Ein Jahr Bau-Turbo: Bauen wird nur günstiger, wenn weitere staatliche Kosten sinken
Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen bewertet die Bilanz zum Jahrestag der Einführung des sogenannten „Bau-Turbo“ kritisch.
„Wir befinden uns noch im unteren Drehzahlbereich. Denn nicht jede Kommune will den Bau-Turbo zünden. Der Name Bau-Turbo ist eigentlich ein Etikettenschwindel, es ist eine mögliche Planungsbeschleunigung, die schneller zu Genehmigungen führen kann. Davon rollt der Bagger aber nicht zur Baustelle. Wir haben es zudem mit der denkbar schlechtesten Konstellation zu tun, die möglich ist: Hohe Baukosten treffen auf hohe Bauzinsen, dann noch die explodierenden Energiekosten, hohe Anforderungen und deshalb auch hohe Preise und so gut wie keine Nachfrage. Und das wird sich auf absehbare Zeit nicht ändern, egal wie sehr wir uns das Gegenteil wünschen“, betont BFW-Präsident Dirk Salewski in Berlin.
„Nur wenn wir es schaffen, den normalen Leuten wieder Eigentum zu ermöglichen, wird sich etwas ändern. Familien und Angestellte stehen im Abseits, und nur noch die mit dickem finanziellem Polster könnten sich das Bauen noch leisten. Ein „Bau-Turbo“ alleine macht noch keinen Aufschwung. Nur ein Dreisprung aus Erleichterungen, Beschleunigung und Kostensenkungen führt zu mehr und günstigerem Wohnraum. Es braucht ein Bündel aus Maßnahmen, die im Zusammenspiel wirken können. Dazu muss die Mehrwertsteuer gesenkt werden, es braucht attraktive Förderungen und Abschreibungsmöglichkeiten, keine Grunderwerbsteuer beim Ersterwerb einer selbstgenutzten Immobilie, und wir benötigen einen Gebäudetyp E, der es ermöglicht, ohne Schnickschnack einen Vertrag abzuschließen. Die Debatte um Vergesellschaftung in Berlin hat die Aussicht auf eine Verbesserung der Lage zudem verschlechtert. Investitionen sind das A und O. Ohne privates Kapital wird nicht gehen. Niemand investiert, wenn Eigentum nicht mehr sicher ist“, erklärt Salewski.
