Mehr Mietverträge, aber Großabschlüsse fehlen
Der Essener Büromarkt verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Gesamtflächenumsatz von nur rd. 25.000 m² und blieb damit rd. 22 % hinter dem Vorjahresergebnis zurück (1. Halbjahr 2025: 32.000 m²). Nach Analysen der CUBION Immobilien AG entfielen hiervon rd. 21.500 m² auf Vermietungen sowie etwa 3.500 m² auf Eigennutzer. Während die Vermietungsleistung gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um rd. 23 % zulegen konnte, blieb die Eigennutzernachfrage deutlich hinter dem starken Vorjahreswert zurück. Die Eigennutzerquote liegt aktuell bei rd. 14 % und damit unter dem langjährigen Durchschnitt (Ø 2016-2025: 18 %).
„Der Essener Büromarkt präsentiert sich zur Jahresmitte in einem ausbaufähigen Zustand und das Umsatzvolumen ist nochmals hinter dem schwachen Vorjahresergebnis zurückgeblieben“, erläutert Markus Büchte, Vorstand der CUBION Immobilien AG. „Die deutlich gestiegene Anzahl der Mietvertragsabschlüsse zeigt aber, dass sich die Nachfrage grundsätzlich etwas belebt, wenngleich auf einem niedrigen Niveau. Für einen höheren Flächenumsatz fehlten bislang die großvolumigen Anmietungen, die den Markt in einzelnen Jahren maßgeblich prägen.“
Deutlich mehr Vertragsabschlüsse
Im ersten Halbjahr wurden insgesamt 52 relevante Mietverträge registriert und damit deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum (34 Abschlüsse). Die durchschnittliche Flächengröße je Mietvertrag fiel allerdings erheblich geringer aus, da Abschlüsse oberhalb von 3.000 m² vollständig ausblieben. Rund 48 % des Vermietungsvolumens entfielen auf Mietverträge zwischen 500 und 2.000 m².
Größter Mietvertrag des ersten Halbjahres war die Anmietung der Universität Duisburg-Essen über rd. 2.300 m² an der Altendorfer Straße 3. Es folgen die JOHANN BUNTE Bauunternehmung mit rd. 1.700 m² an der Martin-Kremmer-Straße 14 und ein Co-Working-Anbieter hat etwa 1.200 m² an der Rotthauser Straße 40 angemietet. Die Top 5 der größten Mietverträge komplettieren zum Halbjahr die APM Pflegeschule mit rd. 1.100 m² an der Reichsbank 1-7 in der Innenstadt, sowie das ETL Competence Center mit rd. 1.000 m² in der Steinstraße 39-41.
Weststadt stärkster Teilmarkt
Die höchste Flächennachfrage entfiel auf die Weststadt, die einen Marktanteil von rd. 21 % erreichte, nachdem diese im Vorjahr noch auf dem zweiten Rang hinter dem Südviertel lag. Dahinter folgen in diesem Halbjahr der Citykern, das Südviertel sowie die sonstigen Lagen mit jeweils rd. 14 %. Ebenfalls stark vertreten waren Rüttenscheid und die Büromarktzone Zollverein, die jeweils rd. 12 % des Vermietungsvolumens auf sich vereinten.
Durchschnitts- und Spitzenmieten bleiben stabil
Die gewichtete Durchschnittsmiete im Flächenbestand (ohne Abschlüsse in Neubauten) erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt leicht von 11,50 EUR/m² auf jetzt 11,61 EUR/m². Die gewichtete Durchschnittsmiete inklusive Neubauflächen liegt zum Halbjahr ebenfalls bei 11,61 EUR/m², da bisher keine Abschlüsse in Neubauten erfolgt sind. Die bisher im Jahresverlauf realisierte Spitzenmiete liegt wie bereits Mitte 2025 bei 16,50 EUR/m² und wurde im Südviertel erzielt. Die generell erzielbaren Spitzenmieten für Neubauflächen höchster Qualität in besten Lagen liegen allerdings bei bis zu 30,00 EUR/m².
Ausblick
Für den weiteren Jahresverlauf bleibt CUBION für den Essener Büromarkt insgesamt nur verhalten optimistisch. Die gestiegene Anzahl der Mietvertragsabschlüsse unterstreicht zwar eine gewisse Belebung und Marktdynamik. Entscheidend für das Jahresergebnis wird jedoch sein, ob in den kommenden Monaten auch größere Nutzerentscheidungen getroffen werden. Aber selbst, wenn dies gelingen sollte, ist es doch sehr unwahrscheinlich, dass die mittel- oder langfristigen Durchschnittswerte von über 100.000 qm Büroflächenumsatz ansatzweise erreicht werden könnten.
