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Büromarkt Bochum 2025: Deutlich unter Durchschnitt, aber stabile Mietentwicklung

Bochum, 12.05.2026

Verhaltener Markt mit begrenzter Dynamik

Der Bochumer Büromarkt blickt auf ein insgesamt verhaltenes Jahr 2025 zurück. Mit einem Gesamtflächenumsatz von rund 42.000 m² wurde das Vorjahresergebnis deutlich verfehlt (-31 %) und auch das langjährige Mittel (Ø 2015-2024: rd. 70.000 m²) erneut klar unterschritten. Nach Analysen der CUBION Immobilien AG entfallen davon rund 34.000 m² auf Vermietungen (-27 %) sowie etwa 8.000 m² auf Eigennutzer (-43 %).

Die Eigennutzerquote liegt bei 19 % und damit unter dem Vorjahresniveau (23 %), jedoch weiterhin über dem langfristigen Durchschnitt.

Markt bleibt unter seinen Möglichkeiten

„Der Bochumer Büromarkt bleibt auch 2025 hinter seinen Möglichkeiten zurück. Insbesondere die Vermietungsleistung liegt deutlich unter den langjährigen Durchschnittswerten (Ø 2015-2024: rd. 59.500 m²) – zuletzt gab es 2014 ein niedrigeres Ergebnis. Gleichzeitig zeigt sich der Markt jedoch weiterhin stabil, insbesondere mit Blick auf die Mietentwicklung“, erklärt Markus Büchte, Vorstand der CUBION Immobilien AG.

„Bochum verfügt unverändert über attraktive und zukunftsfähige Büroflächen – insbesondere in technologieorientierten Lagen. Auch wenn die Marktdynamik aktuell gedämpft ist, sehen wir gute Voraussetzungen für eine Belebung, sobald sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen verbessern“, ergänzt Rouven Beeck, Geschäftsführer der Bochum Wirtschaftsentwicklung.

Weniger Abschlüsse, kaum großflächige Anmietungen

Im Jahr 2025 wurden 52 relevante Mietverträge registriert, nach 78 Abschlüssen im Vorjahr. Großflächige Anmietungen blieben die Ausnahme: Lediglich ein Abschluss überschritt die Marke von 5.000 m².

Dabei handelt es sich um die Ansiedlung der Hochschule Bochum mit rund 6.200 m² im Technologiequartier an der Lise-Meitner-Allee 1. Weitere bedeutende Abschlüsse waren die Anmietung von Foundever Bochum B.V. & Co. KG mit etwa 2.900 m² an der Lohrheidestraße 3–9 sowie Nanz Medico GmbH mit rund 2.800 m² und KiKxxl GmbH mit etwa 2.000 m² im Projekt „Trium“ an der Jahrhunderthalle. Ergänzt wird die Liste durch die Flächenerweiterung des VfL Bochum um rund 1.800 m² an der Karl-Lange-Straße 29.

Branchenseitig stellten die sonstigen Dienstleistungen mit rund 29 % den größten Anteil, gefolgt von der öffentlichen Hand (20 %) sowie dem Bereich EDV/IT/Telekommunikation mit etwa 19 %.

Leerstand steigt, Neubau bleibt begrenzt

Die Angebotsreserve erhöhte sich im Jahresverlauf auf rund 108.500 m² (Vorjahr: 97.500 m²). Entsprechend stieg die Leerstandsquote von 5,4 % auf 6,0 %. Dabei zeigt sich weiterhin eine differenzierte Qualitätsstruktur: Moderne und hochwertige Flächen bleiben vergleichsweise knapp, während ein relevanter Teil des Leerstands auf Objekte mit eingeschränkter Marktfähigkeit entfällt.

Im Jahr 2025 wurden rund 16.000 m² neue Büroflächen fertiggestellt und damit deutlich weniger als im langjährigen Durchschnitt. Zu den größten Projekten zählen der Businesspark „Trium“ sowie das Projekt „Flow 18“. Von den fertiggestellten Flächen stehen aktuell noch etwa 2.300 m² zur Verfügung.

Für das Jahr 2026 wird ein nochmals geringeres Fertigstellungsvolumen von rund 6.500 m² erwartet, von denen derzeit etwa 2.900 m² verfügbar sind.

Mieten entwickeln sich dynamisch

Trotz rückläufiger Flächenumsätze zeigt sich die Mietentwicklung weiterhin dynamisch. Die gewichtete Durchschnittsmiete inklusive Neubauflächen stieg deutlich auf 12,34 EUR/m² (2024: 11,26 EUR/m²).

Im Bestandssegment entwickelte sich das Mietniveau hingegen leicht rückläufig und lag bei 10,64 EUR/m² (2024: 10,75 EUR/m²). Die realisierte Spitzenmiete erhöhte sich auf einen Medianwert von 16,50 EUR/m² (2024: 15,04 EUR/m²). Für hochwertige Neubauflächen in Toplagen liegen die erzielbaren Höchstmieten jedoch teils deutlich darüber.

Ausblick bleibt verhalten

Der Bochumer Büromarkt dürfte auch in den kommenden Monaten von einer insgesamt zurückhaltenden Nachfrage geprägt bleiben. Gleichzeitig sorgen die moderate Leerstandsquote, eine stabile Entwicklung im Bestand sowie steigende Mieten im Neubausegment für eine insgesamt solide Marktverfassung.

Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob wieder mehr großflächige Nutzer in den Markt eintreten und neue Impulse setzen. Das begrenzte Neubauvolumen dürfte mittelfristig zu einer weiteren Verknappung moderner Flächen beitragen und die Mietentwicklung zusätzlich stützen.