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Koalitionsausschuss kündigt stabilen CO₂-Preis für 2027 an: GdW begrüßt Signal für mehr Planungssicherheit

Berlin – Der Koalitionsausschuss hat sich gestern darauf verständigt, den CO₂-Preis im kommenden Jahr stabil halten zu wollen.

Berlin, 13.05.2026

Berlin – Der Koalitionsausschuss hat sich gestern darauf verständigt, den CO₂-Preis im kommenden Jahr stabil halten zu wollen. Damit würde der bisherige nationale Preiskorridor auch 2027 fortgeführt und ein sprunghafter Anstieg des CO₂-Preises vermieden. Hintergrund ist die Verschiebung des europäischen Emissionshandelssystems ETS II auf das Jahr 2028.

„Die angekündigte Stabilisierung des CO₂-Preises ist ein wichtiges Signal für Planungssicherheit und wirtschaftliche Verlässlichkeit in einer ohnehin herausfordernden Transformationsphase“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW. „Ein sprunghafter Anstieg des nationalen CO₂-Preises im Jahr 2027 hätte für Wohnungsunternehmen und Mieter erhebliche zusätzliche Belastungen bedeutet.“ Der GdW setzt sich seit Langem für eine Fortführung des bestehenden Preiskorridors ein. Es ist daher ausdrücklich zu begrüßen, dass diese Forderung der Wohnungswirtschaft nun aufgegriffen wurde.

Nach Einschätzung des GdW hätte die gesetzlich vorgesehene Übergangsregelung im Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) andernfalls bereits 2027 zu einem erheblichen Anstieg des nationalen CO₂-Preises geführt. Während aktuell ein Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO₂ gilt, wären bei einer Orientierung am EU-ETS-I voraussichtlich Preise von 75 bis 85 Euro pro Tonne möglich gewesen, bevor der Preis mit dem Start des ETS II im Jahr 2028 voraussichtlich wieder deutlich gesunken wäre. „Einen solchen energiepolitischen Zick-Zack-Kurs verbunden mit starken Preissprüngen gilt es unbedingt zu vermeiden. Gerade im Gebäudebestand werden Investitionsentscheidungen über Zeiträume von 20 bis 40 Jahren getroffen. Dafür braucht es Verlässlichkeit, auch mit Blick auf die Umsetzung eines konsequenten CO2-Praxispfads“, sagt Gedaschko.

Der GdW begrüßt, dass die Bundesregierung damit an einem verlässlichen Transformationspfad festhalten will. Aus Sicht der sozial orientierten Wohnungswirtschaft bleibt der CO₂-Preis grundsätzlich ein wichtiges und wirksames Lenkungsinstrument für Klimaschutz und Dekarbonisierung. Entscheidend ist jedoch, dass Klimaschutz, Investitionsfähigkeit und bezahlbares Wohnen gemeinsam gesichert werden.

Zugleich weist der GdW darauf hin, dass die Stabilisierung des CO₂-Preises nicht dazu führen darf, die notwendigen Investitionen in die Transformation des Gebäudebestands zu verzögern. Vielmehr braucht es jetzt einen praxisnahen und sozial tragfähigen CO₂-Minderungspfad, der Quartierslösungen, Fernwärme, hybride Versorgungslösungen und technologieoffene Ansätze stärker berücksichtigt.

Weiterführende Informationen

https://www.gdw.de