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Digital(es) | Deutschland

Wohnungswirtschaft steht bei digitalen Geschäftsmodellen in den Startlöchern

Dritter Teil der großen Digital-Umfrage

08.08.2018

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Berlin – Die Wohnungsunternehmen in Deutschland befinden sich vielfach noch am Anfang des umfassenden digitalen Transformationsprozesses. Aktuell werden insbesondere interne Abläufe digitalisiert. Bei Geschäftsmodellen setzen die Unternehmen bisher sehr stark auf mobile Endgeräte und digitale Plattformen. Für die kommenden fünf Jahre erwarten sie einen digitalen Aufholprozess. Das sind die zentralen Ergebnisse des dritten Teils der großen Digital-Umfrage des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW unter seinen Unternehmen. Der erste Teil der Umfrage hatte sich mit dem Status Quo bei der Digitalisierung beschäftigt, während der zweite Teil die Hürden und Chancen aufzeigte. Im dritten und letzten Teil wird die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Bereich der Digitalisierung betrachtet.

\"Die Wohnungswirtschaft steht bei der Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen in den Startlöchern. Viele Prozesse der Datenverarbeitung, aber auch der Wohnungsvermarktung sind bereits digitalisiert. Für die nächsten fünf Jahre plant rund die Hälfte der befragten Unternehmen, alle ihre Serviceangebote und weiteren Leistungen digital zu vernetzen\", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des GdW, zu den Ergebnissen.

Aktuell haben nur fünf Prozent der befragten Wohnungsunternehmen neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt, 30 Prozent planen aber, dies in den nächsten fünf Jahren zu tun. Bei immerhin 38 Prozent der Unternehmen liegen die wichtigen Daten digital und auswertbar vor. Um Erlösmodelle zu entwickeln, müssen diese allerdings medienbruchfrei – also ohne notwendige manuelle Eingriffe in die Datenerfassung und -verarbeitung – vernetzt sein, was momentan nur bei 11 Prozent der befragten Unternehmen der Fall ist. Insbesondere in diesem Bereich erwarten rund 60 Prozent der Wohnungsunternehmen für die nächsten fünf Jahre einen Aufholprozess. Ein weiterer Trend ist der Ausbau einer eigenen Netzinfrastruktur. Diese ist eine wertvolle Voraussetzung für die Entwicklung von Smart Home Angeboten.

Bezüglich der Anwendung konkreter digitaler Lösungen gibt ein Drittel der Wohnungsunternehmen an, mit digitalen Mieterakten zu arbeiten, jedes vierte bis fünftes Unternehmen hat die Verkehrssicherung sowie die Vermarktung von Wohnungen digitalisiert. Der Einsatz von Building Information Modeling (BIM) – also digitale Bauwerksdatenmodellierung – und die Kooperation mit Start-ups spielen in der Wohnungswirtschaft bislang noch eine untergeordnete Rolle.

Für die Zukunft erwarten die Unternehmen in erster Linie ein Voranschreiten der digitalen Aus- und Aufrüstung der Wohnung. Zudem wird sich aus Sicht der Umfrageteilnehmer die lokale Vernetzung zwischen Energieproduzenten und -verbrauchern im Quartier verstärken. Im Verkehrsbereich erwarten die Wohnungsunternehmen, dass die E-Mobilität künftig mit intelligenter und dezentraler Energieversorgung – und dem Wohnquartier insgesamt – zusammenwächst.

Die detaillierten Umfrageergebnisse finden Sie hier.

Im Zeitraum vom 29. Mai bis 12. Juni 2018 konnten die in den Gremien des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW organisierten Unternehmen an einer Online-Befragung des Beratungsunternehmens Analyse & Konzepte zum Thema "Digitalisierung" teilnehmen. Die Beteiligung lag bei rund 40 Prozent. In der Serie zur Digitalisierung hat der GdW am 25. Juli den ersten Teil zum 'Status Quo' bei der Digitalisierung veröffentlicht, den zweiten Teil am 01. August 2018 zu den Hürden und Chancen der Digitalisierung. Die heute veröffentlichten Ergebnisse bilden den dritten und letzten Teil der Serie zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

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