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Immobiliare Ressourcen werden zum Schlüsselfaktor im Strukturwandel deutscher Unternehmen

Immobilienwirtschaftliche Sommerkonferenz der TU Darmstadt mit rund 200 Teilnehmern: Digitale und strukturelle Transformation der Unternehmen verändert drastisch betrieblich genutzte Immobilienbestände und deren Management

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  • Sommerkonferenz (c) TU Darmstadt
Bildunterschrift: Sommerkonferenz (c) TU Darmstadt
Deutschland, 03.07.2018 | 586 Views
Darmstadt, 3. Juli 2018. Zum siebten Mal hat das von Professor Dr. Andreas Pfnür geleitete Forschungscenter Betriebliche Immobilienwirtschaft der Technischen Universität (TU) Darmstadt in Kooperation mit dem Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) und CoreNet Global zu seiner jährlichen Immobilienwirtschaftlichen Konferenz in das Darmstädter Kongresszentrum Darmstadtium eingeladen. Die diesjährige Sommerkonferenz unter dem Leitthema „Erfolgsbeitrag des Immobiliensektors zur digitalen und strukturellen Transformation deutscher Unternehmen“ brachte rund 200 Fachleute, Entscheider und Vertreter führender Unternehmen sowie der Immobilienwirtschaft zum gemeinsamen Austausch zusammen. Ziel war es, aufzuzeigen, mit welchen vielfältigen Möglichkeiten das Immobilienmanagement den Unternehmenserfolg beeinflussen könne. „Digitale und strukturelle Transformation klingt sehr abstrakt. Diesen Begriff möchten wir heute mit Leben füllen“, sagte Pfnür bei seiner Begrüßungsrede. Neben Björn Christmann, der im Namen von CoreNet Global sprach, begrüßte auch Klaus-Peter Hesse, Geschäftsführer ZIA, mit einer kurzen Keynote.

Für die Konferenz war es den Veranstaltern erneut gelungen, hochkarätige Referenten zu gewinnen. Es sprachen unter anderem Thilo Junkes, Partner TME Consulting GmbH, Dr. Zsolt Sluitner, CEO Siemens Real Estate, Dr. Daniel Häußermann, CEO Apleona Real Estate Management, Klaus Kirchberger, Sprecher der Geschäftsführung OFB Projektentwicklung, Brigitte Walter, Vorstand Real I.S. AG und Daniela Reich, Leiterin Real Estate Management Aurelis.

Im ersten Themenblock wurde der Strukturwandel der Immobilienbranche näher beleuchtet, der vor allem durch die immer weiter voranschreitende Digitalisierung und das sich stetig verändernde Nutzerverhalten bedingt ist. Hierbei wurde vor allem auf die Notwendigkeit der Flexibilität in allen Arbeitsprozessen hingewiesen. Dr. Zsolt Sluitner machte an dieser Stelle deutlich, dass die Verzahnung mit dem operativen Geschäft ein neuer Aspekt für das Corporate Real Estate Management (CREM) sei. Viele Unternehmen müssten dazu noch ihre Angebotspalette anpassen und umstellen vor allem mit Blick auf die Wünsche und Vorteile für die Nutzer. Auch Klaus Kirchberger betonte in seinem Vortrag, dass die Branche vom Strukturwandel getrieben sei und man mit den entsprechenden Anpassungsstrategien darauf reagieren müsse. „Aus meiner Sicht sind mehrere Szenarien in der Zukunft möglich. Als Projektentwickler werden wir nur überzeugen können, wenn wir offen und flexibel auf diesen Wandel reagieren und uns frühzeitig damit beschäftigen. Die Herausforderung ist hierbei, die Anforderungen der Nutzer auf der einen Seite und die der Investoren auf der anderen Seite unter einen Hut bekommt.“

Der zweite Teil der Konferenz stand unter dem Thema „Wertbeitrag innovativer Work Space Konzepte in der digitalen und strukturellen Transformation der Corporates“. Hier wurde anhand vieler Beispiele deutlich, dass die Erwartungen der Beschäftigten an die Arbeitsplatzgestaltung sowie die Arbeitsatmosphäre (z. B. Social Places) immer wichtiger werden. Ein nach wie vor großes Thema sind dabei sogenannte Co-Working Spaces. Brigitte Walter ging in ihrem Vortrag auf die Megatrends im Future Office ein: „Die Prozesse werden arbeitsteiliger, man arbeitet mehr im Team und Innovationen entstehen aus Gruppenleistungen heraus. Aus diesem Grund leisten Bürokonzepte einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Unternehmensentwicklung,“ ist sich Walter sicher.

Neben moderierten Reflexionsrunden mit dem Plenum und den Referenten wurden auch die Teilnehmer direkt eingebunden. „Wir haben die Sommerkonferenz noch interaktiver gestaltet und alle Konferenzteilnehmer aktiv mit einbezogen. Über ein Abstimmungstool konnten sie ihre Meinung zum jeweiligen Thema kundtun. Das Live-Feedback des Publikums wurde direkt in unsere Diskussionsrunden mit einbezogen,“ erklärte Professor Dr. Pfnür. Die Ergebnisse brachten Erstaunliches zu Tage:

  • So stimmten vier Fünftel der Teilnehmer zu, dass die strukturelle Transformation der deutschen Unternehmen ohne einen maßgeblichen Beitrag des betrieblichen Immobilienmanagements nicht zu leisten ist.
  • Durch den Strukturwandel in den nächsten zehn Jahren entsteht ein maßgeblicher marktwirksamer Veränderungsbedarf des Immobilienportfolios der Corporates. Dieser beträgt nach Einschätzung der Konferenzteilnehmer 40 % der aktuell genutzten Flächen. Dies würde bedeuten, dass betriebliche Immobilien im Wert von circa 1.400 Milliarden Euro auf der Transaktionsliste stehen würden.
  • Der Faktor „Mensch“ dominiert nach Meinung der Teilnehmer den Strukturwandel der Unternehmen, insbesondere in Bezug auf die Immobilien als physische Orte der Leistungserbringung. Für über die Hälfte der Anwesenden ist der Beitrag des CREM für einen effizienten Strukturwandel genauso wichtig, wie der des Bereichs Human Resources. 84 % gehen davon aus, dass die Firmen mit besseren Workplace-Konzepten zukünftig einen maßgeblichen Wettbewerbsvorteil im sogenannten „War for talents“ haben werden.
  • Ein wichtiger Schlüssel der Zukunftsfähigkeit der Immobilienflächen liegt nach der Einschätzung von 93 % der Abstimmungsteilnehmer in der Planungsphase der Gebäude und Portfolien. Hier braucht es zukünftig deutlich mehr Interaktion aller Beteiligten (Nutzer, Finanzierer, Betreiber) als im betrieblichen Immobilienmanagements bislang üblich.
Ein Dankeschön richteten die Veranstalter an die Sponsoren Apleona, Bayer, Aurelis, TME, Siemens, Drees & Sommer, ZIA sowie Core Net Global, die mit ihrem Engagement das anregende Veranstaltungsformat ermöglicht haben. Ihren Abschluss fand die Konferenz bei einem Mittsommerfest im Jagdschloss Kranichstein, wo sich der intensive Austausch der Konferenzteilnehmer weiter fortsetzte.

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