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Bildunterschrift: Quelle: Aareal Bank

Digitales Neuland im Immobiliensektor erschließen

#Aarealthoughts - der Expertenblog der Aareal Bank
Henning Zander - Head of Start-up Program
17.02.2021

Kooperationen mit Start-ups bedeuten für Immobilienkonzerne nicht nur Zugang zu Innovation und Talenten, sondern auch die Möglichkeit, in neue Geschäftsfelder vorzustoßen. Im Rahmen einer Joint Venture-Kooperation mit ista und dem Start-up objego möchten wir gemeinsam die Digitalisierungspotenziale des privaten Vermietermarkts erschließen.

Im Zuge des steigenden Digitalisierungsdrucks ist es auch in der Immobilienindustrie seit einigen Jahren gängige Praxis, mit Start-ups zu kooperieren, um eigene Geschäftsfelder zu digitalisieren und zu erweitern. Zurecht, denn beide Seiten profitieren. Start-ups unterstützen Unternehmen beim „frischen Blick“ auf die eigene Branche, Corporates bieten Start-ups skalierbaren Kunden- und Marktzugang und lassen sie von deren Reputation profitieren. Aber neben der Digitalisierung der eigenen Geschäftsbereiche birgt die Zusammenarbeit mit Start-ups noch mehr. Sie kann dazu beitragen, alte Denkmuster aufzubrechen, den Horizont zu erweitern und ganz neue Kundengruppen und Märkte zu erobern.

Spannende Welt Privatvermieter

Bei der Kooperation mit objego haben wir Gelegenheit, uns in jeder Hinsicht spannendes Neuland zu erschließen. Das PropTech erweitert für uns den Markt in Richtung privater Vermieter. Für sie, die ihre Immobilien oft in ihrer Freizeit und nur mit semi-professionellen Mitteln managen, bietet objego eine digitale Plattform zur einfachen Verwaltung von Nebenkosten und Finanzen. Gemeinsam mit dem Energiedienstleister ista sind wir von der Aareal Bank seit Juli 2020 als strategische Partner am Start-up objego beteiligt. Abseits der gewohnten institutionellen Pfade und des B2B-Segments, in dem sich die Immobilienindustrie sonst bewegt, konnten wir von Philip Rodowski, dem Gründer von objego, und seinem Team viel lernen. Über 14 Millionen Wohnungen werden in Deutschland von privaten Vermietern angeboten. In diesem stark fragmentierten Markt, der alle möglichen Einkommen und Altersgruppen umfasst, ist jedoch eine starke Strömung erkennbar: Die Erbengeneration wird im privaten Immobiliensektor immer mehr zum Entscheidungsträger. Diese Altersgruppe ist bis ca. Mitte 40 und voll digitalisiert in fast allen Lebensbereichen.

Unzureichendes Angebot von Softwarelösungen

Nur bei der Digitalisierung der Immobilienverwaltung hapert es augenscheinlich. Das zeigte eine Umfrage, die Philip Rodowski Ende 2020 bei etwa 1.000 privaten Vermietern durchgeführt hat: „Rund 85 Prozent der privaten Vermieter kennen keine der gängigen Softwarelösungen zur Immobilienverwaltung. Einer der Gründe dafür scheint zu sein, dass viele der Lösungen die Bedürfnisse der privaten Vermieter nicht abdecken“, so der Gründer. „Hier gibt es in Sachen Digitalisierung also noch viel Luft nach oben – was uns gleichzeitig zeigt, wie attraktiv der Markt ist.“ Um in diesen Markt wirklich einzudringen, mussten wir auch verstehen lernen, dass private Vermieter ganz anders ticken als institutionelle. Viele private Vermieter legen Wert auf ein vertrauensvolles Verhältnis zum Mieter und einen wertschätzenden Umgang mit dem Mietobjekt und weniger um die Renditeoptimierung. Ein weiter Unterschied ist der Informationszugang.

Private Vermieter sind oft über neue regulatorische Voraussetzungen nicht im Bilde. Die Immobilienverwaltung läuft meist nebenberuflich, es fehlen Zeit oder Interesse, sich ausführlich mit der Gesetzgebung vertraut zu machen. Auch das Thema Datenschutz ist vielen noch nicht präsent. Ziel von objego ist es, diese Themen für die Anwender leicht handhabbar zu machen: „Wir wollen Ansprechpartner unserer Kunden für alle Fragen rund um die Immobilie sein. Zu Fragen rund um die Vermietung stellen wir deshalb zum Beispiel E-Books, Webinare und Blogartikel zur Verfügung.“

Gesamtlösung rund um die Privatimmobilie

Gemeinsames Ziel der Kooperation mit objego und ista ist es, das derzeitige Produktangebot von objego, bzw. den Funktionsumfang der Plattform gemeinsam weiterzuentwickeln und mit weiteren nutzerfreundlichen Services möglichst das gesamte Bedarfsangebot rund um die Immobilie in einer One-Stop-Lösung abzubilden.

Von dieser Konstellation profitieren alle. Wir von der Aareal Bank erweitern unseren Horizont und erschließen Geschäftspotenziale jenseits der institutionellen Wohnungswirtschaft, ista findet Möglichkeiten, ein weiteres digitales Angebot für Millionen privater Vermieter zu machen und objego, gerade ein Jahr alt, profitiert von der Erfahrung und dem breiten Marktzugang zweier etablierter Unternehmen, die seit Jahrzehnten in der Immobilienwirtschaft tätig sind. Dieses Projekt führt auch uns als Bank vor Augen, dass jedwede Kooperationen unerlässlich für Innovationen und neue Impulse ist und insofern für alle Beteiligten eine bereichernde Erfahrung darstellt.

Für alle, die jetzt auch Lust bekommen haben Neuland zu entdecken, gibt es zwei sicherlich spannende Sessions auf der diesjährigen DMREx II. Am 26. Februar 2021 von 11:30 – 12:00 Uhr gibt Philip Rodowski Einblicke in die Arbeit seines Start-up und am selben Tag von 14:00 – 14:30 Uhr liefere ich mir mit ihm einen spannenden Talk über unsere Zusammenarbeit. Hier geht’s zur kostenlosen Anmeldung: http://www.dmre-x.com/