Neues Leben für die Alte Akademie

Der historische Standort in der Münchner Innenstadt hat einen neuen Eigentümer. Die OPES Immobilien Gruppe wird die Alte Akademie gemeinsam mit der Hammer AG bis 2029 zu einem gemischt genutzten urbanen Quartier entwickeln

München, 26.03.2026

Die OPES Immobilien Gruppe erwirbt die Alte Akademie und wird die Immobilie zusammen mit der Hammer AG zügig fertigstellen. Damit schließt sich die städtebauliche Wunde, die durch die Insolvenz des vorherigen Besitzers und den mehrjährigen Baustopp entstanden war. Voraussichtlich 2029 wird die Alte Akademie neu öffnen als ein attraktives Quartier in bester Lage für Handel, Gastronomie, Büros und Wohnnutzung. OPES wird die Alte Akademie langfristig im eigenen Bestand halten und damit als Spekulationsobjekt vom Markt nehmen. OPES hat vom Insolvenzverwalter das Erbbaurecht erworben, das 2013 vom Freistaat Bayern an eine österreichische Immobiliengruppe vergeben worden war, sowie vom Freistaat das Eigentum an dem Teilgrundstück des Komplexes zwischen Neuhauser-, Kapellen-, Maxburg- und Ettstraße. Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags hatte bereits im Dezember letzten Jahres grünes Licht gegeben. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.

Nachhaltige Lösung für den historisch bedeutenden Ort

Mit OPES übernimmt ein fachkompetenter, langfristig orientierter, verlässlicher und verantwortungsvoller Eigentümer, der über die erforderliche Finanzkraft verfügt und nicht an kurzfristigen Erträgen interessiert ist, das für München und Bayern bedeutende Objekt. Die historische Alte Akademie zählt zusammen mit der angrenzenden Michaelskirche zu den bedeutendsten Bauwerken der Renaissance nördlich der Alpen.

Münchens Stadtbaurätin Prof. Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk freut sich über den Abschluss: „Mit der Übernahme der Alten Akademie durch OPES ist für diesen einzigartigen Ort im Herzen Münchens eine nachhaltige und zugleich qualitätsvolle Perspektive gefunden. Die denkmalgerechte Entwicklung verbindet das baukulturelle Erbe unserer Stadt mit zukunftsweisender urbaner Nutzung. So entsteht ein lebendiger Ort, der Geschichte, Gegenwart und Zukunft Münchens auf beispielhafte Weise miteinander in Einklang bringt.“

Der Stadtgesellschaft verpflichtet

Dr. Jürgen Büllesbach, Geschäftsführer der OPES Immobilien Gruppe, sagte: „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden diesen Standort mit Respekt und Verantwortung entwickeln.“ Die Alte Akademie bleibe langfristig im eigenen Bestand und solle entsprechend nachhaltig und qualitätsvoll gebaut werden. „Wir wollen sie den Münchnern und ihren Gästen rasch in neuem Glanz zurückgeben als einen attraktiven urbanen Ort, wo man aus ganz verschiedenen Gründen immer wieder gerne hingeht und dort Zeit verbringt.“ Davon werde die ganze Münchner Innenstadt profitieren.

Attraktiver urbaner Ort, von dem die ganze Innenstadt profitiert

Die Münchner Hammer AG mit ihrer großen Erfahrung bei komplexen Immobilienprojekten, in der Innenstadt – etwa der Revitalisierung der Schrannenhalle – entwickelt zusammen mit OPES das Projekt Alte Akademie. Das endgültige Nutzungskonzept, das derzeit in enger Abstimmung mit der Stadt finalisiert wird, soll eine Mischung aus Handel, Gastronomie, Büros sowie Wohnnutzung beinhalten und so auch die aktuellen Anforderungen des Markts berücksichtigen. Der Abschnitt der Neuhauser Straße, an dem die Alte Akademie liegt, ist mit rund 30 Millionen Passanten im Jahr (2024) die meist-frequentierte Einkaufsstraße Deutschlands. Insgesamt umfasst das Projekt eine Geschossfläche von 21.000 m². Die Erdgeschosse sind für Handel und Gastronomie vorgesehen, die oberen Geschosse für Büros, der Schmuckhof für attraktive gastronomische Konzepte sowie Wohnnutzung. Der Hof wird von der Neuhauser Straße aus öffentlich zugänglich sein.

