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08.08.2019 MärkteBüro

Mietenwahnsinn: Berliner Unternehmen finden keine Büroflächen

Was die privaten Haushalte bereits seit langem erleben, beschäftigt zunehmend auch die Wirtschaft.

  • Quelle: Drew Beamer via unsplash.com
Bildunterschrift: Quelle: Drew Beamer via unsplash.com
Die außergewöhnliche Lage am Berliner Immobilienmarkt verschärft sich auch in der zweiten Hälfte dieses Jahres: Mit über 40.000 Neubürgern pro Jahr wächst die Bundeshauptstadt seit Jahren stetig und lässt Wohnungssuchende mit dem Wunsch nach einem neuen Heim verzweifeln. Doch was die privaten Haushalte bereits seit langem erleben, beschäftigt zunehmend auch die Wirtschaft: Mittlerweile dauert die Suche nach geeigneten Geschäfts- oder Büroräumen laut Expertenschätzungen durchschnittlich ein ganzes Jahr. Neben dem Zeitfaktor spielen auch die im Lauf der Zeit gestiegenen Quadratmeterpreise eine Rolle: Eines der stärksten Argumente für Firmenrepräsentanzen in Berlin waren die jahrelang vergleichsweise niedrigen Mieten, die die Eröffnung neuer Geschäftsräume in Deutschlands einwohnerstärksten Metropole kalkulierbar und attraktiv machten. Dieser Standortvorteil verliert mit den höheren Preisniveaus zunehmend an Relevanz.

Gewerbeflächen: Kauf nach wie vor eine valide Option

Für die bereits ansässigen Unternehmen in der Hauptstadt bedeutet dies mangelnde Planungssicherheit, wenn Expansionen zur finanziellen Gratwanderung werden. Noch komplizierter stellt sich die Situation allerdings für diejenigen dar, die einen Umzug oder eine Eröffnung von Geschäftsräumen nach Berlin erst vor sich haben. Für die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten setzen deshalb immer mehr Start-Ups auf externe Hilfe, um geeignete Gewerbeimmobilien in Berlin zu finden.

Insbesondere erfolgreichen, expansionswilligen Marktakteuren bereitet die geringe Leerstandsquote im Gewerbesegment Schwierigkeiten. Denn trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs in den Jahren 2017 und 2018, der mit vielen Neugründungen und Unternehmensgründungen verbunden war, weisen mittlerweile auch Studien auf die extreme Flächenknappheit im Büroflächenbestand hin. Ein Blick auf die Tendenzen für die nächsten Jahre lässt jedoch befürchten, dass sich der Markt auch im kommenden Jahrzehnt nicht nennenswert entspannen dürfte. Selbst in Prognosen, die bis zum Jahr 2060 reichen, sticht Berlin als Standort deutlich aus der Masse der grundsätzlich stark nachgefragten Regionen heraus. Trotz der Preissteigerungen, die die Hauptstädter bereits durchmachen mussten, dürfte sich Kaufen statt Mieten auch künftig lohnen. Ob gerade junge Unternehmen jedoch diese Planungssicherheit haben oder ob sie künftig andere Regionen bevorzugt in Erwägung ziehen werden, wird sich zeigen müssen.

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