Deutscher Investmentmarkt für Gesundheits- und Sozialimmobilien: Zwei Großdeals egalisieren nahezu das Gesamtergebnis 2025
Im 1. Quartal 2026 belief sich das Transaktionsvolumen mit Gesundheits- und Sozialimmobilien laut Savills auf etwas mehr als 1,1 Mrd. Euro. Damit wurde der Wert des gesamten Vorjahres (1,2 Mrd. Euro) bereits im 1. Quartal fast erreicht. Es war zugleich das umsatzstärkste Quartal seit Ende 2024. Maßgeblichen Anteil daran hatte die Mehrheitsübernahme von Cofinimmo durch Aedifica sowie der Erwerb eines Ärztehaus-Portfolios von Northwest Healthcare Properties durch TPG Real Estate. Im 1. Quartal hat Savills etwa ein Viertel mehr Transaktionen erfasst als im Quartalsdurchschnitt der letzten beiden Jahre.
Die Spitzenrenditen blieben sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch zum Vorjahreszeitraum stabil. Sie lagen zum Ende des 1. Quartals bei 5,2 % für Pflegeheime, 4,7 % für Ärztehäuser und 4,5 % für Betreutes Wohnen.
Max Eiting, Director und Head of Healthcare Capital Markets bei Savills in Deutschland, kommentiert das Marktgeschehen wie folgt: „Das Interesse an deutschen Gesundheits- und Sozialimmobilien hat in den vergangenen Quartalen spürbar zugenommen – angeführt von großen, häufig internationalen institutionellen Investoren. Dieses Bild hat sich zuletzt auch auf der MIPIM bestätigt. Viele dieser Investoren suchen gezielt nach größeren Portfolios, die in Deutschland derzeit jedoch kaum verfügbar sind. Vor diesem Hintergrund stellen die beiden Großtransaktionen des ersten Quartals eine Ausnahme in einem ansonsten stark fragmentierten Markt dar. Besonders dynamisch entwickelt sich derzeit die Nachfrage nach Ärztehäusern. Neben klassischen Investoren aus dem Gesundheitsimmobiliensektor treten zunehmend auch langjährige Büroinvestoren auf, die die strukturelle Nähe zu Büroimmobilien schätzen und zugleich von der besonders stabilen Flächennachfrage durch medizinische Dienstleister profitieren. Zugleich beobachten wir, dass sich auch die Investorennachfrage nach Pflegeheimen erhöht. Hier engagieren sich verstärkt Value-Add-Investoren, die Anfangsrenditen von über 7 % anstreben und mit zweistelligen Gesamtrenditen kalkulieren. Die wirtschaftliche Stabilisierung vieler Betreiber infolge erfolgreich abgeschlossener Verhandlungen mit den Kostenträgern stärkt das Vertrauen in das Segment erneut – auch wenn der Fachkräftemangel weiterhin eine zentrale Herausforderung bleibt. Die gestiegene Nachfrage bei Investoren dürfte zu einer moderat höheren Zahl an Transaktionen führen, was bereits das erste Quartal mit einem Anstieg der Verkaufsfälle gezeigt hat. Für den weiteren Jahresverlauf rechnen wir mit einer weitgehend stabilen Marktdynamik.“
Pflegeheimtransaktionen dominierten das Marktgeschehen im 1. Quartal 2026. Mit ihnen wurden gut 559 Mio. Euro bzw. 50 % des Gesamtvolumens umgesetzt. Danach folgten Ärztehäuser mit einem Volumen von 262 Mio. Euro (23 % des Gesamtvolumens). Die beiden Objekttypen Betreutes Wohnen sowie Krankenhäuser/Rehakliniken machten jeweils rund 12 % des Gesamtvolumens aus.
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