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Hamburger Investmentmarkt ohne Jahresendrally: Transaktionsvolumen leicht unter Vorjahresniveau

Gewerbliches Transaktionsvolumen von rund 1,86 Milliarden Euro registriert – Reduktion von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr / Bürosegment mit einem Anteil von 41 Prozent stärkste Nutzungsart / Spitzenrendite bleibt in allen Nutzungsarten stabil

Hamburg, 12.01.2026

Nach Angaben von Colliers wurde am Hamburger Investmentmarkt im Jahr 2025 ein gewerbliches Transaktionsvolumen von rund 1,86 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Rückgang von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Zehnjahresdurchschnitt liegt das Ergebnis noch etwa 48 Prozent darunter. Im Vergleich zum Fünfjahresschnitt ergibt sich eine Reduktion um 24 Prozent.

Sascha Hanekopf, Regional Manager bei Colliers in Hamburg, sagt: „Trotz eines leicht unter dem Vorjahr liegenden Ergebnisses zeigen sich die Rahmenbedingungen zunehmend stabiler. Vor allem Investoren mit hoher Eigenkapitalausstattung können nach wie vor das aktuelle Marktumfeld gezielt für strategische Positionierungen nutzen. Von einer schrittweisen konjunkturellen Belebung in Deutschland dürfte auch der Hamburger Investmentmarkt mittelfristig profitieren.“

Dennis Petersen, Head of Capital Markets bei Colliers in Hamburg: „Die begrenzte Zahl an Großabschlüssen hat das Transaktionsvolumen am Hamburger Investmentmarkt spürbar gedämpft. Mit nur zwei Einzeltransaktionen oberhalb der 100-Millionen-Euro-Marke blieb das Segment der Großdeals gesamtjährig deutlich unterrepräsentiert. Investoren fokussierten sich entsprechend stärker auf kleinere Volumina: Rund 40 Prozent des Transaktionsgeschehens entfielen allein auf Deals in der Größenklasse unter 50 Millionen Euro, nach 47 Prozent im Vorjahr. Auch im Portfolio-Segment gab es Veränderungen. Im Jahr 2025 konnten lediglich vier Portfolioabschlüsse registriert werden, während es in der Vorkrisenzeit noch deutlich zweistellig war.“

Über alle Assetklassen hinweg waren Family Offices mit einem Anteil von etwa 25 Prozent am Transaktionsvolumen die führende Käufergruppe. Auf Platz zwei lagen Vermögensverwalter (Asset- und Fondsmanager) mit 22 Prozent, gefolgt von der öffentlichen Hand mit 21 Prozent.

Top-Nutzungsarten im Fokus: Büro an der Spitze, gefolgt von Gesundheitsimmobilien und Einzelhandel

Mit rund 41 Prozent am Gesamtvolumen stellte der Bürosektor, trotz überschaubarer Transaktionen, erneut den mit Abstand größten Anteil dar. Gesundheits- und Sozialimmobilien erreichten einen Wert von 22 Prozent, während Einzelhandelsimmobilien mit 17 Prozent den dritten Rang einnahmen. Industrie- und Logistikimmobilien folgten mit rund 15 Prozent, Hotels mit etwa 4 Prozent. Der verbleibende Anteil entfiel kleinteilig auf Grundstückstransaktionen sowie Objekte mit Mischnutzung.

Konsolidierungsphase der Spitzenrenditen in den einzelnen Nutzungsarten hält an

Die Spitzenrendite im Büro-Premiumsegment liegt weiterhin bei 4,60 Prozent und zeigt sich seit der Senkung im dritten Quartal 2025 damit unverändert, im Jahresvergleich jedoch um 20 Basispunkte niedriger. Im Einzelhandelssegment (High Street) beträgt die Spitzenrendite 4,50 Prozent und bleibt ebenfalls auf dem Niveau des Vorquartals. Auch bei Industrie- und Logistikimmobilien präsentiert sich die Spitzenrendite mit 4,75 Prozent weiterhin stabil. 

„Trotz einer stetig steigenden Nachfrage, vor allem nach Objekten mit gutem Risiko-Rendite-Profil in attraktiven Lagen, hat sich die Spitzenrendite zum Jahresende nicht verändert. Für 2026 ist mit einer leichten Renditekompression im Bürobereich zu rechnen – vorausgesetzt, dass auf der Angebotsseite genügend Investmentopportunitäten zu marktkonformen Preisen verfügbar sind, so Hanekopf.

Perspektive 2026

Mit dem erzielten gewerblichen Transaktionsvolumen hat Hamburg das Jahr zwar mit einem unspektakulären Ergebnis abgeschlossen, dennoch deuten sowohl zunehmende Marktimpulse seitens einzelner Marktakteure als auch die leicht verbesserten konjunkturellen Aussichten für die deutsche Wirtschaft auf eine Belebung des Investmentgeschehens hin. „Mit der weiteren Entfaltung der Marktaktivitäten halten wir für 2026 ein Transaktionsvolumen von mindestens 2,0 Milliarden Euro für realistisch“, prognostiziert Petersen.