Büro | Studien

Hybrides Arbeiten treibt Büroauslastung auf höchsten Stand seit der Pandemie

Frankfurt am Main, 06.03.2026

Der globale Wandel hin zu hybriden Arbeitsmodellen verändert die Anforderungen an Büroflächen nachhaltig. Laut der aktuellen Studie „Adaptive Spaces – 2026 CBRE Global Workplace & Occupancy Insights“ des globalen Immobiliendienstleisters CBRE ist die durchschnittliche Büronutzung weltweit deutlich gestiegen: Die Büroauslastung liegt inzwischen bei 53 Prozent – dem höchsten Wert seit März 2020 und ein deutlicher Sprung gegenüber 38 Prozent im Jahr 2024. Damit nähert sich die Nutzung wieder dem Zielniveau vieler Unternehmen an, die mehrheitlich eine Auslastung von über 65 Prozent anstreben. Die gesamte Studie findet sich auf der Website von CBRE.

Auch die Spitzen-Auslastung steigt weiter und liegt inzwischen im Durchschnitt bei 80 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen es zunehmend schaffen, Mitarbeitende gezielt für kollaborative Formate und Teamarbeit ins Büro zu bringen. Ein weiterer Indikator für den Strukturwandel: Die globale Occupancy Rate liegt bei 111 Prozent – das bedeutet, dass mehr Mitarbeitende einem Standort zugeordnet sind als physische Arbeitsplätze vorhanden sind. Hybrid Work ermöglicht diese Entwicklung durch Rotationsmodelle und flexible Anwesenheitsplanung. „Unternehmen müssen die Büroauslastung und -zuteilung gut planen. Denn an Spitzentagen kann es zu Überlastungen kommen – und damit zu sinkendem Komfort oder eingeschränkter Produktivität“, sagt Dr. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland. Vor diesem Hintergrund verändert sich das Flächenmanagement vieler Unternehmen: Desk Sharing ist mittlerweile Standard. Rund 69 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass mehr als 40 Prozent ihrer Belegschaft Arbeitsplätze teilen. Die Mehrheit setzt dabei auf ein moderates Verhältnis zwischen 1,01 und 1,49 Personen pro Arbeitsplatz. Auch die Arbeitsrichtlinien werden klarer: 96 Prozent der Organisationen haben inzwischen eine definierte Office-Policy, wobei „mindestens drei Tage pro Woche im Büro“ mit 66 Prozent der häufigste Standard ist. Auffällig bleibt jedoch ein Spannungsfeld: 70 Prozent der Unternehmen geben an, dass Mitarbeitende seltener im Büro sind, als von Führungskräften erwartet oder vorgegeben.

Parallel dazu erwarten viele Corporate-Real-Estate-Teams eine weitere Konsolidierung ihrer Portfolios: 57 Prozent rechnen in den nächsten drei Jahren mit einer Flächenreduktion. Hauptgrund ist laut Studie die geringere Flächennachfrage infolge hybrider Arbeitsmodelle (67 Prozent).

„Immer mehr Unternehmen erkennen den Paradigmenwechsel im Umgang mit Büroflächen. Diese werden nicht mehr nach Quadratmetern und Kopfzahlen, sondern nach tatsächlicher Nutzung und Bedarf optimiert. Das macht datenbasierte Steuerung und flexible Konzepte zum entscheidenden Erfolgsfaktor für die Balance aus einem attraktiven und produktiven Büro sowie der Vermeidung unnötiger Kosten“, sagt Stephan Leimbach, Head of Occupier Accounts & Consulting Germany.