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11.09.2019 Politik

Wohnungsbau in Norderstedt: Vertrauen in die Politik schwindet

11.09.2019

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11. September 2019 – 50 Prozent der Wohnfläche im Neubau öffentlich gefördert und zu reduzierten Mieten: Das wollen die Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und der Linken in der Stadtvertretung Norderstedt durchsetzen und haben einen entsprechenden Antrag eingereicht. Der Landesverband Nord des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) kritisiert das Vorgehen und hält die Maßnahme für kontraproduktiv.

„Selbst auf Landesebene werden nicht mehr als 30 Prozent öffentlich geförderter Wohnungsbau vorgeschlagen, um eine gute Durchmischung der Wohnquartiere herzustellen. Dieser Mix hat sich bewährt“, sagt Volker Heins aus dem Vorstand des BFW Landesverbands Nord. Dieser vertritt die mittelständische, private Wohnungswirtschaft. „Nun sollen 50 Prozent gefördert werden – jeweils zur Hälfte im ersten und im zweiten Förderweg. Das bedeutet eine weitere Regulierung für den Wohnungsbau und schreckt Bauherren ab.“

Seit Frühjahr 2018 arbeiten Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft in Norderstedt daran, ein Bündnis für das Wohnen auf die Beine zu stellen. Auch der BFW Landesverband Nord ist in die Verhandlungen eingebunden. Er bedauert es, dass die neue Förderquote nicht zunächst im Kreis der potenziellen Bündnispartner diskutiert worden ist.

Bisherige Anstrengungen torpediert

„Wir haben alle dasselbe Ziel: mehr bezahlbaren Wohnraum für Norderstedt. Bisher hatten wir den Eindruck, dass wir mit Politik und Verwaltung ein gute Gesprächsebene haben“, sagt Volker Heins. „Dass jetzt ein potenzieller Bündnispartner aus den Gesprächen aussteigt und Fakten schafft, torpediert die bisherigen Anstrengungen. Das Vertrauen in die Politik wird erschüttert und viele unserer Mitgliedsunternehmen werden – verständlicherweise – auf Standorte ausweichen, an denen sie verlässlichere Bedingungen vorfinden. Das kann politisch nicht gewollt sein.“

BFW Landesverband Nord e. V.

Der BFW Landesverband Nord e.V. spricht für rund 230 Mitglieder, die ca. 180.000 Wohnungen in Norddeutschland im eigenen Bestand verwalten und weitere 3,4 Millionen Quadratmeter an Büro- und Gewerbeflächen im Bestand halten. Die BFW–Mitgliedsunternehmen erstellen über 60 Prozent des Neubauvolumens in Hamburg. Als Spitzenverband der unternehmerischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft gehören dem Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen derzeit rund 1.600 Mitglieder und verbundene Unternehmen an.