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Hotelinvestmentmarkt Deutschland mit leichter Renditekompression 

Transaktionsvolumen von 318 Millionen Euro im ersten Quartal 2026 – zwölf Prozent weniger als im ersten Quartal 2025 / Internationale Investoren sehr aktiv / Spitzenrendite ging um 0,15 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent zurück

Frankfurt am Main, 14.04.2026

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt verzeichnete im ersten Quartal 2026 ein Transaktionsvolumen von 318 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht das einem moderaten Rückgang um zwölf Prozent, der primär auf das Ausbleiben großvolumiger Transaktionen zurückzuführen ist. Denn mit lediglich zwei Abschlüssen oberhalb der 50-Millionen-Euro-Marke war das Marktgeschehen von kleinteiligeren Transaktionen geprägt. Rund die Hälfte des Transaktionsvolumens entfiel auf die Top-5-Städte.

Erstmals seit 2019 erfuhr der Hotelinvestmentmarkt seit Ende 2025 wieder eine Kompression der Spitzenrendite – auf zuletzt 5,1 Prozent. Dies sind die aktuellen Ergebnisse einer Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE.

„Trotz des verhaltenen Jahresauftaktvolumens und der angespannten Gesamtwirtschaftslage besteht weiterhin Interesse am Erwerb von Hotelimmobilien“, sagt Helena Rickmers, Head of Hotel Investment bei CBRE in Deutschland.

Asset- und Fondmanager dominierten das Käuferfeld, mit großen Abstand gefolgt von offenen Immobilien- und Spezialfonds. „Da Hotels in solchen institutionellen Immobilienportfolios bislang oftmals nur eine untergeordnete Rolle spielen, wird die Assetklasse angesichts weiterhin stabiler Fundamentaldaten und positiver Marktaussichten verstärkt als Diversifikationsmöglichkeit wahrgenommen. Die positive Marktentwicklung der vergangenen zwei Jahre hat belastbarere Transaktionsdaten geschaffen und damit zur Transparenz am Hotelinvestmentmarkt beigetragen, indem die Bewertung zukünftiger Investitionsentscheidungen erleichtert wird.“

Auch Corporates, überwiegend Eigenbetreiber, nahmen an dritter Stelle mit einem Anteil von rund zehn Prozent eine bedeutende Rolle im Marktgeschehen ein. Insbesondere kleinere Transaktionen wurden in diesem Quartal häufig von solchen Eigenbetreibern getätigt, die das aktuelle Marktumfeld gezielt nutzen, um ihre Bestandsportfolios durch selektive Immobilienankäufe strategisch zu erweitern.

Gut 60 Prozent des Transaktionsvolumens entfielen auf ausländische Käufer, wobei überwiegend angelsächsisches Kapital zum Einsatz kam.

Das Transaktionsvolumen verteilte sich nahezu gleichmäßig auf Core-Investments und Value Add-Transaktionen, die zusammen den Großteil des Marktgeschehens ausmachten. Während Value Add-Investments mit Repositionierungsansätzen weiterhin auf das größte Investoreninteresse stoßen, ist vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Risiken zugleich eine Rückkehr zu stärker sicherheitsorientierten und langfristigen Investments zu beobachten.

Positiver Übernachtungstrend in Deutschland setzt sich fort

Mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen erzielte die deutsche Tourismusbranche 2025 einen neuen Rekord. Laut Destatis wurden damit 0,3 Prozent mehr Übernachtungen verzeichnet als im bisherigen Rekordjahr 2024. Auch zu Beginn des Jahres 2026 setzte sich der Wachstumstrend fort, wie die zuletzt veröffentlichten Januar Zahlen mit einem Anstieg von 1,2 Prozent zeigen. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten ist eine zunehmende Zurückhaltung bei Reisen in die Region zu beobachten. Kurzfristig könnte ein Teil dieser Nachfrage auf sichere und politisch stabile europäische Destinationen umgelenkt werden. Davon dürften neben klassischen Freizeitregionen auch urbane Standorte in Deutschland profitieren.

Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf 2026

„Es befinden sich derzeit mehrere größere Objekte in der Vermarktung, die im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich zu einer spürbaren Belebung des Marktgeschehens beitragen werden. Unterstützend wirkt zudem, dass offene Immobilienfonds im Zuge von Portfoliobereinigungen verstärkt liquide und marktfähige Hotels am Markt platzieren“, erklärt Rickmers.

Hoteltransaktionsvolumen im ersten Quartal seit 2015

Quelle: CBRE Research 2026