Leerstandsquote in Top-Lagen steigt seit 2023 um rund 36 Prozent
IndustrialPort ermittelt erstmals regionale Leerstandsquoten für Lager-, Logistik- und Produktionsimmobilien – Anstieg in den Top-Lagen von 5,5 Prozent im Jahr 2023 auf 7,5 Prozent im Jahr 2025
Die Flächenverfügbarkeit bei Lager-, Logistik- und Produktionsimmobilien in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in den von IndustrialPort als Top-Lagen eingestuften Regionen mit einem IndustrialScore von AAA. Dort stieg die Leerstandsquote von 5,5 Prozent im Jahr 2023 über 6,25 Prozent im Jahr 2024 auf 7,5 Prozent im Jahr 2025. Damit erhöhte sich die Quote innerhalb der drei betrachteten Jahre um 2,0 Prozentpunkte beziehungsweise rund 36 Prozent.
Die Analyse zeigt zudem, dass der Anstieg nicht auf einzelne Märkte beschränkt ist. Auch außerhalb der Top-Lagen ist eine zunehmende Flächenverfügbarkeit zu beobachten. Untermietflächen sowie lediglich teilweise leerstehende Hallenbereiche wurden bei der Untersuchung nicht berücksichtigt.
Die Entwicklung fällt in eine Phase wirtschaftlicher Herausforderungen insbesondere in den Bereichen Verkehr und Lagerei sowie in Teilen der mittelständischen Produktion. Bereits in den vergangenen Ausgaben der halbjährlich von IndustrialPort durchgeführten Expertenbefragung „IndustrialObserver“ erwartete die Mehrheit der befragten Makler, Asset-Manager, Eigentümer und Immobilienbewerter einen weiteren Anstieg des Leerstands. In der jüngsten Befragung im zweiten Halbjahr 2026 gingen mehr als 80 Prozent der Teilnehmer von weiter steigenden Leerständen aus.
Märkte mit weniger als zwei Prozent Leerstand werden zur Ausnahme
Besonders deutlich wird die Veränderung bei der Verteilung der regionalen Leerstandsquoten. Im Jahr 2023 wiesen noch 19 der 92 betrachteten Top-Lagen eine Leerstandsquote von weniger als zwei Prozent auf. Das entsprach rund 21 Prozent der untersuchten Märkte. Im Jahr 2025 waren es nur noch fünf Top-Lagen beziehungsweise rund fünf Prozent.
Gleichzeitig nahm die Zahl der Märkte mit höheren Leerstandsquoten deutlich zu. Im Jahr 2023 lag die Leerstandsquote in 28 der 92 Top-Lagen – rund 30 Prozent – bei mindestens sechs Prozent. Im Jahr 2025 traf dies bereits auf 43 Top-Lagen beziehungsweise rund 47 Prozent zu.
Auch zweistellige Leerstandsquoten treten inzwischen deutlich häufiger auf: 2023 wiesen acht der 92 untersuchten Top-Lagen eine Leerstandsquote von mindestens zehn Prozent auf. Im Jahr 2025 waren es bereits 19 Regionen. Damit verzeichnet inzwischen gut jede fünfte untersuchte Top-Lage eine zweistellige Leerstandsquote.
TOP-Lage bedeutet nicht automatisch Flächenknappheit
Die Ergebnisse zeigen, dass eine hohe Standortqualität nicht automatisch mit einer geringen Flächenverfügbarkeit gleichzusetzen ist. Auch die Höhe von Mieten und Immobilienrenditen lässt innerhalb der Top-Lagen für sich genommen nur begrenzte Rückschlüsse auf die tatsächliche regionale Leerstandsquote zu.
„Die Entwicklung zeigt, dass sich die Marktbedingungen auch in den etablierten Logistik- und Industrieregionen spürbar verändert haben. Eine Top-Lage kann weiterhin durch eine sehr gute Infrastruktur, eine starke wirtschaftliche Basis und eine hohe grundsätzliche Nachfrage überzeugen und gleichzeitig eine vergleichsweise hohe Flächenverfügbarkeit aufweisen. Standortqualität, Mieten, Renditen und Leerstand sollten deshalb als eigenständige Marktindikatoren betrachtet werden“, sagt Peter Salostowitz, Geschäftsführer von IndustrialPort.
Leerstand bleibt stark regional geprägt
Trotz des übergeordneten Anstiegs unterscheiden sich die Leerstandsquoten regional weiterhin erheblich. Neben der konjunkturellen Entwicklung spielen dabei insbesondere die jeweilige Wirtschaftsstruktur sowie Veränderungen einzelner Industrie- und Produktionsstandorte eine wichtige Rolle.
In Regionen, die besonders stark von Produktionsrückgängen, Standortverlagerungen oder Betriebsschließungen betroffen sind, könnte das verfügbare Flächenangebot künftig weiter zunehmen. In welchem Umfang frei werdende Flächen durch Neuansiedlungen oder Expansionen anderer Unternehmen absorbiert werden können, hängt unter anderem von der wirtschaftlichen Entwicklung, der Standortattraktivität sowie den lokalen Rahmenbedingungen für Investitionen und Unternehmensansiedlungen ab.
Die von IndustrialPort ermittelten Leerstandsquoten ermöglichen es damit erstmals, die Flächenverfügbarkeit für Lager-, Logistik- und Produktionsimmobilien zu vergleichen, ihre Entwicklung im Zeitverlauf zu analysieren und die Werthaltigkeit des Standorts für bestehende Gebäude und weitere Ansiedlungen besser einzuschätzen.
