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„Vertrauen statt Generalverdacht“: IVD fordert Eigentumsoffensive und Kurswechsel in der Wohnungspolitik

Deutscher Immobilientag 2026 in Erfurt ist eröffnet

Erfurt, 18.06.2026
IVD-Präsident Dirk Wohltorf.

Mit einem eindringlichen Appell für mehr Vertrauen in die Marktwirtschaft, in Eigentümer, Vermieter, Kapitalanleger und die Immobilienwirtschaft hat Dirk Wohltorf, Präsident des Immobilienverband Deutschland IVD, heute den Deutschen Immobilientag 2026 (DIT) im Erfurter Steigerwaldstadion eröffnet. Vor rund 1.000 Teilnehmern forderte er einen grundlegenden politischen Kurswechsel, um Wohneigentum wieder für breite Bevölkerungsschichten erreichbar zu machen und den Wohnungsmarkt nachhaltig zu entlasten.

„Wer in Deutschland normal verdient, der muss normales Wohneigentum erwerben können“, zitierte Wohltorf zu Beginn seiner Grundsatzrede Bundeskanzler Friedrich Merz. Gleichzeitig machte er deutlich, dass zwischen diesem politischen Anspruch und der Realität eine immer größere Lücke klaffe: Hohe Grunderwerbssteuern von bis zu 6,5 Prozent, oft ausufernde Anforderungen an Kreditnehmer, überzogene Baustandards und eine Vielzahl regulatorischer Hürden verhinderten vielfach den Weg ins Eigentum.

Wohneigentum als zentraler Bestandteil des Aufstiegsversprechens

Unter dem Leitsatz „Vertrauen statt Generalverdacht“ kritisierte Wohltorf die wohnungspolitischen Rahmenbedingungen. Eigentümer, Vermieter und Investoren würden zu häufig als Problem dargestellt, obwohl sie einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung und Sicherung von Wohnraum leisten. „Eigentumsbildung entscheidet über Vermögen, Altersvorsorge, Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe. Wenn Leistung nicht mehr zu Eigentum führen kann, verliert unser Land eines seiner wichtigsten Aufstiegsversprechen“, erklärte der IVD-Präsident. Der Verband fordert deshalb eine konsequente Eigentumsoffensive. Dazu gehören insbesondere die vollständige Befreiung von der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber sowie eigenkapitalersetzende Darlehen für Familien und Ersterwerber.

Mietrecht wieder ins Gleichgewicht bringen

Kritisch äußerte sich Wohltorf auch zu aktuellen mietrechtlichen Entwicklungen. Mieterschutz sei wichtig, dürfe jedoch nicht dazu führen, dass Investitionen oft nicht mehr darstellbar seien oder Marktmechanismen außer Kraft gesetzt werden. Dies machte er an einem aktuellen Beispiel aus seiner Maklerpraxis deutlich: Bei einer 45 m² großen, gepflegten Wohnung in einem schönen und ruhigen Kiez von Berlin-Mitte, bei der man sich als Vermieter mit 382,32 Euro Nettokaltmiete schon dem Risiko eines hohen Bußgeldes wegen Mietpreisüberhöhung nach § 5 WiStG aussetzen würde, sollten die derzeit diskutierten Mietrechtsverschärfungen umgesetzt werden. Ein Mietspiegel, der sich durch die zugrunde gelegten regulierten Mieten, politisch gewollt, immer weiter vom Markt entferne, trage nicht dazu bei, dass Geringverdiener leichter eine für sie leistbare Wohnung finden, sondern, dass Durchschnitts- und Besserverdiener sich immer mehr Wohnfläche leisten, weil die Mieten so günstig sind. „Der beste Mieterschutz ist ein funktionierender Wohnungsmarkt mit ausreichend Angebot“, so Wohltorf. Private Vermieter müssten wieder als Partner bei der Lösung der Wohnungsfrage verstanden werden und nicht als Adressaten immer neuer Belastungen.

„Die Immobilienwirtschaft ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Dafür braucht sie aber politische Rahmenbedingungen, die Vertrauen schaffen und Investitionen ermöglichen“, so Wohltorf abschließend.

Der DIT 2026 in Erfurt bietet an zwei Tagen Raum für Austausch über das, was bau- und wohnungspolitisch geschehen muss, für fachliche Diskussionen und Zukunftsimpulse für die gesamte Immobilienwirtschaft.