196+ forum München zeichnet erstmals drei Gewinner zur Hotelimmobilie des Jahres aus
Die Auszeichnung „Hotelimmobilie des Jahres 2026″ geht dieses Jahr aus Anlass des Jubiläums des Preises erstmals an drei Hotels. Die Gewinner ARCOTEL Tabakfabrik (Österreich, Linz), Casa Cook Madonna (Italien, Madonna di Campiglio) und Hotel Schani City (Wien, Österreich) wurden gestern im Rahmen der 196+ forum-Fachkonferenz in München ausgezeichnet.
Andreas Martin, Jury Vorsitzender: „Dass wir in diesem Jahr drei Gewinner prämieren, die für ganz unterschiedliche Konzepte und Ansätze stehen, ist ein starkes Signal. Gerade diese Vielfalt spiegelt den Hotelmarkt sehr gut wider. Erfolgreiche Projekte folgen heute nicht mehr einem einzigen Rezept, sondern überzeugen mit individuellen Antworten auf Standort, Zielgruppen und veränderte Anforderungen der Gäste. Die drei Gewinner zeigen auf sehr unterschiedliche Weise, wie breit das Spektrum an zukunftsfähigen Hotelkonzepten inzwischen ist.“
Aus den 24 Bewerbern aus elf europäischen Ländern hatte die interdisziplinär besetzte 12-köpfige Jury zehn Nominierte aus fünf Ländern ausgewählt. Von diesen Nominierten wurden in diesem Jahr drei Hotels als Gewinner gewählt. Angesprochen bei der Ausschreibung zur „Hotelimmobilie des Jahres“ waren sowohl Hotelentwickler als auch -eigentümer und -betreiber. Für den Preis haben sich zwischen Januar 2025 und Juni 2026 eröffnete Hotels beworben. Entscheidend bei der Jury-Auswahl war ein gelungenes Gesamtkonzept aus Architektur und Gestaltung, Einfügen in das Projektumfeld, Nachhaltigkeit und technische Innovationen, Originalität des Konzeptes sowie Wirtschaftlichkeit.
Thiemo Willms, Jury-Mitglied und Vice President Development DACH & Nordics, Accor: „Die diesjährigen Bewerbungen spiegeln die Vielfalt und Innovationskraft der europäischen Hotellerie wider, von eindrucksvollen Leisure-Destinationen in den Alpen und in Nordeuropa bis hin zu herausragenden Stadthotels in zentralen Metropolen. Trotz der derzeitigen Zurückhaltung bei Hotelneubauten haben wir zahlreiche Projekte auf sehr hohem Niveau gesehen, wobei verstärkt Umnutzungs- und Konversionskonzepte an Bedeutung zulegen. Unter all diesen Kandidaten war die Auswahl der Finalisten alles andere als einfach, sondern Ergebnis intensiver fachlicher Diskussionen sowie einer sorgfältigen Abwägung von Faktoren wie Standortqualität, Wirtschaftlichkeit, Innovation und Nachhaltigkeit.“
Die Gewinner
Das ARCOTEL Tabakfabrik ist Teil des neuen Quadrill Quartiers auf dem denkmalgeschützten Areal der Linzer Tabakfabrik. Der etwas über 100 Meter hohe Hotelturm verbindet das industrielle Erbe des Standorts mit zeitgemäßer Hochhausarchitektur und öffnet sich zugleich bewusst zum Quartier. Das Haus umfasst 189 Zimmer und Suiten sowie rund 1.000 Quadratmeter Konferenzfläche. Besonderer Anziehungspunkt ist das Q27 im 27. Obergeschoss auf 99 Metern Höhe mit Restaurant, Bar, Lounge und Terrasse sowie einem 360-Grad-Blick über Linz, Donau und Umland. Auch im Interior, das bei diesem Arcotel auch mit den Hochbauarchitekten von Zechner & Zechner aus Wien entwickelt wurde, bleibt die Geschichte des Ortes präsent: Sichtbeton, Metall und industrielle Elemente treffen auf warme Materialien und eine präzise Lichtinszenierung.
Das Casa Cook Madonna di Campiglio ist aus dem ehemaligen familiengeführten Hotel Milano hervorgegangen und markiert zugleich den ersten Auftritt der internationalen Hotelmarke Casa Cook in einem traditionellen Wintersportort. Der bestehende Hotelbau, vormals das Hotel Milano, aus den 1960er-Jahren wurde umfassend revitalisiert, neu geordnet und durch den Ausbau des Dachgeschosses um zehn Zimmer auf insgesamt 50 Zimmer erweitert. Statt Abriss stand dabei die Weiterentwicklung des Bestands im Mittelpunkt. Die für Casa Cook typische reduzierte Gestaltung wurde erstmals in einen alpinen Kontext übersetzt und verbindet dunkles Holz, mineralische Oberflächen und warme Erdtöne mit restaurierten Möbeln aus dem Bestand. Direkt am zentralen Dorfplatz gelegen, soll das Haus neue, insbesondere internationale Gästegruppen für Madonna di Campiglio erschließen und zugleich Impulse geben, für eine stärkere Entwicklung des Ortes über die klassische Wintersaison hinaus.
