Goldbeck beginnt mit der Planung eines zwölfgeschossigen Bürogebäudes am Campus in Bielefeld – Jury wählt Entwurf von HPP Architekten zum Sieger
Das europaweit tätige Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck startet die Planung für ein zwölfgeschossiges Bürogebäude am Stammsitz in Bielefeld. Für den Entwurfsplan des Neubaus hatte das Unternehmen einen Architekturwettbewerb mit zwölf teilnehmenden Büros aus ganz Deutschland ausgeschrieben. Als Sieger ging das Düsseldorfer Büro HPP Architekten hervor. Die ulrich hartung gmbH organisierte den Wettbewerb.
Ein Preisgericht aus Architektinnen und Architekten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Bielefeld und Goldbeck wählte den Entwurf Ende Januar 2026 aus. Das Verfahren wurde nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe RPW 2013 durchgeführt.
Bekenntnis zum Standort Bielefeld
Mit dem Neubau will das Familienunternehmen seinen Campus im Bielefelder Stadtteil Ummeln schrittweise weiterentwickeln. „Der Start der Planung ist für uns ein klares Bekenntnis zu unserem Stammsitz in Bielefeld. Wir haben diese Entscheidung zur Planung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bewusst getroffen, weil wir sehr langfristig denken und bereits heute die Weichen für eine tragfähige Infrastruktur von morgen und übermorgen stellen möchten,“ hebt Jörg-Uwe Goldbeck, geschäftsführender Gesellschafter von Goldbeck, hervor.
Architektonische Landmark in systematisierter Bauweise
Das geplante zwölfgeschossige Bürogebäude soll ab den 2030er Jahren als architektonische Landmark einen Akzent zum Eingang des Campus setzen und bietet vielfältige Kommunikationsbereiche, die sich spiralförmig durch alle Geschosse ziehen. Großzügige Verglasungen und helle Materialien unterstreichen die transparente und zeitgemäße Anmutung. Das Gebäude realisiert Goldbeck in seiner systematisierten Bauweise. Wesentliche Bauelemente fertigt das Unternehmen dabei industriell in eigenen Werken vor und setzt sie auf der Baustelle zu individuellen Gebäuden zusammen. „Architekturwettbewerbe haben bei Goldbeck Tradition, weil sie die hohe Gestaltungsfreiheit unser systematisierten Bauweise belegen“, erläutert Jörg-Uwe Goldbeck weiter. „Zugleich zeigt das Vorhaben unsere Kompetenz im Bau hoher Gebäude.“
Preisgericht lobt städtebauliche Qualität und Entwurfsvielfalt
Der Preisgerichtsvorsitzende, Professor Zvonko Turkali, lobt unter anderem die breite Varianz der Entwürfe: „Dem Preisgericht lagen zwölf spannende Arbeiten zur Beurteilung vor. Der Siegerentwurf ist gleich in mehrfacher Hinsicht ausgezeichnet: Er ist markant, klar gestaltet und bietet ein Erscheinungsbild, das zur Ausloberin passt. Städtebaulich ist der Entwurf als Solitär nahe der wichtigen Kreuzung Gütersloher Straße und Ummelner Straße positioniert. Durch seine Vertikalität entsteht ein interessantes räumliches Spannungsverhältnis zum benachbarten, horizontal gegliederten Systemzentrum.” Auch aus städtebaulicher Sicht bietet das Projekt Vorteile, betont Ilka Goldbeck, die den Planungsprozess betreut: „Hohe Gebäude mit kompaktem Fußabdruck ermöglichen eine besonders effiziente Nutzung der Fläche. Damit lässt sich der Flächenbedarf reduzieren und der Boden als Ressource schonen.” Die Architektin betont, dass das zwölfgeschossige Bürogebäude damit eine effiziente Antwort auf die aktuellen Herausforderungen in verdichteten Lagen biete. Zudem lasse sich der bestehende Bau am Standort aufgrund seiner Stahlbauweise beim Rückbau gut trennen und weitgehend recyceln, wodurch CO2-Emissionen reduziert werden.
Positive Signalwirkung für Stadtentwicklung
Claudia Koch, Dezernentin für Wirtschaft und Stadtentwicklung, vertrat die Stadt Bielefeld als Sachpreisrichterin im Preisgericht. Sie begrüßt das Wettbewerbsergebnis: „Der Siegerentwurf liefert künftig als gestalterisch hochwertige Wegmarke einen städtebaulichen Akzent an der B 61 zwischen Bielefeld und Gütersloh. Von ihm kann eine positive Signalwirkung ausgehen, die die Identität des ganzen Stadtteils stärken wird. Mit seinem zeitlosen und sympathischen Auftritt eröffnet er hervorragend den wichtigen Goldbeck-Campus.“
Nächste Schritte
Das geplante zwölfgeschossige Bürogebäude soll rund 4.800 m² Bruttogrundfläche umfassen. Als nächste Schritte folgen die Aufstellung eines Bebauungsplans durch die Stadt Bielefeld sowie die Ausarbeitung des Bauantrags. Dieser Prozess wird rund zwei Jahre in Anspruch nehmen. Eine Fertigstellung ist nicht vor 2030 zu erwarten. Im Technischen Rathaus in Bielefeld werden im Rahmen einer Ausstellung bis zum 10. April 2026 der prämierte Entwurf von HPP Architekten sowie die weiteren elf Wettbewerbsbeiträge gezeigt. Die Ausstellung ist während der regulären Öffnungszeiten des Technischen Rathauses zugänglich.
