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21.07.2021 Digital(es)

LIST Digital startet Forschungsprojekt zum Kostenmanagement von Bauprozessen

BIM-Experten gehen der Frage nach, wie sich das Kostenmanagement bei Bauprojekten mit Hilfe von BIM in einem standardisierten Prozess abbilden lässt.

  • Quelle: LIST Gruppe / Urheber: LIST Digital
Quelle: LIST Gruppe / Urheber: LIST Digital
„Es gibt zwar eine Menge Forschung zu der Frage, warum BIM-Prozesse einen qualitativen Vorteil mit sich bringen, aber nur sehr wenige Forscher befassen sich damit, wie sehr sich diese Qualitätsunterschiede zum Beispiel hinsichtlich einer Zeitersparnis bei der Kostenplanung niederschlagen“, beschreibt LIST-Digital Geschäftsführer Sascha Bahlau die Beweggründe, das Forschungsprojekt zu starten.

Vorteile von BIM aufzeigen

Unter dem Titel „Innovatives Kostenmanagement auf Basis objektorientierter Bauwerksmodelle“ werden bis Juni 2022 die Unterschiede zwischen modellbasiertem und konventionellem Kostenmanagement von Bauprozessen herausgearbeitet und in Probandentests analysiert. Im Idealfall lässt sich dann nachweisen, dass messbare Unterschiede zugunsten des digitalen Kostenmanagements ausfallen. „Diese Effizienzunterschiede könnten künftig als Grundlage für die Wirtschaftlichkeitsbeurteilung eines zusätzlichen Modellierungsaufwands verwendet werden und bei einem positiven Ergebnis die Nutzung von BIM weiter fördern“, blickt Sascha Bahlau in die Zukunft. Als Projektleiter wirkt er gemeinsam mit Felix Butenhof (LIST Digital), PD Dr.-Ing. habil. Anica Meins-Becker und Agnes Kelm (Bergische Universität Wuppertal) sowie Prof.-Ing. Rasso Steinmann und Klaus Linhard (Institut für angewandte Bauinformatik e.V.) federführend am Forschungsprojekt mit.

Vielfältige Partnerschaften

Das Forschungsvorhaben wird als eine so genannte Antragsförderung, vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Rahmen der Zukunft Bau Forschungsinitiative durchgeführt. „Durch den wissenschaftlichen Nachweis eines Effizienz-Vorteils kann der Einsatz vom BIM gestärkt werden. Dadurch wird das Planen und Bauen digitaler – entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, so Anne Bauer, die das Projekt seitens des BBSR betreut. Außerdem haben sich viele Softwarehersteller bereit erklärt, ihre AVA-Programme und ihre Expertise zur Prüfung der Forschungshypothesen zur Verfügung zu stellen. Dazu zählen Softtech (Avanti),NOVA building (NOVA AVA), RIB (iTWO), Nevaris (Nevaris Build), ORCA Software (ORCA AVA), G&W (California.pro) und BIB GmbH (BIM4You). „Ohne die Unterstützung der Software-Hersteller könnten wir dieses Vorhaben nicht umsetzen. Mein Dank geht daher an alle Firmen, die uns ihre Programme zur Verfügung stellen“, macht Projektleiter Sascha Bahlau deutlich. Die hohe Bereitschaft zur Mitwirkung zeige außerdem, wie groß das Interesse an der Schaffung von BIM-Standards und openBIM-Prozessen sei.

Ablauf der Forschung

Die Forscher haben ihr Projekt in drei Arbeitspakete unterteilt: Im ersten Schritt wird das Standardprozessmodell sowohl entwickelt als auch validiert. Auf dessen Basis entwickeln die Forscher quantitative Messgrößen, die zum Nachweis von Effizienz- und Effektivitätsvorteilen herangezogen werden. Im nächsten Schritt wird das Referenzprojekt zur Prozessmessung sowie ein Leitfaden zur standardisierten Prozesssimulation entwickelt und ebenfalls validiert. Als Referenzprojekt wurde hier der Neubau eines Mehrfamilienhauses gewählt, dessen Modellierung nach der Modellierungsrichtlinie der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) erfolgt ist. Während dieser Forschungsschritte unterstützen studentische Probanden das Projekt, die entweder selber an der BUW studieren oder an der von der LIST Gruppe und der BUW veranstalteten BIM Summer School teilnehmen. Den finalen Schritt stellen die Simulation der entwickelten Prozesse sowie deren Auswertung dar. Hieran wirken sowohl Studierende als auch berufserfahrene Ingenieure mit. „Durch die Beteiligung von Praxisanwendern stellen wir sicher, dass auch fachliche Routine in unser Forschungsergebnis mit einfließt“, so Bahlau. Abschließend werden die simulierten Prozesse ausgewertet und statistisch verallgemeinert. „Wichtig ist, dass wir nicht zeigen wollen, welche Vor- oder Nachteile einzelne AVA-Softwares haben“, betont Sascha Bahlau. Es gehe vielmehr darum, eine Vergleichbarkeit zwischen konventionellem und BIM-basiertem Kostenmanagement sowie dessen jeweiliger Qualität und Fehlerquote darzustellen.
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