Das Hotel Schani City versteht sich als urbane Ruheoase mitten in der Wiener Leopoldstadt. In einer ruhigen Seitenstraße nahe dem Karmelitermarkt gelegen, verbindet das Haus zeitgemäße Architektur und natürliche Materialien mit digitalen Technologien und einem ausgeprägten Kunst- und Designkonzept. Die digitale Guest Journey soll dabei nicht den persönlichen Kontakt ersetzen, sondern Freiräume für individuelle Betreuung schaffen. Zugleich greift das Hotel die kulturelle und jüdische Geschichte der so genannten „Mazzesinsel“ auf und integriert sie nicht nur in sein Storytelling, sondern auch in die technische Ausstattung sogenannter „koscher-freundlicher“ Zimmer. So entsteht weniger ein klassisches Stadthotel als vielmehr ein Rückzugs- und Begegnungsort für design- und kulturaffine Stadt- sowie Geschäftsreisende, über alle Kulturen und Religionen hinweg.
Gewinner „Hotelimmobilie des Jahres 2026″ (in alphabetischer Reihenfolge)
ARCOTEL Tabakfabrik
Standort: Österreich, Linz
Eigentümer: TF BOSTON GmbH
Betreiber: ARCOTEL Hotels
Projektentwickler: Bodner Bau
Architekt: Zechner & Zechner ZTGmbH, Wien
Innenarchitekt: Arch. Monika Breu (Projektverantwortliche bei Zechner & Zechner)
Betriebstyp / Kategorie: Konferenzhotel / 4-Sterne
Bauzeit: 59 Monate
Zimmeranzahl: 189
Casa Cook Madonna
Standort: Italien, Madonna di Campiglio
Eigentümer: JPI Hotel Milano S.r.l.
Betreiber: Treasurests MdC S.r.l.
Projektentwickler: JPI Hospitality Advisory GmbH
Architekt: Architettura & Design, Studio Monazza Rolando
Innenarchitekten: vision alphabet GmbH, Berlin
Betriebstyp / Kategorie: Resorthotel / 4-Sterne
Bauzeit: 22 Monate
Zimmeranzahl: 50
Hotel Schani City
Standort: Österreich, Wien
Eigentümer: KODESCH GmbH
Betreiber: Hotel Schani City GmbH
Projektentwickler: HOPPE+PARTNER ZT-GmbH
Architekt: HOPPE+PARTNER ZT-GmbH
Innenarchitekt: AllesWirdGut Architektur ZT GmbH
Betriebstyp / Kategorie: Stadthotel / 4-Sterne
Bauzeit: 16 Monate
Zimmeranzahl: 126
Die zehn nominierten Hotels in alphabetischer Reihenfolge
- ARCOTEL Tabakfabrik (Linz, Österreich)
- Brach Madrid (Madrid, Spanien)
- Casa Cook Madonna (Madonna di Campiglio, Italien)
- Hotel De Zeewaartschool (Vlissingen, Niederlande)
- Hotel Schani City (Wien, Österreich)
- Kimpton Main Frankfurt (Frankfurt am Main, Deutschland)
- Silt & Sand Langeoog (Langeoog, Deutschland)
- SLS Barcelona (Barcelona, Spanien)
- The Florentin by Althoff Collection (Frankfurt am Main, Deutschland)
- Wilde, Vienna Fleischmarkt (Wien, Österreich)
Die Preisträger „Hotelimmobilie des Jahres“ bisher
Cocoon Theresienwiese, München, Deutschland (2025), OLM Nature Escape Sand-Taufers, Südtirol, Italien (2024), Falkensteiner Hotel Montafon, Österreich (2023), Hotel Wilmina Berlin (2022), Ruby Luna Düsseldorf (2021), Grand Park Hotel Rovinj, Kroatien (2020), Schgaguler Hotel Kastelruth (2019), QO Amsterdam (2018), Bretterbude Heiligenhafen (2017), Reichshof Hamburg CURIO Collection by Hilton (2016), Hotel Zoo Berlin (2015), Holzhotel Forsthofalm Leogang, Salzburger Land (2014), Radisson Blu Hotel Nantes (2013), Hotel TOPAZZ Wien (2012), 25hours HafenCity Hamburg (2011), Roomers Frankfurt (2010), Lindner Park-Hotel Hagenbeck (2009), 25hours Frankfurt (2008), Schloss Elmau Luxury Spa & Cultural Hideaway (2007), Hotel Daniel Graz (2006), Colosseo Erlebnishotel Rust (2004), Rocco Forte Hotel Amigo Brüssel und Accor Suite Hotel Hamburg (2003), Hilton Köln (2002).
