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Globales Investitionsvolumen erreicht 2017 Rekordhöhe von 1,62 Billionen US-Dollar

- Asiatisches Kapital befeuert mit rund 52 Prozent das weltweite Rekordwachstum bei Immobilieninvestitionen

- London bleibt begehrtester Investitionsstandort für internationales Kapital

- 2018 weiteres Steigerungspotenzial für weltweites Investitionsvolumen

14.03.2018

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CANNES, 14. März 2018 – Der heute auf der MIPIM am Stand von Cushman & Wakefield (Riviera Stand R7.G9) vorgestellte Global Investment Atlas 2018 untersucht das Investitionsverhalten 2017 und prognostiziert die Marktperformance für 2018. Die aktuelle Hochrechnung des jährlich veröffentlichten Berichts zeigt das bislang höchste Immobilientransaktionsvolumen auf einem Rekordniveau von insgesamt 1,62 Billionen US-Dollar, verglichen mit 1,43 Billionen US-Dollar im Jahr 2016, und geht von einem weiteren Anstieg für 2018 aus.

Treibende Kraft sind asiatische Investoren. Über die Hälfte des eingesetzten Kapitals und 46 Prozent aller grenzüberschreitenden Aktivitäten stammen aus dieser Region. Es ist davon auszugehen, dass auch in absehbarer Zukunft asiatische Investoren weiterhin dominieren werden.

Dem Bericht zufolge erhöhten die global agierenden Investoren aus dem Asien-Pazifik-Raum ihr Engagement in den meisten Märkten, jedoch nicht in den USA. Ursachen dafür waren die aktuelle Phase des Marktzyklus, die Unsicherheit über die US-Politik und die Kapitalkontrollen in China.

Die Verluste in Nordamerika bedeuteten einen Gewinn für Europa. Die Investitionen aus Asien stiegen im Jahresvergleich um 96 Prozent.

Die Transaktionen nationaler Käufer gingen sowohl in Europa als auch in Nordamerika im Jahresvergleich zurück. Der globale Anstieg inländischer Investitionen wurde ausschließlich von nationalen Käufern im asiatisch-pazifischen Raum getragen (+39,9 Prozent im Jahresvergleich).

Die USA sind nach wie vor das Hauptinvestitionsziel für internationale Investoren, jedoch mit rückläufiger Tendenz. Regional betrachtet ist Europa der Spitzenreiter mit 50 Prozent aller grenzüberschreitenden Investitionen. London bleibt bei den einzelnen Städten das begehrteste Investitionsziel für internationales Kapital, da Befürchtungen um potenzielle Auswirkungen des Brexits durch den Glauben an die langfristige Attraktivität des Standorts und die Abwertung des britischen Pfunds besänftigt wurden.

Carlo Barel di Sant\'Albano, Chief Executive bei Cushman & Wakefield Global Capital Markets & Investor Services Business, sagt: „Aufgrund stark gestiegener Transaktionsvolumen und steigender Werte haben sich Immobiliengeschäfte im Jahr 2017 weltweit außerordentlich gut entwickelt. Dies sorgt für Dynamik bis ins Jahr 2018 hinein, obwohl es wegen der Sorgen um einen Handelskrieg und der Volatilität der Aktienmärkte leichte Turbulenzen gab. Das Gleichgewicht der Preise sowie das Verhältnis von Angebot und Nachfrage deuten auf ein weiteres gesundes Jahr hin. Auch wenn Immobilienangebote knapp sind, rechnen wir mit einem leichten Anstieg des globalen Transaktionsvolumens, einer Zunahme der Gewinnmitnahmen sowie der Unternehmensaktivitäten.“

Regionale Trends

Regional betrachtet entwickelte sich das Investitionsverhalten in Europa und im Nahen Osten im vergangenen Jahr unterschiedlich: Europa erlebte das drittstärkste Jahr seiner Geschichte, während das Transaktionsvolumen im Nahen Osten den niedrigsten Stand seit 2012 erreichte. Die politischen Unruhen im Nahen Osten haben die Stimmung dort deutlich getrübt, während Europa weiterhin die gesündeste Wirtschaftsleistung seit einem Jahrzehnt aufweist. Großbritannien und Deutschland blieben die Hauptzielmärkte in Europa. Zum Jahresende lag das Transaktionsvolumen in Großbritannien 3,9 Prozent über dem Wert von Deutschland, wo investitionsbereite Käufer vor allem durch den Mangel an Produkten gebremst wurden.

