ikl zertifiziert 1,43 Millionen Quadratmeter nach DGNB-Standards
Die ikl GmbH hat in diesem Jahr rund 1,43 Mio. Quadratmeter Gebäudefläche im Bestand und Neubau nach DGNB zertifiziert. Sechs bemerkenswerte Projekte werden auf der EXPO REAL vorgestellt. Insgesamt wird die DGNB auf der Messe in München 146 Projekte mit DGNB-Zertifikaten ausgezeichnet.
Die Zahl zeigt, welche Bedeutung Nachhaltigkeitszertifizierungen inzwischen über unterschiedliche Lebensphasen von Immobilien hinweg haben. Gerade im Bestand stellt sich dabei jedoch eine weitergehende Frage: Was verändert eine Zertifizierung über das eigentliche Zertifikat hinaus im laufenden Gebäudebetrieb?
Die Antwort hat Jan Zak, Geschäftsführender Gesellschafter der ikl GmbH: „Eine Zertifizierung entfaltet ihren größten Nutzen dann, wenn sie nicht als einmalige Prüfung verstanden wird. Entscheidend ist, dass die erhobenen Daten, definierten Verantwortlichkeiten und entwickelten Maßnahmen anschließend Teil der laufenden Gebäudesteuerung werden.“
Eine Auswertung von 29 durch die ikl GmbH begleiteten DGNB-Bestandsprojekten gibt darauf konkrete Hinweise. Bei keinem der betrachteten Gebäude lag zu Projektbeginn ein belastbarer Klimafahrplan vor. Nach Abschluss der jeweiligen Erstzertifizierung verfügten 28 von 29 Immobilien über einen entsprechenden Fahrplan.
Auch bei der Datenstruktur zeigt sich ein ähnliches Bild. Zu Beginn der Projekte waren die für die Zertifizierung erforderlichen Verbrauchsdaten, technischen Unterlagen und Nachweise in keinem Fall vollständig zentral organisiert. Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses werden Informationen zusammengeführt, geprüft und strukturiert, Zuständigkeiten geklärt und Prozesse dokumentiert.
Bei bislang 25 durchgeführten Rezertifizierungen zeigt sich nach Angaben von ikl eine deutlich verbesserte Datenlage und Organisation.
Rezertifizierung macht Entwicklung sichtbar
Gerade Rezertifizierungen zeigen, ob die im ersten Zertifizierungsprozess etablierten Strukturen tatsächlich im Gebäudebetrieb verankert wurden und wie sich eine Immobilie weiterentwickelt hat.
Ein Beispiel ist die East Side Mall in Berlin. Das Gebäude erreichte im vergangenen Jahr bei seiner DGNB-Zertifizierung Gold mit 66,6 Prozent und wird 2026 im Rahmen der Rezertifizierung mit 89,1 Prozent in Platin ausgezeichnet.
Insgesamt werden auf der EXPO REAL 2026 sechs von der ikl GmbH begleitete Projekte ausgezeichnet: zwei Neubauprojekte, darunter ein Vorzertifikat im Wohnungsbau, sowie vier Gebäude im Betrieb.
Mit GROW Kaiserlei in Offenbach wird zudem ein weiteres Bestandsgebäude über die DGNB-anerkannte Dienstleistung ikl GoldXPress zertifiziert.
Die Praxisbeispiele zeigen, dass der Nutzen einer Nachhaltigkeitszertifizierung nicht mit der Vergabe eines Zertifikats endet. Ihr langfristiger Wert entsteht dort, wo Datenstrukturen, Verantwortlichkeiten und Maßnahmen anschließend dauerhaft in die Gebäudesteuerung einfließen.
Von der Zertifizierung zur laufenden Gebäudesteuerung
Für den Betrieb bedeutet eine strukturierte Datenbasis zunächst weniger Aufwand. Unterlagen müssen nicht bei jeder neuen Fragestellung erneut zusammengetragen werden, Zuständigkeiten werden nachvollziehbarer und einmal entwickelte Konzepte können fortgeführt und weiterentwickelt werden.
Besonders in größeren Immobilienportfolios entstehen daraus zusätzliche Vorteile. Wiederkehrende Defizite lassen sich über mehrere Gebäude hinweg erkennen, Standards vereinheitlichen und Maßnahmen nach Dringlichkeit und Wirkung priorisieren.
Auch für die Investitionsplanung gewinnt die strukturierte Betrachtung an Bedeutung. Ein Klimafahrplan verbindet Nachhaltigkeitsziele mit konkreten Maßnahmen und ermöglicht es Eigentümern und Betreibern, Investitionsbedarfe zeitlich einzuordnen und in die mittel- und langfristige Budgetplanung zu integrieren.
Damit verschiebt sich auch die Perspektive auf Zertifizierung. Entscheidend ist nicht allein, welchen Nachhaltigkeitsstandard ein Gebäude zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht, sondern welche Entwicklung daraus für die kommenden Jahre abgeleitet werden kann.

