passantenfrequenz, zum Beispiel in einigen Luxuslagen, können trotz einer niedrigeren Kundenzahl höhere Umsätze erzielt werden.

Diese in der Branche bisher einzigartige Studie wurde von den nationalen Research-Teams von BNP Paribas Real Estate durchgeführt. Die Daten wurden alle am Samstag, den 10. Juni 2017, zwischen 14 und 16 Uhr beziehungsweise zu den jeweiligen Stoßzeiten erhoben. Dabei wurden die kulturellen Einkaufsgewohnheiten in den jeweiligen Städten berücksichtigt. Die Einkaufsstraßen jeder Stadt wurden dabei in die Lagequalitäten „Konsum“, „Premium” und „Luxus” eingeteilt. Es wurden je nach Größe und Einwohnerzahl zwischen drei und zehn Straßen ausgewählt.

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