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23.10.2018 MärkteSonstiges

Mehr als 10 Millionen sanierungsbedürftige Dächer in Deutschland

Studie des FIW München zur Dachsanierung

  • Grafik: Bundesverband Ziegel / FIW MünchenGrafik: Bundesverband Ziegel / FIW München
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Bildunterschrift: Grafik: Bundesverband Ziegel / FIW M...
Bereits eine moderate Steigerung der Dachsanierungsquote bei Wohngebäuden von derzeit 1,3 auf zwei Prozent würde in der Nutzungsphase eine Reduktion um 49 Millionen Tonnen CO2- Äquivalente bis 2030 und 94 Millionen Tonnen bis 2050 bewirken. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts für Wärmeschutz FIW München unter der Leitung von Professor Andreas Holm. „In der Dachsanierung schlummert ein enormes energetisches, wirtschafts- und beschäftigungspolitisches Potenzial, das wir nutzen müssen“, fordert deshalb Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Ziegelindustrie.

„Wer die Klimaschutzziele im Gebäudebereich erreichen will, kommt auch an der Dachsanierung nicht vorbei“, ist Professor Andreas Holm überzeugt. Allerdings sei das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen CO2-neutralen Gebäudebestand zu erreichen, mit der aktuellen Dachsanierungsquote nicht machbar, so Holm. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern, die knapp zwei Drittel der Wohngebäude abdecken, verfügen vier Millionen Dächer nur über den Mindestwärmeschutz oder sind gleich ganz ungedämmt, so die Studie.

Das entspricht circa 600 Millionen Quadratmeter Dachfläche. Weitere 6,5 Millionen Dächer genügen nur den energetischen Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1977 bzw. 1984, was circa einer Milliarde Quadratmeter Dachfläche entspricht. Insgesamt weist jedes zweite Wohngebäude in Deutschland einen unzureichenden Wärmeschutz auf. Vor allem Steildächer müssten saniert werden: Neun von zehn Wohngebäuden in Deutschland haben ein geneigtes Dach.

Energetische Gebäudesanierung muss deutlich attraktiver werden

Um das Tempo der Dachsanierung zu steigern, fordert der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie eine maßvolle Anhebung der Sanierungsquote auf zwei Prozent. Damit wären bereits vor 2045 die Sanierungspotenziale für Dachkonstruktionen entsprechend des Mindestwärmeschutzes und der Wärmeschutzverordnung von 1977 erschlossen. Außerdem könnten CO2-Emissionen und Primärenergiebedarf um 10 bis 15 Prozent gegenüber dem Status quo eingespart werden. Die dafür notwendigen Mehrkosten von 1,5 Prozent gegenüber den Kosten der derzeitigen Dachsanierungsquote seien vertretbar, zumal die Dachsanierung zu den wirtschaftlichsten Effizienzmaßnahmen am Gebäude gehöre. Allerdings reichten die bisherigen Förderinstrumente nicht aus.

Bis Jahresende will die Bundesregierung das erste Maßnahmenprogramm zum Klimaschutzplan 2050 vorlegen und damit zunächst die Ziele bis 2030 sicherstellen. „Die Bundesregierung muss die energetische Sanierung von Gebäuden jetzt im Rahmen der Fortschreibung des Klimaschutzplans angehen und die Weichen richtig stellen“, so Frederichs. Dazu würden beispielsweise zusätzliche Fördermaßnahmen der bundeseigenen KfW-Bank, steuerliche Anreize, Investitionszuschüsse sowie verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten beitragen.

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