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STRABAG erprobt teilelektrische Baustelle in Oberhausen

Pilotprojekt zeigt Potenzial für emissionsärmeren Tiefbau

Oberhausen, 05.08.2026
STRABAG erprobt teilelektrische Baustelle in Oberhausen erfolgreich im Praxistest
  • STRABAG hat Umbaumaßnahmen der Bodenaufbereitungsanlage in Oberhausen teilelektrisch umgesetzt
  • Pilotprojekt zeigt Potenzial für emissionsärmeren Tiefbau und liefert wichtige Erkenntnisse

Die STRABAG AG hat am Standort Oberhausen den Umbau ihrer bestehenden Bodenaufbereitungsanlage erfolgreich abgeschlossen und die Umsetzung mit einer teilelektrischen Baustelle unter realen Bedingungen getestet. Ziel war es, die technische Leistungsfähigkeit elektrischer Baumaschinen unter realen Baustellenbedingungen zu erproben und wertvolle Praxiserkenntnisse für den zukünftigen Einsatz zu liefern.

Ausbau der Bodenaufbereitungsanlage

Mit den Umbaumaßnahmen der Bodenaufbereitungsanlage erhöhte STRABAG die zulässige Input-Menge von bislang 120.000 Tonnen auf 350.000 Tonnen pro Jahr. Auf dem rund 17.600 m² großen Gelände führte das Projektteam umfangreiche Rückbau-, Erd-, Tiefbau- und Asphaltierungsarbeiten durch und schuf neue Lagerkapazitäten. Zu Beginn der Arbeiten erfolgte der Rückbau bestehender Flächen der Bodenaufbereitung sowie Randwallanlagen mit einer Gesamtmenge von rund 20.000 Tonnen. Die Oberflächenbefestigungen wurden anschließend aufbereitet und als Recycling-Unterbau für die Neugestaltung der Flächen wiederverwendet. Damit setzt das Projekt konsequent auf Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft im Baustellenbetrieb.

Im Zuge der Neugestaltung der Oberflächenentwässerung verlegte STRABAG rund 128 Meter PVC-Rohrleitungen. Zwei Fertigteil-Betonschächte mit integrierten Lamellenklärern zur Reinigung des Oberflächenwassers wurden mithilfe eines elektrischen Autokrans versetzt. Darüber hinaus entstand eine rund 7.400 m² große Aufbereitungsfläche mit zweilagigem Asphaltaufbau auf einer Trag- und Frostschutzschicht aus Recyclingmaterialien.

Elektrifizierung im Realbetrieb erprobt

Ein besonderer Fokus des Projekts lag auf der Integration elektrisch betriebener Großgeräte in den Baustellenalltag. Zum Einsatz kamen 11 E-Geräte unter anderem ein 25-Tonnen Bagger, ein Radlader, ein Autokran und ein Straßenfertiger.

Um Lastspitzen abzufedern, wurde ein mobiler Batteriespeicher mit einer Kapazität von 153 kWh installiert, der eine zuverlässige Versorgung der eingesetzten Maschinen mit grünem Strom sicherstellte.

Die Ergebnisse des Praxistests zeigen, dass insbesondere schwere elektrische Baumaschinen bereits heute ein Leistungsniveau erreichen, das mit konventionellen dieselbetriebenen Geräten vergleichbar ist. Die Kolleg:innen auf der Baustelle profitieren von reduzierten Geräuschemissionen sowie einer Verringerung der direkten Schadstoffemissionen. Rein rechnerisch konnten so rund 18.000 Kilogramm CO2 eingespart werden. Die derzeit noch höheren Gerätekosten werden durch die niedrigen Betriebskosten teilweise kompensiert. Ein weiterer Vorteil: die Betriebs- und Wartungskosten fallen deutlich geringer aus als bei dieselbetriebenen Maschinen. So konnten auf der Baustelle in Oberhausen die Energiekosten um rund 90 Prozent reduziert werden. Beim flächendeckenden Einsatz gibt es jedoch noch Herausforderungen zu bewältigen. Elektrisch betriebene Baumaschinen sind aktuell noch nicht überall und in jeder Größe verfügbar. Zudem sind die Möglichkeiten zum Aufbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur auf den Baustellen je nach Einsatzort begrenzt.

Praxisorientierter Hybridansatz

Um die Baustelle in möglichst kurzer Zeit abwickeln zu können, setzte STRABAG auf einen praxisorientierten Hybridansatz. Neben der elektrischen Baustellenkolonne kamen auch konventionelle Maschinen zum Einsatz, die vollständig mit dem erneuerbaren Kraftstoff HVO100 betrieben wurden. Auch die Fahrzeuge für Logistiktransporte betankte STRABAG mit dem Dieselersatz.

„Wir bauen hier nicht nur eine Bodenaufbereitungsanlage – wir bauen Vorurteile ab. Mit der elektrischen Baustelle zeigen wir, dass Elektromobilität im Bauwesen bereits heute praxistauglich ist. Echte Erfahrungen auf der Baustelle überzeugen mehr als jede Theorie“, sagt Robert Kucza, Nachhaltigkeits-Experte STRABAG Direktion Nordrhein-Westfalen.

Weiterführende Informationen

https://www.strabag.de