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Überdurchschnittliches Ergebnis auf dem Düsseldorfer Logistikmarkt

BNP Paribas Real Estate veröffentlicht Marktdaten für Q1 2026

Düsseldorf, 20.04.2026

Der Düsseldorfer Logistikmarkt ist mit einem Flächenumsatz von 66.000 m² gut in das Jahr 2026 gestartet. Zwar kann die Logistikregion der NRW-Metropole damit nicht an das außergewöhnlich hohe Ergebnis aus dem ersten Quartal 2025 anknüpfen (-35 %), liegt aber dennoch beachtliche 10 % über dem zehnjährigen Durchschnitt. Besonders bemerkenswert ist, dass dieses Resultat noch ohne einen Abschluss jenseits der 20.000-m²-Marke erzielt wurde. Der bisher größte registrierte Mietvertrag erfolgte durch einen Logistikdienstleister in Mönchengladbach über 15.000 m². Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

„Vor allem im Flächensegment bis 10.000 m² ist die Nachfrage recht dynamisch, was sich in einem regen Vermietungsgeschehen und einer insgesamt hohen Vertragsanzahl widerspiegelt. Mit insgesamt rund 20 Abschlüssen ist diese so hoch ausgefallen wie zuletzt 2021. Im großflächigen Bereich gestalten sich die Anmietungsprozesse derzeit dagegen etwas langwieriger“, so Christopher Raabe, Geschäftsführer und Head of Logistics & Industrial von BNP Paribas Real Estate GmbH.

Nachdem die Spitzenmiete für Flächen ab 5.000 m² bereits im Vorjahr um 2,4 % auf 8,70 €/m² gestiegen war, hat sie sich im ersten Quartal auf diesem Niveau stabilisiert. Auch die Durchschnittsmiete notiert gegenüber dem Jahresende unverändert bei 7,00 €/m², im Vorjahresvergleich steht ein Plus von 2,9 % zu Buche.

Logistikdienstleister dominieren das Ergebnis

Bei der Umsatzverteilung auf die Branchen spielen die Nachfrageimpulse von Logistikdienstleistern aus dem asiatischen Raum in Düsseldorf wie auch generell in logistisch gut angebundenen NRW-Standorten weiter eine entscheidende Rolle: Insgesamt konnten Logistiker auf dem Düsseldorfer Markt zu Jahresbeginn knapp 57 % des Gesamtergebnisses auf sich vereinen. Neben eher kleinteiligeren Verträgen im Kerngebiet kamen hierbei erneut zwei größere Deals über 15.000 m² und 6.000 m² in Mönchengladbach zum Tragen.

Auf dem zweiten Rang im Branchen-Ranking findet sich derzeit der Industriesektor wieder (anteilig rund 16 %), wobei in erster Linie der Abschluss des Produzenten für Nahrungsergänzungsmittel Orthomol in einem Neubauprojekt in Langenfeld über 8.400 m² zu nennen ist. Mit lediglich gut 11 % ist der Handelssektor dagegen bislang noch unterrepräsentiert. Dieses Zwischenresultat ist allerdings nicht überzubewerten, zumal viele E-Commerce-Unternehmen ihr Geschäft von Logistikdienstleistern abwickeln lassen.

Die Analyse des Flächenumsatzes nach Größenklassen zeigt in den Flächenkategorien bis 20.000 m² eine breite Verteilung der Nachfrage. So kommen alle Segmente auf Umsatzbeiträge zwischen knapp 13 % und fast 28 %. Während großflächige Verträge über 20.000 m² im Vorjahreszeitraum für rund 64 % des Ergebnisses verantwortlich zeichneten, wurde in dieser Kategorie bisher noch kein Abschluss registriert.

Perspektiven

Der Logistikmarkt Düsseldorf ist mit einem überdurchschnittlichen Resultat in das Jahr 2026 gestartet und konnte damit eine gute Ausgangsposition für die kommenden Quartale schaffen. Während großflächige Umsatztreiber bisher noch fehlen, ist vor allem die hohe Dealanzahl im kleineren und mittelgroßen Segment als positiv für das insgesamt gute Marktsentiment zu werten.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben jedoch herausfordernd und mit Ausbruch des Irankriegs haben die geopolitischen Risikofaktoren noch einmal zugenommen. So hängen die Auswirkungen auf die Wirtschaft durch steigende Energiepreise, anziehende Inflationsraten sowie durch veränderte Handelsströme und Lieferketten ganz entscheidend vom weiteren Verlauf dieses Konflikts ab.

Bei der Angebotsentwicklung ist kurzfristig von einer Seitwärtsbewegung auszugehen. Die abvermieteten Flächen haben zwar zu einer Angebotsverringerung beigetragen, durch die auf den Markt kommenden Neubauentwicklungen sowie Angebote zur Untervermietung halten sich Flächenab- und -zugänge allerdings in etwa die Waage.

„Die Spitzenmiete dürfte ihr bereits sehr hohes Niveau zunächst halten, wohingegen der stark auf moderne Flächen gerichtete Nachfragefokus ein erneutes Anziehen der Durchschnittsmiete bewirken könnte“, erläutert Bastian Hafner, Head of Logistics & Industrial Advisory der BNP Paribas Real Estate GmbH.