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Grenzüberschreitende Käufer kehren in den europäischen Büromarkt zurück

Berlin, 12.05.2026
European office prime yields (%)

Laut der jüngsten Savills-Analyse hat sich das Ankaufsvolumen grenzüberschreitender Käufer von europäischen Büroimmobilien deutlich erholt. Französische SCPIs bleiben in regionalen Städten im Vereinigten Königreich aktiv, haben ihr Engagement auf Zentral- und Osteuropa (CEE) ausgeweitet und richten ihren Blick auf die nordischen Länder, um höhere Renditen zu erzielen. Norwegische (+297 %), japanische (+264 %), tschechische (+61 %) und spanische (+27 %) Investoren sowie Käufer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (+51 %) haben 2025 jeweils deutlich mehr in europäische Büros investiert als im Durchschnitt der vorangegangenen fünf Jahre.

Savills stellt fest, dass Banken weiterhin bereit sind, hochwertige, zentral gelegene Büros zu finanzieren, was die Liquidität für mit hohen Losgrößen schrittweise verbessert. Die Büroinvestitionen in Spanien stiegen im ersten Quartal 2026 auf über 1 Mrd. € – nach dem Verkauf des Bürogebäudes Edificio Estel in Barcelona durch Bain Capital und die Freo Group an InmoCaixa, den Savills beraten hat. In Paris ist der Verkauf von 83–85 Avenue Marceau an Hines für 243 Mio. € ein weiteres Indiz für eine Verbesserung der Marktliquidität.

Im ersten Quartal 2026 blieben die durchschnittlichen Spitzenrenditen für europäische Büroimmobilien stabil bei 4,9 %. Bukarest zog um 20 Basispunkte an, Barcelona, Madrid und Manchester jeweils um 25 Basispunkte, während Prag um 10 Basispunkte nachgab.

Mike Barnes, European Office Research Director bei Savills, sagt: „Insgesamt bleiben die Fundamentaldaten für Investoren attraktiv: Die durchschnittlichen Spitzenmieten für Büros stiegen im vergangenen Jahr um über 4 %, und wir erwarten in diesem Jahr ein weiteres Wachstum von 3,7 %, was die Unterversorgung mit hochwertigen Flächen widerspiegelt. Da die Margen der Projektentwickler weiter unter Druck geraten, werden sich viele Projekte mutmaßlich verzögern.“
James Burke, Director, Global Cross Border Investment bei Savills, sagt: „Laut RCA-Daten wurden 2025 über 3 Mrd. € an Büroflächen in Kontinentaleuropa zum Zwecke der Revitalisierung bzw. Umnutzung erworben – das stärkste Jahr seit 2021.“

Mit Blick auf den deutschen Büroinvestmentmarkt ordnet Karsten Nemecek, Deputy CEO Germany und Head of Capital Markets Germany bei Savills, die aktuelle Entwicklung wie folgt ein: „Auch in Deutschland nimmt die Marktaktivität wieder zu und wir sehen mehr Immobilien in Verkaufsprozessen, begleitet von realistischeren Preiserwartungen und einer höheren Verhandlungsbereitschaft auf Verkäuferseite. Das spricht in einem weiterhin von selektiver Nachfrage geprägten Marktumfeld zumindest für eine moderat steigende Zahl an Transaktionen. Insbesondere private Investoren und Family-Offices spielen am deutschen Markt derzeit eine wichtige Rolle und haben zuletzt verstärkt auch Büroimmobilien angekauft, was zusätzlich zur Marktliquidität beiträgt.“

Alle Daten und Fakten auch in unserem Spotlight: European Office Investment – Q1 2026