Hans Hammer, der sich seit fast zwei Jahren intensiv mit dem Projekt Alte Akademie befasst, sagte: „Wir freuen uns als Münchner Familienunternehmen, dass wir mithelfen können eine Wunde in der Innenstadt wieder zu schließen. Wir verstehen den Ort und die Bedürfnisse der Münchner und werden das Projekt entsprechend gestalten. Wir werden versuchen, durch einen attraktiven Nutzungsmix, gerade im Schmuckhof, die Immobilie wieder zum Leben zu erwecken. Dazu gehören aus unserer Sicht auch zeitgemäße Büroflächen, um Menschen auch zum Arbeiten in die Innenstadt zu bringen, und im Gegenzug weniger Einzelhandel in den Obergeschossen, der heute in der Form nicht mehr angenommen wird.“

Dr. Tilman Hickl, Geschäftsführer der H2i Assetmanagement GmbH und im Projekt Alte Akademie mit Transaktions- und Asset-Management-Aufgaben betraut, erklärte: „Die Alte Akademie zeigt, dass auch in einer anspruchsvollen und vielschichtigen Konstellation tragfähige Lösungen entstehen, wenn alle Beteiligten partnerschaftlich und gut strukturiert zusammenarbeiten.“

Geschichte der Alten Akademie

Die Alte Akademie, auch Wilhelminum genannt, wurde in den Jahren 1574 bis 1576 unter Herzog Albrecht V vom niederländischen Baumeister Friedrich Sustris erbaut als Sitz einer Höheren Schule, dem Jesuitengymnasium und heutigen Wilhelmsgymnasium. Benannt ist es nach Herzog Wilhelm V, der die Gegenreformation in Bayern vorantrieb und 1583 bis 1590 direkt neben der Akademie die Michaelskirche errichten ließ. Mit ihrem riesigen hellen Raum und dem bis heute zweitgrößten freitragenden Tonnengewölbe der Welt ist sie Prototyp barocken Kirchenbaus nördlich der Alpen und wurde mehr als hundert Mal nachgeahmt. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 zogen in die Alte Akademie nacheinander das Bayerische Kadettenkorps, die Polizeidirektion, die Bayerische Staatsbibliothek und der Malteserorden ein. Ab 1783 war in dem Komplex die Bayerische Akademie der Wissenschaften untergebracht, ab 1807 die Akademie der Bildenden Künste und von 1826 bis 1840 die von Landshut nach München verlegte Ludwig-Maximilians-Universität.

Nach der fast vollständigen Zerstörung durch einen Bombenangriff im April 1944 wurden die Gebäude in Anlehnung an die alten Strukturen wiederaufgebaut, zum Teil auch rekonstruiert, die Anordnung der Innenhöfe wurde beibehalten. Architekt war Josef Wiedemann, von dem in München eine Reihe wichtiger Nachkriegsbauten stammen wie das Bayerische Innenministerium an der Ludwigstraße, die Allianz-Verwaltung an der Königinstraße, das Studiogebäude des Bayerischen Rundfunks an der Marsstraße sowie der Kaufhof am Marienplatz. In die Gebäude der wiedererrichteten Akademie zogen nach dem Krieg das Kaufhaus Hettlage sowie mehrere Behörden des Freistaats ein, zuletzt das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung und die Bayerische Landesbodenkreditanstalt.

Heute gliedert sich der Komplex in drei Bereiche: zur Neuhauser Straße hin liegen im westlichen Abschnitt im Eigentum des Freistaats Bayern die Michaelskirche und dahinter das religiöse Zentrum Sankt Michael mit einer Kommunität der Jesuiten. Der Michaelschor gilt als einer der besten Kirchenchöre Bayerns. Den nordwestlichen Teil erwarb 2006 das Erzbischöfliche Ordinariat und baute ihn zu seinem Verwaltungssitz um. Die Gebäude im südwestlichen Teil entlang der Neuhauser und Kapellenstraße vergab der Freistaat 2013 in Erbbaurecht an die österreichische Immobiliengruppe, die nach einem Wettbewerb 2020 mit dem Umbau für eine Mischnutzung begann. 2023 kam es zum Baustopp, nachdem die Projektgesellschaft zusammen mit anderen Gesellschaften der Gruppe Insolvenz angemeldet hatte. 2024 begannen der Insolvenzverwalter und die Banken, nach einem Käufer zu suchen.