SmartFoodie betreibt 24/7-Kantine in Büroneubau HAMMERSCHMIDT
- Im Büroneubau HAMMERSCHMIDT setzt Asset Manager Real-Treuhand Immobilien Bayern auf eine Kooperation mit dem Münchner FoodTech-Start-up SmartFoodie
Warm essen rund um die Uhr – ohne Restaurant, ohne Koch, ohne feste Öffnungszeiten: Im Büroneubau HAMMERSCHMIDT in Aschheim-Dornach testen die Mieter NetApp Deutschland und Verifone Payments seit dieser Woche ein Konzept, mit dem sich die Versorgungslücke vieler Büroimmobilien überbrücken ließe. Möglich macht das eine Kooperation des Immobiliendienstleisters Real-Treuhand Immobilien Bayern mit dem Münchner FoodTech-Start-up SmartFoodie, das automatisierte Mini-Kantinen mit frischen, warmen Mahlzeiten betreibt.
Was zunächst wie eine technische Spielerei klingt, ist in Wahrheit eine Antwort auf ein aktuelles strukturelles Problem des Büromarkts. Seit etwa fünf Jahren steigen die Leerstände in deutschen Metropolen. Durch Homeoffice, Konjunkturflaute und Flächenkonsolidierung sind viele Gebäude nur teilweise ausgelastet. Ein Kantinenbetrieb rechnet sich für die Betreiber daher kaum. Gleichzeitig erwarten Unternehmen von modernen Arbeitsorten genau das: eine funktionierende Infrastruktur – inklusive Verpflegung.
Ein klassisches Henne-Ei-Problem
„Das ist ein klassisches Henne-Ei-Problem“, sagt Günther Deml, Geschäftsführer der Real-Treuhand Immobilien Bayern. „Ohne ausreichend viele Mieter kommt kein Kantinenbetreiber. Aber ohne Kantine springen potenzielle Mieter unter Umständen ab.“ Denn Unternehmen wollten ihren Mitarbeitenden heute nicht nur Supermärkte um die Ecke und Kantinen in benachbarten Bürogebäuden bieten, so Deml. Erwartet würden auch Angebote direkt im eigenen Haus.
Der Büroneubau HAMMERSCHMIDT, den die Real-Treuhand vor rund einem Jahr als Asset Manager aus der Insolvenz des Projektentwicklers EUROBODEN übernommen hat, ist architektonisch ein Statement mit Kaskadentreppe, Dachterrassen und Skydeck. Er ist hervorragend an den ÖPNV und das Straßennetz angeschlossen und trotzdem ruhig gelegen. Darüber hinaus bietet er Unternehmen Flächen, die technisch zeitgemäß ausgestattet und flexibel kombinierbar sind – von kompakter Größe bis zu zusammenhängenden Einheiten im größeren Maßstab. Auch preislich bewegen sich die Mietflächen in einem für den Münchner Markt günstigen Rahmen. Doch ausgerechnet bei der Gastronomie fehlte bislang ein Baustein, obwohl es dafür eine vorgerüstete Fläche gibt.
Mini-Kantine auf Knopfdruck
„Umso genialer fanden wir die Idee, die das Münchner FoodTech-Start-up SmartFoodie auf der Münchner Messe Food & Life im vergangenen November vorgestellt hat: Ein Automat, der auf Knopfdruck rund um die Uhr hochwertige warme und kalte Speisen liefert. Das war für uns kein Gimmick, sondern eine pragmatische Brücke, bis wir ein klassisches Restaurant im HAMMERSCHMIDT realisieren können“, sagt Deml.
SmartFoodie beliefert seine Automaten unter anderem mit Gerichten aus regionalen Partnerküchen. Das Angebot reicht von asiatischen Klassikern bis zu vegetarischen Bowls und Desserts. Bestellt wird per Touchscreen oder App, bezahlt wird ebenfalls digital. Die Preise liegen zwischen vier und zehn Euro. Unternehmen können ihre Mitarbeitenden auch bezuschussen. Der Automat benötigt lediglich einen Stromanschluss mit zwei Steckdosen und kaum mehr Platz als ein Getränkekühlschrank.
Gesundes Essen – egal zu welcher Tageszeit
„Wir erleben derzeit, dass sich Essgewohnheiten und Arbeitszeiten stark entkoppeln“, sagt Theo Guo, Mitgründer von SmartFoodie. „Menschen arbeiten früher, später, hybrider – sie wollen aber trotzdem jederzeit gutes, gesundes und bezahlbares Essen. Deshalb treffen wir mit unseren Mini-Kantinen einen Nerv der Zeit.“ Nicht nur Bürogebäude, sondern auch Krankenhäuser, Universitäten und Veranstaltungsorte setzen inzwischen auf dieses Konzept. Seit wenigen Monaten sind die Automaten regulär im Verkauf. Derzeit sind 15 Standorte im operativen Betrieb, bis Ende Januar werden es über 20 sein.
Einer dieser Standorte ist ab sofort das HAMMERSCHMIDT. Hier werde mit SmartFoodie nun etwas erprobt, das in anderen Märkten längst Alltag sei, in Deutschland aber noch Neuland, sagt Günther Deml. „Der Automat ist für uns ein Angebot, das sofort funktioniert und sich zugleich in ein späteres gastronomisches Gesamtkonzept integrieren lässt. So schaffen wir Aufenthaltsqualität im Gebäude – heute wie auch in Zukunft.“

