Mehr Kapital, stabile Preise, starke Differenzierung: So entwickelt sich der Münchner Immobilienmarkt 2026
Der Münchner Immobilienmarkt verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 weiterhin eine spürbare Stabilisierung. Die Vertragszahlen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3 %, der Geldumsatz stieg um 7 % auf rund 5,4 Mrd. Euro. Das zeigt der aktuelle Bericht des Münchner Gutachterausschusses, dem auch der Geschäftsführer der Aigner Immobilien GmbH, Thomas Aigner, angehört.
Robust präsentiert sich das Segment der Eigentumswohnungen. Die Zahl der Verkäufe erhöhte sich auf 4.950 (1. Halbjahr 2025: 4.750), der Geldumsatz lag 4 % über dem Vorjahresniveau. Während die Preise für Neubauwohnungen in durchschnittlichen Lagen im ersten Halbjahr 2026 leicht auf rund 9.800 Euro pro Quadratmeter nachgaben, waren sie in guten Lagen mit etwa 10.550 Euro pro Quadratmeter bzw. einer Steigerung von rund 4 % stabiler. Bestandswohnungen erwiesen sich im selben Zeitraum mit geringen Ausschlägen zwischen minus 1 und plus 5 % als preisbeständig.
Auffällig sind die Entwicklungen im Teilmarkt Baugrundstücke für den mehrgeschossigen Wohnungsbau. Während dieses Segment im ersten Halbjahr 2025 stark einbrach (Anzahl -40 %, Geldumsatz -62 %), verzeichnete es in den ersten sechs Monaten 2026 durch einige umsatzstarke Transaktionen ein massives statistisches Plus (Anzahl +44 %, Geldumsatz +206 %). Allerdings unterliegt dieses Marktsegment traditionell starken Schwankungen durch große, oft städtische Projektverkäufe, so dass ein direkter Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum keine validen Trends erkennen lässt.
Zu wenig Verkäufe im Neubau
„Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen, dass wieder mehr Kapital in den Markt geflossen ist und sich Käufer und Verkäufer erfolgreich an das veränderte Zins- und Wirtschaftsumfeld angepasst haben“, sagt Thomas Aigner. „Wir sehen aber auch: Der Markt differenziert stark nach Qualität, Energieeffizienz und Lage. Immobilien mit schlechter Bausubstanz oder wenig attraktiven Mikrolagen geraten aktuell stärker unter Druck als früher.“
Mit Sorge blickt der Immobilienexperte auf die weiterhin vergleichsweise geringe Vertragszahl bei Neubauwohnungen: „Unter den insgesamt rund 4.950 verkauften Eigentumswohnungen im ersten Halbjahr waren lediglich 650 Neubaueinheiten. Das sind zwar 30 % mehr als im Vorjahreszeitraum – für eine Stadt wie München ist das dennoch viel zu wenig. Aber es ist ja kein Wunder: Wo (leider!!) wenig gebaut wird, wird eben auch wenig verkauft.“
