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Gewerblicher Investmentmarkt in Berlin stabilisiert sich 2025 auf niedrigem Niveau

Gewerbliches Transaktionsvolumen mit 2,85 Milliarden Euro rund 12 Prozent unter Vorjahresergebnis / Büro bleibt mit rund 45 Prozent die umsatzstärkste Assetklasse / Spitzenrendite für Büroimmobilien mit 4,90 Prozent weiterhin stabil / Fünf großvolumige Transaktionen über 100 Millionen Euro im Büro- und Einzelhandels-Segment

Berlin, 12.01.2026
Alexander Kropf, Regional Manager bei Colliers in Berlin.

Nach Angaben von Colliers wurden im Jahr 2025 auf dem gewerblichen Investmentmarkt in Berlin Immobilien und Grundstücke im Wert von rund 2,85 Milliarden Euro gehandelt. Die geringere Marktaktivität spiegelte sich in einem Gesamtvolumen wider, das rund zwölf Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums lag.

Internationale Investoren weiterhin stark vertreten

Abgesehen von einigen markanten Großtransaktionen jenseits der 100-Millionen-Euro Marke zeigt sich das Investitionsgeschehen insgesamt verhalten. Die Zahl der Immobilienkäufe ist im Vergleich zum Vorjahr weiter zurückgegangen und bleibt deutlich unter dem 5-jährigen Mittel von 6,7 Milliarden Euro. „Trotz dieser Rückgänge behauptet der gewerbliche Investmentmarkt in Berlin erneut seine Spitzenposition innerhalb der Top-7-Standorte. Auch der Anteil internationaler Marktakteure liegt weiterhin auf einem hohen Niveau von über 50 Prozent. Damit bleibt Berlin bereits das zweite Jahr in Folge der bevorzugte Standort ausländischen Kapitals im bundesweiten Vergleich“, stellt Alexander Kropf, Regional Manager bei Colliers in Berlin, fest.

Grundstücke und Einzelhandel bleiben im Fokus der Investoren

Mit einem Marktanteil von rund 45 Prozent bleibt das Bürosegment die umsatzstärkste Assetklasse. Zu den drei größten Deals zählen der Verkauf des „Upper West“ an die Schöller Gruppe, der Erwerb der „Edison Höfe“ sowie des „Schönhauser Tors“ durch Attestor aus dem Bestand der Deka. Alle drei Transaktionen sind dem Core- bzw. Core-Plus-Segment zuzuordnen und unterstreichen das wiedererstarkte Käuferinteresse in diesen Risikoprofilen. An zweiter Stelle folgen die Grundstückstransaktionen mit einem Marktanteil von 17,1 Prozent und einem Volumen von rund 486 Millionen Euro. Wesentlich geprägt wurde dieses Ergebnis durch den Verkauf eines Grundstücks am Holzmarkt in Friedrichshain Kreuzberg sowie eines Entwicklungsgrundstücks an der Nonnendammallee für ein geplantes Data Center. Mit einem Marktanteil von 16,8 Prozent belegt der Einzelhandel knapp den dritten Platz. Das Transaktionsvolumen lag hier bei rund 480 Millionen Euro. Hervorzuheben sind insbesondere der Verkauf der Gropius Passage nach einem längeren Vermarktungsprozess sowie der Erwerb des Karstadt Areals am Kurfürstendamm, das im Zuge einer Neuausrichtung für einen Nutzungsmix weiterentwickelt werden soll.

Verhaltener Ausblick für 2026

Der Berliner Investmentmarkt hat sich 2025 auf niedrigem Niveau stabilisiert und zeigt erste Anzeichen einer Erholung. „Transaktionen im zweistelligen Millionenbereich in nahezu allen Assetklassen zeigen ein deutlich gestiegenes Vertrauen in Immobilieninvestments. Gleichzeitig gibt es kaum großvolumige Core-Büroobjekte, die den Markt kurzfristig beleben könnten. Da investitionsbereites Kapital weiterhin nach Anlagemöglichkeiten sucht, rücken alternative Nutzungsarten wie Wohn- und Hotelimmobilien verstärkt in den Fokus. Für 2026 rechnen wir mit einem Transaktionsvolumen auf Vorjahresniveau. Ein deutlicher Aufwärtstrend setzt konjunkturelle Impulse voraus, die aus staatlichen Investitionsprogrammen und strukturellen Reformen erst mittelfristig wirksam werden. Eine spürbare Marktbelebung ist daher im laufenden Jahr nicht zu erwarten“, schließt Kropf ab.