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Investmentmarkt Leipzig: mit 209 Mio. € stärkster Jahresauftakt seit 2021

BNP Paribas Real Estate veröffentlicht Marktzahlen für das 1. Quartal 2026

Leipzig, 14.04.2026

Der Leipziger Investmentmarkt kann zum Jahresstart 2026 mit einem starken Quartalsergebnis aufwarten. Das Investmentvolumen beläuft sich in den ersten drei Monaten des Jahres auf 209 Mio. €. Damit wurde das Gesamtjahresergebnis 2025 (204 Mio. €) bereits Ende März übertroffen und der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahresauftaktquartale um 11 % überschritten. Das jüngste Resultat ist das beste seit 2021 und das vierthöchste der vergangenen Dekade. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

Anders als im Vorjahr konnte nun wieder eine Transaktion im dreistelligen Millionenbereich registriert werden. Erfolgreich begleitet von BNPPRE hat Unibail-Rodamco-Westfield (URW) 90,9 % des Shopping-Centers Höfe am Brühl an den tschechischen Investor Investika Real Estate Fund veräußert. Daneben ist die Abschlussdynamik im kleinen und mittleren Größensegment leicht gestiegen.

„Die Rahmenbedingungen für den Leipziger Investmentmarkt sind unverändert herausfordernd. Wie auch an den anderen großen deutschen Investmentstandorten wirken die schwache konjunkturelle Entwicklung sowie die geopolitischen Unsicherheiten insgesamt dämpfend auf den Markt. Die Netto-Spitzenrenditen sind in der Konsequenz in den vergangenen 12 Monaten punktuell leicht gestiegen. Für Geschäftshäuser wird ein Plus um 20 Basispunkte auf 5,00 % registriert und für Logistikimmobilien um 25 Basispunkte auf aktuell 4,70 %. Für Premium-Büroobjekte liegt sie unverändert bei 5,30 %“, Stefan Sachse, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Leipziger Niederlassungsleiter.

Einzelhandelstransaktionen dominieren zu Jahresbeginn den Markt

Zu Jahresbeginn dominieren Einzelhandelstransaktionen den Leipziger Investmentmarkt, was allen voran dem Erwerb der Mehrheitsanteile am Shopping Center Höfe am Brühl geschuldet ist, wobei darüber hinaus auch ins Fachmarktformat investiert wurde. Der Einzelhandelsmarktanteil liegt bei hohen 79,5 %. Weitere 20,5 % entfallen auf die Sammelkategorie Sonstige, zu der u.a. Entwicklungsgrundstücke und Pflegeimmobilien zählen. Keine Abschlüsse können bis dato für die Assetklassen Büro, Logistik und Hotel vermeldet werden, wobei sich auch in diesen Segmenten verschiedene, auch größere, Transaktionen in Anbahnung bzw. Verhandlung befinden.

Durch die Höfe am Brühl beläuft sich der Marktanteil der City auf hohe 76 %. Die weiteren Abschlüsse wurden in der Peripherie getätigt, sodass sich ihr Marktanteil auf 24 % summiert. In den kommenden Monaten sollte sich diese Verteilung deutlich verschieben, da sich auch im Cityrand und in den Nebenlagen Investoren aktuell sehr attraktive Investmentopportunitäten bieten – über sämtliche Assetklassen hinweg.

Erfreulich ist die homogenere Verteilung des Investmentvolumens auf die verschiedenen Größenklassen im Vorjahresvergleich. Neben der Großtransaktion im dreistelligen Millionenbereich wurden jetzt auch wieder Abschlüsse zwischen 25 und 50 Mio. € sowie zwischen 10 und 25 Mio. € getätigt. Ihr Marktanteil beläuft sich aktuell auf gut 20 %.

Perspektiven

Der Leipziger Investmentmarkt ist belebter in das Jahr 2026 gestartet und profitiert dabei insbesondere von der Mehrheitsbeteiligung am Shopping Center Höfe am Brühl – die erste Transaktion im dreistelligen Millionenbereich seit 2024. Gleichzeitig unterstreicht die zu Jahresbeginn wieder gestiegene Anzahl an Transaktionen im kleineren und mittleren Größensegment die Attraktivität des Leipziger Investmentmarkts.

Das Investoreninteresse an Investmentopportunitäten in Leipzig hat in den vergangenen Monaten spürbar angezogen und sollte sich im Laufe des Jahres in weiteren Abschlüssen materialisieren. Die Pipeline an marktgängigem Produkt ist in sämtlichen Assetklassen gut gefüllt, und im Markt ist aktuell eine Vielzahl an Vermarktungs- und konkreten Verhandlungsprozessen zu registrieren.

„Allerdings steht auch der Leipziger Investmentmarkt unter dem Eindruck der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Ihre potenziellen Auswirkungen auf Energieversorgung, Inflation, Zinsen und Finanzierungskonditionen bringen Unsicherheit mit sich und bewegen Investoren bundesweit. Vor diesem Hintergrund ist kurzfristig ein gedrosseltes Tempo in den Transaktionsprozessen kaum auszuschließen. Mit zunehmender Planbarkeit auf Käuferseite sollte sich die Markterholung im Leipziger Markt jedoch fortsetzen. Ein Investmentvolumen, das langsam wieder Kurs auf die 400 Mio. € Marke nimmt, ist realistisch“, so Hannes Baderschneider, Leipziger Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate GmbH.