Logistikmarkt Ruhrgebiet erzielt Rekorde bei Volumen und Dealanzahl
BNP Paribas Real Estate veröffentlicht Marktzahlen für Q3 2026
Der Logistikmarkt Ruhrgebiet wartet nach den ersten drei Quartalen mit einem Ergebnis auf, das bundesweit Seinesgleichen sucht: Mit einem Flächenumsatz von insgesamt 484.000 m² vermeldet die Top-Logistikregion für den Zeitraum zwischen Anfang Januar und Ende September 2026 ein neues Rekordvolumen. Bemerkenswert ist jedoch nicht nur das Gesamtergebnis, sondern vor allem die breitgefächerte Vermietungsaktivität. In jedem Quartal wurden großvolumige Vertragsabschlüsse sowie eine gute Anzahl an erfolgreich abgeschlossenen Deals verzeichnet. In Konsequenz notiert der Flächenumsatz bereits nach einem Dreivierteljahr über dem Gesamtjahresschnitt der vergangenen Jahre und auch die Deal-Anzahl fällt überdurchschnittlich aus. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.
Zu den Großdeals des Arzneimittelgroßhändlers Cencora (33.700 m²; Dortmund), des Logistikdienstleisters Goodcang (29.000 m²; Duisburg) sowie des Handelsunternehmens Flexi Spot (20.500 m²; Werne) aus der ersten Jahreshälfte haben sich im dritten Quartal zwei weitere Vermietungen in die Kategorie der Abschlüsse über 20.000 m² eingereiht. Die Logistikdienstleister Apex (24.500 m²; Witten) und Logicall SCS (20.300 m²; Duisburg) haben mit Großabschlüssen wesentlich zum guten Ergebnis beigetragen. Ihre Standortwahl zeigt, dass sich die Nachfrage weniger auf einzelne Lagen fokussiert, sondern vielmehr sehr unterschiedliche Teilregionen des Ruhrgebiets vom aktuellen Marktgeschehen profitieren. Im Zuge des hohen Nachfragedrucks sind die Spitzenmiete (8,10 €/m²) und die Durchschnittsmiete (6,80 €/m²), die sich im Jahresverlauf bisher konstant gezeigt hatten, leicht angestiegen.
Logistikdienstleister mit beachtlicher Bestmarke
„Der Blick auf die Größenklassen veranschaulicht eindrucksvoll, dass sich die hohe Marktdynamik im Ruhrgebiet derzeit über fast alle Segmente erstreckt: So haben bis auf die Großverträge ab 20.000 m² alle Klassen ihre zehnjährigen Durchschnittsvolumen der ersten drei Quartale um Längen übertroffen“, erläutert Christopher Raabe, Geschäftsführer und Head of Logistics & Industrial von BNP Paribas Real Estate GmbH.
Im Ranking der Nutzergruppen folgen die Logistikdienstleister im Ruhrgebiet dem bundesweiten Trend und stechen im Branchenvergleich klar heraus: Mit einem Vermietungsvolumen von mehr als 340.000 m² erzielen sie in der Q1-3-Bilanz einen Rekordumsatz, übertrumpfen den bisherigen Bestwert aus 2025 um stolze 43 % und vereinen knapp 71 % des aktuellen Marktgeschehens auf sich. Bemerkenswert ist, dass sie nicht nur durch sehr große Verträge, wie die von Goodcang, Apex oder Logicall SCS in Erscheinung getreten sind, sondern insgesamt gut 70 % aller Abschlüsse beisteuern konnten.
Trotz des Großvertrags von Cencora bleibt die Handelssparte unterrepräsentiert (16 %). Allerdings muss bei der Branchenanalyse berücksichtigt werden, dass sich viele Akteure an der Schnittstelle zwischen Handel bzw. E-Commerce- und Logistikdienstleistern bewegen. Dazu zählen u.a. Goodcang und JD.com, die mit gleich mehreren Neuverträgen sehr präsent im Markt aufgetreten sind. Weitere gut 7 % gehen auf das Konto des Industriesektors, der u.a. einen Deal von Siemens Mobility (20.000 m²; Duisburg) beisteuert.
Perspektiven
„Sei es das Rekordvolumen beim Flächenumsatz, die historisch höchste Anzahl der Abschlüsse oder die Ausnahmebilanz der Logistikdienstleister – der Logistikmarkt Ruhrgebiet konnte im bisherigen Jahresverlauf 2026 in vielen Bereichen neue Maßstäbe setzen, an denen er sich zukünftig messen lassen muss. Erfreulich ist vor allem die stabile Basis, auf der das Resultat fußt: Die große Bandbreite von Verträgen ab 20.000 m², aber auch die überdurchschnittlichen Umsätze in sämtlichen darunterliegenden Größenkategorien unterstreichen die nachhaltige Marktbelebung im laufenden Jahr“, so Bastian Hafner, Head of Logistics & Industrial Advisory der BNP Paribas Real Estate GmbH. Das vierte Quartal ist im Ruhrgebiet traditionell der umsatzstärkste Jahresabschnitt (ø Q4 seit 2017: knapp 200.000 m²). Daher reicht der polyzentrischen Logistikregion ein durchschnittliches Q4-Ergebnis, um die bisherige Rekordbilanz aus dem Gesamtjahr 2021 zu erreichen (rund 683.000 m²).
Durch die sehr hohe Flächennachfrage und die damit verbundene Abvermietung größerer Bestands- und Neubauflächen (anteilig fast 41 % des Flächenumsatzes) hat sich der Nachfrageüberhang zuletzt wieder verschärft. Vor allem kurzfristige Großgesuche ab 10.000 m², wie sie vom E-Commerce-Sektor bzw. von Unternehmen aus dem asiatischen Raum platziert werden, sind aktuell schwer zu bedienen. Trotz der inzwischen deutlich limitierteren Angebotssituation sind beim Mietpreisniveau für das Jahresende jedoch lediglich marginale Veränderungen zu erwarten.
