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02.12.2019 MärkteSonstiges

Savills Global Farmland Index

Das Geld liegt auf dem Acker

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Bildunterschrift: (c) gettyimages
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Seit 2002 ist das Preisniveau für Agrarimmobilien weltweit signifikant gestiegen. Dem aktuellen Global Farmland Index (GFI) von Savills zufolge betrug das durchschnittliche Preiswachstum per anno seitdem 12 % ꟷ getrieben durch die zunehmende Nachfrage nach landwirtschaftlicher Fläche.

Folgende Faktoren sind dabei entscheidend:

  • Die wachsende Weltbevölkerung und der daraus resultierende erhöhte Lebensmittelbedarf – bis Ende 2050 sollen voraussichtlich mindestens 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben.
  • Die Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels, wie beispielsweise die Erderwärmung und diverse Naturkatastrophen. Die Konsequenzen sind unter anderem zerstörte Agrarflächen durch Dürre oder Überschwemmungen.
  • Untersucht wurden 15 Schlüssel Agrarmärkte: Argentinien, Australien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Kanada, Neuseeland, Polen, Rumänien, Ungarn, Uruguay, USA und das Vereinigte Königreich.

Deutschland performt weiterhin stark

Der GFI beinhaltet eine sogenannte „Risikomatrix“, welche die regionale Performance der Agrarwirtschaft im Zeitraum von 2002 bis 2018 veranschaulicht. Sie dient als Orientierung für Investoren. Nach einer Phase des starken Wachstums in Westeuropa sanken die Werte in den letzten fünf Jahren mit Ausnahme von Deutschland: Die Bundesrepublik verzeichnete ein Plus von 5,4 %. Während Frankreichs Wert bei -1,5 % lag, war der stärkste Rückgang jeweils mit -3,0 % im Vereinigten Königreich und Irland zu beobachten. „Beeinflusst wird die Preisentwicklung durch lokale Faktoren, wie beispielsweise die Qualität des Bodens, das Klima, die verfügbare Infrastruktur im Logistiknetz, Wasserressourcen und Sicherheit sowie das politische Umfeld“, erklärt Michael Weiß, Senior Consultant Forst- und Agrarinvestment bei Savills. Die Bundesrepublik punktet hierbei mit einer soliden Infrastruktur und dem gut ausgebauten Verkehrsnetz. Diese bieten einen hervorragenden Zugang zu landwirtschaftlichen Betrieben und Märkten. Das geringe politische Risiko sowie die überschaubaren Beschränkungen für ausländische Investitionen sprechen ebenfalls für die Region. Allerdings sind die Einkommenserträge und das Potenzial zur Ertragsmaximierung limitiert, da die landwirtschaftlichen Systeme bereits gut entwickelt sind.

Neue Wege für Investoren

Zuletzt haben sich Regierungen und regierungsgestützte Investmentfonds vermehrt um den Erwerb von Ackerland bemüht. Auslöser ist die Sorge um nationale Nahrungsknappheit. Verstärkt werden diese Befürchtungen durch die Sicherung des regionalen Handels, den Klimawandel und die lokale Umweltzerstörung. Diese Faktoren verursachten wiederum eine Verschärfung des Wettbewerbs um qualitativ hochwertiges Farmland in Übersee.

Gleichermaßen sind Privatinvestoren und landwirtschaftliche Investmentfonds auf die weltweit steigenden Ackerlandpreise und die potenzielle Maximierung von landwirtschaftlichen Erträgen durch Managementmaßnahmen – insbesondere in den Schwellenländern – aufmerksam geworden. Aufgrund des hohen Interesses haben manche Regierungen Gesetze eingeführt, um den Besitz von Agrarimmobilien zu schützen. Ein entscheidender Bestandteil dieser Gesetze ist eine striktere Regulierung der ausländischen Kaufinteressenten. Dieser Wandel könnte internationale Interessenten dazu bewegen, neue Wege einzuschlagen. „Investoren, die auf dem Agrarinvestmentmarkt tätig waren, konzentrieren sich jetzt möglicherweise auf alternative Methoden zur Lösung von Ernährungsbedenken, beispielsweise Agritech. Durch gezielte Investitionen in neue Technologien können wir den Ertrag steigern sowie eine allgemeine Kostensenkung bewirken“, erläutert Weiß.

Ein nachhaltiger Wandel der Agrarwirtschaft

Das Investieren in Agritech und dessen Forschung wird notwendiger, um die globalen Probleme zu lösen. Ein wichtiger Bereich ist die Robotik, bei dem Arbeiten durch technische Präzision optimiert werden. Der hohe Wasserverbrauch im Landwirtschaftssektor kann durch die SMART–Technologie (Sustainable, Managed, Accountable, Responsible, Trusted) verbessert werden. Dabei handelt es sich um nachhaltig geführte Bewässerungsanlagen, die die Wassernachfrage verringern. Ein Tool der SMART-Technology ist die Hydroponik: Hierbei werden die Pflanzen in einer Nährlösung gezogen, sodass diese keiner organischen Substrate bedürfen und den Wasserverbrauch in einigen Fällen um bis zu 95 % reduzieren. Die nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen ist entscheidender denn je. Das Ziel: Die wirtschaftliche Produktivität mit den gesellschaftlichen Anforderungen in Einklang zu bringen.

Unseren Global Farmland Index haben wir dieser Meldung als pdf-Datei beigefügt.

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