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Top-Jahresstart auf dem Logistikmarkt Ruhrgebiet: Umsatz übertrifft Vorjahr und Durchschnitt

BNP Paribas Real Estate veröffentlicht Daten zum Logistikmarkt Q1 2026

20.04.2026

Der Logistikmarkt Ruhrgebiet ist gut in das Jahr 2026 gestartet und kann nach den ersten drei Monaten eine erfreuliche Zwischenbilanz vermelden: Mit einem Flächenumsatz von insgesamt 120.000 m² verbucht die polyzentrische Logistikregion sogar den besten Jahresauftakt seit 2020. Der deutliche Umsatzanstieg von knapp 52 % gegenüber dem ersten Quartal 2025 und der Sprung über den zehnjährigen Durchschnittswert (+10 %) sind darüber hinaus als weitere positive Faktoren für die aktuell lebhafte Vermietungsdynamik zu werten. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

Einen wesentlichen Umsatzbeitrag von gut 61 % des Marktgeschehens haben Vermietungen in Duisburg geliefert: Mit den Großabschlüssen des internationalen E-Commerce-Fulfillment-Unternehmens Goodcang (29.000 m²), dem Spatenstich einer Produktionshalle für Siemens Mobility im Logport Rheinhausen (20.000 m²) und dem Deal des chinesischen Handelskonzerns JD.com (18.000 m²) entfallen die drei größten Verträge seit Jahresbeginn auf die Ruhrmetropole. Neben den Abschlüssen in Duisburg lag der Nachfrageschwerpunkt im bisherigen Jahresverlauf vor allem in den zentralen Teilregionen des Ruhrgebietes. In diesem Kontext sind in erster Linie kleinere und mittelgroße Vermietungen in Städten wie Essen, Dortmund oder Gelsenkirchen anzuführen.

„Bei den Mietpreisen hat sich das Niveau seit Jahresende 2025 zwar nicht signifikant verändert, im 12-Monatsvergleich ist allerdings sowohl in der Spitze als auch im Durchschnitt ein Anstieg um jeweils rund 5 % zu verzeichnen. Premiumflächen in Top-Lagen liegen hierbei nach wie vor bei bis zu 8,00 €/m² und im Schnitt werden derzeit rund 6,70 €/m² erzielt“, erläutert Christopher Raabe, Geschäftsführer und Head of Logistics & Industrial von BNP Paribas Real Estate GmbH.

Handelslogistik bleibt Umsatztreiber Nummer 1

Die Umsatzverteilung auf die aktivsten Branchen des Logistikvermietungsmarktes wird momentan deutlich von Unternehmen dominiert, die im Bereich Handelslogistik tätig sind. Wobei gerade bei den Großkonzernen, die aus dem asiatischen Raum stammen und auf den Onlinehandel ausgerichtet sind, die Abgrenzung zwischen Handel und Logistikdienstleistung oftmals fließend ist. Zu nennen sind hierbei die Akteure Goodcang und JD.com.

In diesem Zusammenhang ist die Handelssparte mit anteilig knapp 6 % zwar bislang unterrepräsentiert, die Nachfrageimpulse, die von dieser Branche ausgehen, kommen jedoch indirekt im hohen Ergebnisbeitrag der Logistikdienstleister zum Ausdruck (gut 57 %). Nicht nur anteilig, sondern auch gemessen am Volumen konnten die Logistiker hierdurch ein überdurchschnittliches Resultat erzielen. Zusätzlich zu den Abschlüssen der prominenten Online-Player sind unter anderem Speditions- und Logistik-Unternehmen zu erwähnen, die in den Segmenten bis 10.000 m² zum Zuge gekommen sind. Mit weiteren fast 17 % ist durch den Deal von Siemens Mobility darüber hinaus der Produktionssektor im Branchen-Ranking vertreten.

Die breite Nachfragebasis im Ruhrgebiet spiegelt sich außerdem in den Größenkategorien der getätigten Abschlüsse wider: So sind alle Kategorien ab 5.000 m² mit mindestens 20 % an der Gesamtbilanz beteiligt.

Perspektiven

Der Logistikmarkt Ruhrgebiet konnte mit einer sehr guten Vermietungsdynamik im ersten Quartal nahtlos da anknüpfen, wo er in der zweiten Jahreshälfte 2025 aufgehört hat. Somit wäre bereits ein durchschnittlicher Flächenumsatz in den kommenden Monaten ausreichend, um zur Jahresmitte erneut ein gestiegenes Ergebnis zu präsentieren. Ob dies dann auch realisiert werden kann, hängt vor allem von den Entwicklungen der geopolitischen Konflikte ab, die durch die globale Vernetzung der Logistikbranche jederzeit das Potenzial mit sich bringen, das Marktsentiment in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen.

Soweit die diversen Krisenherde nicht weiter eskalieren, dürfte die Nachfrage insbesondere von Nutzern aus dem E-Commerce-Sektor und aus dem asiatischen Raum konstant hoch bleiben. Die Herausforderung besteht hierbei in erster Linie darin, die in der Regel großflächigen und oftmals kurzfristigen Gesuche dieser Akteure abzubilden. Insgesamt ist bei der Angebotssituation derweil nicht von signifikanten Veränderungen auszugehen: Während einige verfügbare Flächen in Bestandsobjekten abvermietet wurden, sorgen auslaufende Mietverträge und auf den Markt kommende Neubauentwicklungen weitestgehend für Seitwärtsbewegungen beim Flächenangebot.

„Die Entwicklung der Spitzenmiete ist differenziert zu betrachten: Auch wenn zunehmend Verträge im Bereich oder sogar über der Spitzenmiete von 8,00 €/m² zum Abschluss kommen, sind diese in vielen Fällen mit umfangreichen Incentive-Paketen verbunden. Somit ist für die kommenden Monate höchstens mit geringfügigen Anpassungen zu rechnen“, so Bastian Hafner, Head of Logistics & Industrial Advisory der BNP Paribas Real Estate GmbH.