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23.02.2021 MärkteBerlin

Aengevelt Research konzipiert neue Immobilientypen für Innovationscluster.

Das kalifornische Silicon Valley und das chinesische Shenzhen sind Hotspots für Innovationen, weil dort extrem viele kreative Köpfe in enger Nachbarschaft arbeiten und leben. Innovative Unternehmen braucht auch Deutschland – und dafür werden die passenden Immobilien benötigt, welche die räumlichen Voraussetzungen für kreative Prozesse bieten. Aengevelt Research hat ermittelt, dass neuartige Typen von Immobilien dabei helfen können, innovative Ideen, Produkte und Prozesse zu entwickeln und zu vermarkten.

  • Urheber: Nathalie Schramm, Quelle: Aengevelt
Bildunterschrift: Urheber: Nathalie Schramm, Quelle: Aenge...
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Aus der Kreativitätsforschung ist bereits seit langem bekannt, dass Innovationen häufig dadurch zustande kommen, dass Elemente aus verschiedenen Bereichen, die vorher nichts miteinander zu tun hatten, miteinander kombiniert werden. Apple hat beispielsweise Computer mit Design kombiniert und Facebook Informationstechnologie mit Psychologie. Damit solche innovativen Kombinationen zustande kommen, müssen erstens Unternehmen aus verschiedenen Welten in Kontakt gebracht werden, zweitens müssen sie den regelmäßigen persönlichen Austausch miteinander pflegen, und drittens werden auch Freiräume benötigt, damit Ideen zu marktfähigen Innovationen entwickelt werden können.

„Freiräume für kreatives Denken werden im übertragenen und im wörtlichen Sinne benötigt“, sagt Prof. Dr. Volker Eichener, der in sein Buch „Strategisches Management für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft“ ein Kapitel über Innovationsmanagement aufgenommen hat. „Erstens benötigen Kreative die Freiheit, um auch ungewöhnliche und geradezu verrückte Ideen zu entwickeln. Zweitens benötigen sie auch zeitliche Freiräume, an innovativen Konzepte zu spinnen, und das geschieht üblicherweise nicht zwischen 8:00 und 17:00 Uhr. Und drittens benötigen sie auch echte Räume, in denen sie zusammenkommen können, die Platz bieten, um Storyboards zu schreiben, um Brainstormings durchzuführen, um Modelle zu basteln, und die sie nicht zuletzt auch durch eine besondere Atmosphäre und ein besonderes Ambiente stimulieren.“

Eine nicht zu unterschätzende Bedeutung weisen auch die Zufallsentdeckung auf, die im Jargon der Wissenschaft auch „Serendipität“ genannt wird. „Die Wahrscheinlichkeit für solche Zufallsentdeckungen kann aber systematisch erhöht werden“, so Eichener, „wenn wir Immobilien haben, die die Frequenz von Inspiration steigern.“

Das Team von Aengevelt Research hat internationale Erfahrungen und beispielhafte Projekte in Deutschland analysiert, um die Anforderungen zu ermitteln, die an kreativitätsfördernde Immobilien zu richten sind. So blieben die meisten Gründer- und Technologiezentren, die seit den 1980er Jahren an vielen Standorten eröffnet worden sind, in baulich-räumlicher Sicht viel zu konventionell, um kreative Prozesse wirksam zu fördern. Nach den Erkenntnissen von Aengevelt Research sollten Immobilien für innovative Unternehmen folgende Bedingungen aufweisen:

- Lebendige Standorte, eher in Szenevierteln mit buntem sozialem und kulturellem Leben als in sterilen Büroparks.

- Unkonventionelle Gebäude, gern auch in alten Industrieobjekten Gebäude, die als „Third Spaces“ zwischen Wohnung und Büro die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen lassen.

- Offene Grundrissgestaltung mit multifunktionalen Zonen, Lounge-Areas, Kreativ- und Projekträumen, Agil- und Scrumflächen, Storyboard-Räumen, Clubräumen, Räumen mit Spielen, Darts oder Tischfussball, Rückzugsräumen, Power-Nap-Kabinen und sogar Dance Floors für die After-Work-Party.

- Eine Mischung von etablierten Unternehmen und Start-ups, die systematisch Kreative wie Designer, Grafiker, Musiker, Künstler sowie ITund Web-Nerds miteinschließt.

Da diese Voraussetzungen durchaus von Altbauten an B- oder C-Standorten erfüllt werden, müssen die Innovationsimmobilien trotz ihres tendenziell höheren Flächenbedarfs pro Arbeitsplatz überhaupt nicht teuer sein – im Gegenteil, Ambiente ist wichtiger als konventionelle Statussymbole. Ein Beispiel für ein derartiges Innovationscluster ist die Factory Berlin, die an mittlerweile zwei Standorten nicht nur Büroflächen bietet, sondern das, was sie eine „Community of Innovators“ oder als „Ökosystem für Innovationen“ bezeichnen. Neben Büroflächen und Veranstaltungsflächen gibt es dort beispielsweise ein Restaurant, ein Café, eine Bibliothek, einen Meditationsraum, Sporthallen, einen Raum für virtuelle Realität und ein Musikstudio. Eine Hochschulkooperation eröffnet Bildungsperspektiven. Das Konzept geht auch betriebswirtschaftlich auf: Die Factory in Berlin-Mitte hat ihren Immobilienwert verdreifacht und die Filiale am Görlitzer Park bereits innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Das Konzept soll jetzt in anderen deutschen Städten ausgerollt werden.
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