Deutscher Investmentmarkt für Wohnimmobilien: Anhaltende Wohnungsknappheit stützt Investorennachfrage aus dem In- und Ausland
Im 1. Quartal 2025 belief sich das Transaktionsvolumen mit Wohnimmobilien laut Savills auf rund 1,6 Mrd. Euro*. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ging das Transaktionsvolumen um 16 % zurück. Im 1. Quartal 2026 hat Savills knapp 50 Transaktionen registriert, was einem Anstieg um 9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gegenüber dem 10-jährigen Durchschnittswert ist hingegen ein Rückgang von 36 % zu verzeichnen. Die Spitzenrendite blieb stabil bei 3,6 % und entsprach damit auch ihrem Vorjahreswert.
Marco Högl, Director und Head of Residential Capital Markets bei Savills in Deutschland, kommentiert das Marktgeschehen wie folgt: „Der Wohninvestmentmarkt ist stabil ins Jahr 2026 gestartet und die Zahl der Transaktionen lag über dem Durchschnitt seit der Zinswende. Dies zeigt, dass der Markt aktiv, aber aktuell überwiegend kleinteilig ist. Die Stimmung unter den Marktteilnehmern hat sich trotz der geopolitischen Unsicherheiten und gestiegener Finanzierungskosten bislang nicht eingetrübt. Die strukturelle Unterversorgung des deutschen Wohnungsmarktes stärkt die grundlegenden Investmentargumente und hält den Markt auch international attraktiv. Neben den weiterhin dominierenden inländischen Investoren engagieren sich zunehmend europäische und nordamerikanische Kapitalgeber. Die Kapitalbasis hat sich dabei zuletzt verbreitert. Value-Add-Investoren sind weiterhin sehr aktiv, gleichzeitig fließt wieder mehr Kapital in Core- und Core-Plus-Produkte. Das stützt die Nachfrage nach Neubauten und soliden Beständen. Im Neubausegment zeigen sich derweil erste Belebungseffekte: Die Genehmigungszahlen steigen, und Projektentwickler treten wieder häufiger als Grundstückskäufer auf. Für eine deutliche Ausweitung der Bautätigkeit wären jedoch weitere politische Impulse nötig. Die Angebotsknappheit am Wohnungsmarkt wird daher vielerorts mittelfristig anhalten, so dass die Perspektiven für nachhaltige Wertentwicklung und hohe Nachfrage am Nutzermarkt bestehen bleiben. Wir sehen außerdem, dass sich wieder mehr Eigentümer für strukturierte Vermarktungsprozesse entscheiden. Für das Gesamtjahr erwarten wir ein Transaktionsvolumen etwa auf Vorjahresniveau, sofern keine länger anhaltende Hochinflationsphase eintritt. Insgesamt werden politische Risiken – wie die Enteignungsdebatte in Berlin – derzeit von einigen Investoren höher gewichtet als Inflations- und Zinsrisiken.“
* Savills hat zum ersten Quartal die Schwelle der Marktberichterstattung von bislang 50 auf 20 Wohneinheiten abgesenkt und die Marktdaten entsprechend rückwirkend angepasst.
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