Innerhalb des Asien-Pazifik-Raums bleibt China weiterhin Spitzenreiter. Hier wurde Schanghai – der bevorzugte Markt des Jahres 2016 – von Peking überholt, wo das Transaktionsvolumen um 105 Prozent im Jahresvergleich stieg. Außerhalb Chinas entwickelte sich das Transaktionsvolumen in den Schwellenländern Asiens äußerst positiv, insbesondere in Indonesien und Malaysia. In Indien konnte trotz der dämpfend wirkenden Demonetisierung ein Rekordvolumen bei Investitionen verzeichnet werden.

Südamerika konnte endlich die Rezession hinter sich lassen, verzeichnete jedoch seine zweitschlechteste Immobilieninvestitionsperiode seit Beginn der Aufzeichnungen. Ein Grund dafür war der 29-prozentige Rückgang von Investitionen aus Nordamerika. Trotz handelspolitischer und politischer Spannungen verbessern sich jedoch die Aussichten für 2018, da die Schwellenländer im Allgemeinen und Brasilien im Besonderen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Trotz der überdurchschnittlichen Performance der US-Wirtschaft war die Investitionstätigkeit in Nordamerika im vergangenen Jahr mit -6,9 Prozent rückläufig. Sowohl globale als auch nationale Käufer zogen sich zurück. Dennoch gab es Lichtblicke. So wuchsen beispielsweise die kanadischen Investitionen mit +12 Prozent so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr. Rekordsummen an Kapitalreserven wurden sowohl in die USA hinein wie innerhalb der USA investiert. Infolgedessen bleiben die Aussichten für 2018 weiterhin gut. Die Transaktionsaktivitäten dürften weiter steigen, auch wenn ein Mangel an großvolumigen Verkäufen dämpfend wirken könnte.

David Hutchings, Autor des Berichts und Head of EMEA bei Cushman & Wakefield, fügt hinzu: „Der Hauptgrund für die aktuelle Jubelstimmung dürfte in der starken Wirtschaft und dem aktuell stattfindenden globalen Aufschwung liegen. Die Zunahme von Immobilienprojektentwicklungen und Forward Funding im Jahr 2017 zeigt, dass Investoren dies bereits erkannt haben. Die Stärke des Mietermarktes dürfte uns im kommenden Jahr noch überraschen.“

„Handelskriege könnten uns vom Kurs abbringen“, so Hutchings. „Da die solide wirtschaftliche Dynamik und die angespannten Arbeitsmärkte aber zunehmend Unternehmensinvestitionen begünstigen, könnte der Zyklus positiv beeinflusst und durch die erfolgreiche Einführung neuer Technologien und Arbeitsweisen weiter gestärkt werden. Gleichzeitig stehen wir wahrscheinlich am Anfang einer beginnenden Inflation bei langsam steigenden Zinsen und einer Politik, die für 2018 stimulierend wirkt. So wird das steigende Vertrauen mehr Mittel für Investitionen und Spekulationen freisetzen und den Zyklus anheizen. Der Fokus wird sich auf Wachstum verlagern. Kapitalströme werden dadurch dynamischer und Anleger können über die derzeitigen Zwischentöne im Markt hinwegsehen.“

Hutchings ist überzeugt: „Anleger müssen sich auf das Wachstum konzentrieren, den strukturellen und zyklischen Wandel ausnutzen und gleichzeitig evaluieren, wie man die Risiken in den Portfolios minimieren kann, um für künftige Veränderungen gerüstet zu sein.“

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