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Ruhiger Start auf dem Leipziger Büromarkt – wenig Umsatz im mittleren Flächensegment

BNP Paribas Real Estate veröffentlicht Büromarktzahlen für das 1. Quartal 2026

Leipzig, 10.04.2026

Der Leipziger Büromarkt verzeichnete einen verhaltenen Jahresstart 2026: Im ersten Quartal belief sich der Flächenumsatz auf lediglich 15.000 m², was gegenüber dem Vorjahresquartal beinahe einer Punktlandung entspricht (-6 %). Der zehnjährige Mittelwert von 22.000 m² wurde nicht erreicht. Die in früheren Quartalen beobachtete hohe Widerstandsfähigkeit des Leipziger Marktes und die vergleichsweise wenig ausgeprägten Reaktionen auf konjunkturelle Schwankungen lassen sich aktuell nicht feststellen. Die schwächelnde Wirtschaft sowie makro- und geopolitische Risiken wirken sich dämpfend auf die Anmietungstätigkeit aus. Besonders im Segment der mittelgroßen Mietabschlüsse präsentiert sich der Markt zu Jahresbeginn ausgesprochen schwach. So konnten bis Ende März noch keine Verträge von Flächen zwischen 1.000 und 5.000 m² registriert werden. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

„Insgesamt entfallen rund 61 % des Ergebnisses auf Abschlüsse bis 500 m². Betrachtet man die Anzahl der abgeschlossenen Verträge liegt ihr Anteil sogar bei 93 %. Diese kleinteilige Struktur prägt das Marktgeschehen und stellt eine solide Nachfragebasis für die Messestadt dar. Zudem konnte bereits in Q1 ein Vertrag über 5.000 m² unterzeichnet werden. Dabei handelt es sich um die Anmietung von 5.200 m² durch die öffentliche Hand in Leipzig West“, erläutert Stefan Sachse, Geschäftsführer und Leipziger Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate GmbH. Die Spitzenmiete notiert gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 21 €/m². Sie wird weiterhin für Premiumflächen in Citylagen erzielt. Die Durchschnittsmiete liegt seit Dezember 2025 stabil bei 13,50 €/m².

Branchenstruktur bislang noch nicht aussagekräftig

In der Regel stellt die Branchenverteilung nach den ersten drei Monaten eines Jahres vielmehr eine Momentaufnahme dar, als dass sie ein für den Markt typisches Bild aufzeigt. So auch in diesem Jahr. Aufgrund des Großabschlusses der öffentlichen Hand wird das Marktgeschehen klar von dieser dominiert. Sie ist für überdurchschnittliche 63 % des Ergebnisses verantwortlich. Weitere 31 % steuern Dienstleistungsunternehmen bei, die eine Vielzahl kleinerer Abschlüsse auf sich vereinen.

Der Leerstand beläuft sich Ende März 2026 auf 235.000 m², was im Jahresvergleich einem Anstieg um 24 % entspricht. Lediglich 46 % der vakanten Flächen entsprechen dem modernen und stark nachgefragten Ausstattungsstandard. In diesem Segment wurde im ersten Quartal sogar ein Rückgang um 7 % verzeichnet, was die hohe Nachfrage nach eben diesen Flächen unterstreicht. Die Leerstandsrate steigt leicht auf 5,8 % und notiert damit weiterhin knapp über der Fluktuationsreserve.

Die im Bau befindlichen Flächen sind innerhalb der letzten zwölf Monate spürbar auf    51.000 m² gesunken (-52 % gegenüber Q1 2025). Auch das Volumen der noch verfügbaren Flächen im Bau ist zurückgegangen und notiert nur noch bei 23.000 m². Dies zeigt eindrucksvoll, wie schnell neue hochwertige Flächen vom Markt absorbiert werden.

Perspektiven

„Der Leipziger Büromarkt ist sehr verhalten ins Jahr 2026 gestartet. Aktuell fehlen insbesondere die mittelgroßen und großen Vertragsabschlüsse, die den Umsatz gerade in kleineren Märkten oftmals deutlich nach oben treiben. Das zurzeit schwankungsanfällige Marktumfeld bremst zusätzlich die Vermietungsdynamik. Eine schwächelnde Konjunktur sowie makroökonomische und geopolitische Unsicherheiten prägen weiterhin die Situation. Sollte sich die wirtschaftliche Lage jedoch verbessern, könnte sich auch in Leipzig eine steigende Nachfrage nach Büroflächen abzeichnen, sodass ein solides Ergebnis für das Gesamtjahr möglich erscheint. Die aktuell im Markt befindlichen Gesuche lassen ebenfalls einen positiven Blick auf die kommenden Monate zu. Ein Ergebnis leicht über dem Vorjahreswert von 85.000 m² ist realistisch“, so Hannes Baderschneider, Leipziger Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate GmbH.

Für die kommenden Quartale ist auf der Angebotsseite von einem weiteren Anstieg des Leerstands auszugehen. Gleichzeitig dürfte das Angebot an qualitativ hochwertigen Büroflächen, insbesondere in zentralen Lagen, weiterhin knapp bleiben.

Vor dem Hintergrund der skizzierten Nachfragestrukturen bei gleichzeitig knappem Angebot an Premiumflächen in Top-Lagen ist für den weiteren Jahresverlauf zwar davon auszugehen, dass der Druck hoch bleibt, doch die bereits hohe Spitzenmiete sollte ihr erreichtes Niveau vorerst halten.