Flächenumsatz am Münchner Büromarkt wächst um ein Drittel
Spitzenmiete steigt auf 62 Euro/m², Leerstand stabilisiert sich
Auch im zweiten Quartal des laufenden Jahres hat der Münchner Bürovermietungsmarkt deutlich besser performt als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Mit 182.600 m² lag der Flächenumsatz um rund die Hälfte über dem Vergleichswert. Für das erste Halbjahr 2026 ergibt sich somit ein Vermietungsvolumen von 347.500 m² – ein Plus von einem Drittel im Jahresvergleich. Damit liegt der Umsatz auf dem Zehnjahresschnitt und rund ein Fünftel über dem Fünfjahresmittel.
Getragen wurde das gute Vermietungsergebnis im zweiten Quartal hauptsächlich von mittelgroßen und kleineren Deals, was nach Ansicht von Fritz Maier-Hartmann, Senior Team Leader Office Leasing und Niederlassungsleiter JLL München, „für ein gesundes und nachhaltiges Marktgeschehen spricht“. Insgesamt wurden von April bis Juni 157 Abschlüsse registriert. Lediglich der Eigennutzerdeal von Apple übertraf mit rund 29.000 m² die Schwelle von 10.000 m². Im ersten Quartal hatten die Softwarefirma JetBrains und E.ON mit Abschlüssen von jeweils rund 21.5000 m² für großvolumige Anmietungen gesorgt.
Im ersten Halbjahr summieren sich die gezählten Abschlüsse auf 282 Deals, etwas weniger als im Vorjahr (299). Im Schnitt wurden pro Deal 1.132 m² angemietet. Der Leerstand liegt mit 8,8 Prozent zwar recht deutlich über dem Vorjahreswert (7,6 Prozent), allerdings moderat niedriger als zum Ende des ersten Quartals (8,9 Prozent).
Die Spitzenmiete hat sich in München weiter erhöht. Für Topflächen in besten Lagen werden mittlerweile bis zu 62 Euro/m² verlangt, das sind zwei Euro mehr als im ersten Quartal und vier Euro mehr als vor einem Jahr. Bis Jahresende erwartet Maier-Hartmann einen weiteren Anstieg der Spitzenmiete.
Trotz der hohen Mieten wurde mit 109.400 m² der stärkste Flächenumsatz in der Innenstadt gemessen, gefolgt von den Teilmärkten Westend (52.800 m²) und Süden (36.400 m²). Umsatzstärkste Branchen sind Industrie (118.500 m²) und EDV (88.800 m²). „Das unterstreicht, dass der Standort nach wie vor attraktiv ist und insbesondere mittelgroße Unternehmen ihre Geschäftsaussichten positiv einschätzen und sich handlungs- und entscheidungsfähig präsentieren“, sagt Maier-Hartmann.
Er rechnet mit einer anhaltenden Marktdynamik im weiteren Jahresverlauf: „Es sind einige Großgesuche von mehr als 20.000 m² im Markt. Daher dürfte sich die positive Entwicklung fortsetzen.“ Allerdings führten die geopolitischen und konjunkturellen Entwicklungen zu einer gewissen Verlangsamung der Entscheidungsprozesse. Daher hält Maier-Hartmann trotz des sehr guten ersten Halbjahres an der Umsatzprognose von 640.000 m² für das Gesamtjahr fest.

